Stand: 18.10.2019 12:00 Uhr

Harfen-Spektakel bei der Jazzwoche Hannover

von Andrea Schwyzer

"Playing across boarders"- unter diesem Motto startet am Freitag die Jazzwoche Hannover. Das Programm ist bunt, schräg, laut und stimmt nachdenklich. Den Organisatoren geht es nicht allein darum, gute Musik auf die Bühne zu bringen. Sie wollen auch auf die Lebensumstände von Jazzerinnen und Jazzern aufmerksam machen. Das Festival wird zunehmend politisch.

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Die Big Band Fette Hupe aus Hannover feiert ihr zehnjähriges Jubiläum.

Erst einmal: Happy Birthday! Die Jazzwoche startet nämlich mit einem Jubiläums-Gast: "Das Eröffnungskonzert der Jazzwoche ist gleichzeitig die Geburtstagsparty der Fetten Hupe", sagt Jörn Marcussen-Wulff von der Festival-Leitung. Zehn Jahre lang gibt es die Hannoversche Big Band bereits. "Das muss natürlich gefeiert werden! Dazu haben wir unsere Lieblingsgäste aus den letzten Jahren eingeladen: Shannon Barnett, Frederik Köster und Kalle Kalima."

Jazzwoche Hannover wird zur politischen Bühne

Es wird ausgelassen gefeiert, aber auch ernsthaft diskutiert. Denn die Jazzwoche Hannover nimmt sich zunehmend politischer Themen an. "Der große Vorteil eines Künstlers ist: Er hat Publikum. Wir können Aussagen treffen, wir können uns positionieren, erreichen Menschen. Das ist uns ein wichtiges Anliegen", so Marcussen-Wulff.

Im Gespräch: Musikvermittlung und Selbstständigkeit

Und so soll bei der Jazzwoche öffentlich über eine neue Musik-Community für Hannover diskutiert werden - über einen Ort, an dem sich in Zukunft unterschiedliche Musik-Genres und ihre Player zusammentun können. Außerdem sollen neue Konzepte für Kinderkonzerte erarbeitet werden. Beim Jazzmeeting Niedersachsen am 22. Oktober treffen sich alle, die etwas mit Jazz zu tun haben. Es gibt einen Marktplatz, Werkstätten und Workshops: "Wichtige Themen in diesem Jahr sind die Selbstständigkeit der Musiker, rechtliche Aspekte, wie man sich gut organisieren kann", erklärt Marcussen-Wulff. "Auch das Thema Musikvermittlung im Jazz spielt eine große Rolle. Und es geht um die Förderung der Live-Auftrittsmöglichkeiten in Niedersachsen."

Jazz-Harfenistin Kathrin Pechlof mit unglaublicher Klangpalette

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Robert Landfermann, Kathrin Pechlof und Christian Weidner bilden ein außergewöhnliches Jazz-Trio.

"Playing Across Boarders" heißt es bei der diesjährigen Jazzwoche Hannover. Zum Beispiel mit dem Pianisten Stefan Schultze: Er entlockt seinem präparierten Klavier Klänge, die den Hörer dazu bewegen sollen, Grenzen - auch musikalisch - zu überwinden. Oder mit der meinungsstarken, engagierten Jazz-Harfenistin Kathrin Pechlof: "Die hat ein Mörder-Trio und spielt quasi in einem kammermusikalischen Kontext, macht aber Jazz auf höchstem Niveau. Und das ist total spannend, weil dieses Instrument im Jazz nicht so oft vorkommt, aber natürlich eine unglaubliche Farbpalette zur Verfügung hat."

Noch ein Tipp zum Schluss: "Frag' nach Chaos, um dich zu entwickeln." Das empfiehlt der Gitarrist Gilad Hekselman. Denn aus dem Chaos entstehe etwas Neues, so die Überzeugung des israelischen, in New York lebenden Jazzmusikers. Man spricht von ihm als "Rising Star". Am 23. Oktober kommt er mit seinem Trio in den Jazzclub.

Harfen-Spektakel bei der Jazzwoche Hannover

Die Jazzwoche in Hannover bietet bis zum 26. Oktober eine breite Palette verschiedenster Stilrichtungen. Kathrin Pechlof lässt auf ihrer Harfe unglaubliche Klänge entstehen.

Art:
Konzert
Datum:
Ende:
Ort:
Jazzwoche Hannover

Kartenverkauf:
Tickets gibt es auf verschiedenen Online-Plattformen oder unter: https://jmihannover.de/tickets-jazzwoche-2019/
Hinweis:
Verschiedene Veranstaltungsorte finden Sie hier: https://jmihannover.de/jazzwoche-hannover/
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 18.10.2019 | 06:40 Uhr