Stand: 26.05.2016 23:09 Uhr

Freude und stille Momente beim Echo Jazz

von Melanie von Bismarck

In Hamburg am Donnerstagabend die Größen der Jazz-Musik im Rampenlicht gestanden. Zum siebten Mal wurden auf Kampnagel die Echo-Jazz-Preise verliehen.

Die Echo-Verleihung ist ein besonderer Moment für alle Jazz-Musiker, da sind sogar die alten Hasen noch nervös: So Klarinettist Rolf Kühn, 86 Jahre alt, der noch jeden Tag drei Stunden übt. Mit dem Alter werde es ein bisschen besser mit dem Lampenfieber, sagt er, aber eben auch nur ein bisschen. Altmeister Wolfgang Dauner, der für sein Lebenswerk geehrt wird, erklärt: Eine Beethoven-Sinfonie könne man immer wieder üben, Jazz aber müsse auf Anhieb funktionieren. 

Politisches und Bezauberndes

Nach dem Blitzlichtgewitter in festlicher Atmosphäre fallen im Saal auf Kampnagel politisch kämpferische Worte - für den Jazz und alle Künstler. Medien-Veteran Dieter Gorny ist es, der eine kurze, aber flammende Rede auf "die, die Kunst machen" hält. Er fordert eine engagiertere Unterstützung der Musikschaffenden und eine Stärkung des Urherberrechts.

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Gregory Porter beim Echo Jazz 2016. Seine Songs werden auf YouTube millionenfach aufgerufen.

"Don't Lose Your Steam" singt Gregory Porter, er führt an diesem Abend gemeinsam mit Götz Alsmann durch den Abend. Als Preisträger Lars Danielsson auftritt, ist das Jazz-Klangspektrum schon einmal weit aufgeblättert. Mit der Sängerin Caecilie Norby trägt Danielsson den Song "Both Sides Now" von Joni Mitchell vor. Und dann bezaubert Ibrahim Maalouf an der Trompete - mit arabisch phrasierter Jazz-Musik.

"Jazz ist Musik für alle" betont Götz Alsmann. Und genau dieser Eindruck stellt sich schon nach den ersten Live-Acts ein. Die polnische Sängerin Natalia Mateo wird als beste Newcomerin geehrt, Drummer und Preisträger Benny Greb macht einen schönen Witz: Er spricht von einem Preisgeld über 150.000 Euro - in Wahrheit gibt es keines - und erzählt von vielen anderen Irrtümern, die über den Jazz kursieren. 

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Großes Staraufgebot beim Echo Jazz

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Echo Jazz für Cicero - der emotionale Höhepunkt

Dann nähert sich der emotionalste Moment des Abends: Roger Cicero fehlt. Der Sänger starb im März mit nur 45 Jahren.

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Roger Cicero wurde posthum geehrt.

Ihm wird posthum ein Echo verliehen. Zu seiner Ehre haben sich Musiker zusammengetan: Das Beatles-Cover "The Long And Winding Road" von seinem letzten Album wird eingespielt. Noch einmal sehen und hören wir den Sänger, dann führen Musiker den Song live fort: Giovanni Weiss, Nils Wogram, Benny Greb und zwei Musiker aus Ciceros Band, Maik Schott und Hervé Jeanne. Sie nehmen den Preis in Empfang.  

"Nicht ganz einfach, jetzt wieder in die normale Spur zu kommen", sagt Laudatorin Julia Hülsmann - und das empfinden wohl alle so.

Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | 12.07.2016 | 23:05 Uhr

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