Stand: 08.02.2019 10:18 Uhr

Wie Bauhaus-Fotograf UMBO die Welt sah

Einer, der seine Umgebung anders betrachtet, prägt in den 1920er-Jahren die Fotografie-Szene. UMBO, geboren 1902 als Otto Maximilian Umbehr, wird Mitte des Jahrzehnts berühmt mit seinen Fotografien des "Neuen Sehens".

UMBO, Fotografie von Ruth Landshoff im Jahr 1927/1928 auf Silbergelatinepapier. © Phyllis Umbehr / Galerie Kicken Berlin / VG Bild-Kunst, Bonn, 2019 Foto: Herling / Herling / Werner, Sprengel Museum Hannover

Visionärer Fotograf: UMBO im Sprengel Museum

Kulturjournal -

Otto Maximilian Umbehr, kurz UMBO, prägte in den 20ern einen neuen Stil der Fotografie. Nun erinnert eine große Schau an den Künstler, der erst kurz vor seinem Tod anerkannt wurde.

5 bei 3 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Ungewöhnlich ist der Blick seiner Kamera auf Menschen, vor allem auf Frauen, auf Straßen, auf die Lebenswelt in der sich rasant entwickelnden Medienmetropole Berlin. UMBO gilt als einer der bedeutendsten Bauhaus-Fotografen. Im 100. Geburtsjahr des Bauhaus widmet das Sprengel Museum Hannover dem Künstler die Ausstellung "UMBO. Fotograf.", laut Museum die erste UMBO-Retrospektive seit 24 Jahren.

Fotograf UMBO im Sprengel Museum Hannover

Der Krieg unterbricht die steile Karriere

Rund 200 Werke des Fotografen zeigt die Ausstellung, die am 9. Februar beginnt. Darüber hinaus sind zahlreiche Dokumente zu sehen. Die Exponate stammen hauptsächlich aus UMBOs Nachlass. Der Fotograf hat eine wechselvolle Karriere erlebt. 1928 und 1929 war er in allen bedeutenden Avantgarde-Ausstellungen vertreten. 1943 wurden sein Archiv und sein Atelier in Berlin durch Bomben vollständig zerstört. Nach dem Krieg gelang es ihm nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen.

Das Bauhaus

1919 gründete Walter Gropius in Weimar das "Staatliche Bauhaus". Die Kunstschule wollte Kunst und Handwerk in den Bereichen Architektur, Kunst und Design zusammenbringen. 1925 zog die Schule nach Dessau und 1932 nach Berlin. Nur ein Jahr später schloss die Schule auf Druck der Nationalsozialisten.

Erst 1995 schaut die Öffentlichkeit wirklich hin

Jahrzehnte später kehrte UMBO zurück, der erneute Durchbruch allerdings kam erst nach seinem Tod. 1979 zeigte die Spectrum Photogalerie im Kunstmuseum Hannover mit Sammlung Sprengel - Vorgängerin des heutigen Sprengel Museums - die erste UMBO-Einzelausstellung nach dem Krieg. Der Künstler starb am 13. Mai 1980. Eine breite Öffentlichkeit wurde schließlich 1995 durch die Monografie des Kunsthistorikers Herbert Molderings und die von ihm eingerichteten Ausstellungen auf UMBO aufmerksam. Die Retrospektive im Sprengel Museum ist bis zum 12. Mai zu sehen.

Bauhaus

"UMBO hat die Fotografie neu erfunden"

Das Sprengel Museum in Hannover zeigt eine Retrospektive des Bauhaus-Fotokünstlers UMBO. Kuratorin Inka Schube spricht über die Ausstellung, den Fotografen und seine Kunst. mehr

24:15
NDR Info

100 Jahre Bauhaus: Designer Hin Bredendieck

NDR Info

Ein Coup des Oldenburger Landesmuseums. Sie haben den Nachlass des Bauhaus-Designers Hin Bredendieck in Irland gefunden, auf einem Dachboden. Audio (24:15 min)

Bauhaus in Oldenburg - Zwischen Utopie und Anpassung

27.04.2019 10:00 Uhr
Augusteum

Eine Ausstellung im Augusteum zeigt die Verbindung des Bauhauses zu Oldenburg am Beispiel von vier Künstlern. mehr

Fagus-Werk: Ausstellung zu 100 Jahren Bauhaus

16.02.2019 10:00 Uhr und weitere Termine
Fagus-Werk - Fagus-Galerie

Zu den 100-Jahr-Feiern des Bauhauses zeigt das Fagus-Werk in Alfeld eine Sonderausstellung zu seiner Gründungsgeschichte: "MUT - Die Provinz und das Bauhaus". mehr

Wie Bauhaus-Fotograf UMBO die Welt sah

Im Jubiläumsjahr des Bauhaus zeigt das Sprengel Museum Hannover eine Retrospektive eines der wichtigsten Bauhaus-Fotografen. Die Schau "UMBO. Fotograf." geht bis Mitte Mai.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Sprengel Museum
Kurt-Schwitters-Platz
30169  Hannover
Telefon:
(0511) 16 84 38 75
E-Mail:
Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de
Preis:
7 Euro, ermäßigt 4 Euro, freitags frei
Öffnungszeiten:
Dienstags 10 - 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 - 18 Uhr, montags geschlossen
In meinen Kalender eintragen

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Forum am Sonntag | 03.02.2019 | 06:05 Uhr

Mehr Kultur

52:01
NDR Info
48:03
NDR Info
87:45
NDR Kultur