Stand: 25.06.2017 09:36 Uhr

"Unbekanntes Kapitel": Herrndorf, der Maler

Sein Roman "Tschick" brachte Schriftsteller Wolfgang Herrndorf länger als ein Jahr einen Platz in der Bestsellerliste. Für die Geschichte über zwei pubertierende Jugendliche, die in den Sommertagen mit einem alten Lada durch Ostdeutschland ziehen, bekam der Hamburger den Deutschen Jugendpreis - nur einer von vielen Preisen, die der vor vier Jahren verstorbene Herrndorf zu Lebzeiten einstrich. Doch was viele nicht wissen: Abseits der geschriebenen Worte arbeitete der studierte Künstler für Verlage und viele Magazine - etwa für das Satiremagazin "Titanic". Kunstwerke von ihm sind seit Sonnabend in der Ausstellung "Das unbekannte Kapitel. Wolfgang Herrndorfs Bilder" im Kunsthaus in Stade zu sehen.

Selbstportrait des jungen Wolfgang Herrndorf

Herrndorf-Ausstellung in Stade

Er war nicht nur Autor, sondern auch Maler und Karikaturist: Der 2013 gestorbene Wolfgang Herrndorf wird ab dem 24. Juni mit einer Ausstellung im Stader Kunsthaus gewürdigt.

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140 Werke werden gezeigt

Die Schau basiert auf dem Nachlass des Malers, der aus mehr als 600 Zeichnungen und Malereien besteht. 140 Werke werden gezeigt. Um Herrndorf als bildenden Künstler zu präsentieren, werden auch Leihgaben aus privaten Sammlungen präsentiert. Bereits vor seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste hatte der junge Herrndorf bereits Porträts der Familie, Landschaften und Bildnisse von sich selbst gemalt. "Die Besucher haben die Chance, den bekannten Autor von einer ganz neuen Seite kennenzulernen. Wir hoffen mit der Schau auch Jugendliche und junge Erwachsene anzusprechen, eine Zielgruppe, die sonst schwer zu erreichen ist", sagt Sebastian Möllers, Direktor der Museen Stade.

"Herrndorfs unbestechlicher Blick"

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Auf seinem Blog "Arbeit und Struktur" schrieb Herrndorf über seine Krankheit.

Nach dem Studium griff Herrndorf zu Stift und Farbe, um Bücher zu illustrieren und Karikaturen im Auftrag zu malen. "Es ist Herrndorfs unbestechlicher Blick gewesen, der die Schönheit der Natur, aber auch die Skurrilität des Lebens und die bizarren Facetten der menschlichen Gesellschaft aufdeckte", heißt es auf der Internetseite der Museen Stade. Mit diesem besonderen Blick schaute er auf Themen der Zeitgeschichte, Alltägliches, setzte sich aber auch mit bekannten Kunstwerken auseinander. "Die zumeist kleinformatigen Blätter sind von überwältigendem Detailreichtum. Viele dieser Arbeiten enthalten Text, in aufwendig gestalteter, von Hand gemalter Serienschrift."

Digitales Tagebuch

Am 26. August ist es vier Jahre her, dass der Schriftsteller Herrndorf nach schwerer Krebserkrankung seinem Leben selbst ein Ende setzte. Es war eine Krankheit, mit der der gebürtige Hanseat, der bis zu seinem Tod in Berlin lebte, offensiv umging. In einem digitalen Tagebuch schrieb er nach der Diagnose über sein Leben mit dem Krebs, der als Tumor in seinem Kopf saß - der Titel: "Arbeit und Struktur". Wenige Monate nach seinem selbstgewählten Tod im Jahr 2013 erschien das Blog bei Rowohlt als Buch.

"Unbekanntes Kapitel": Herrndorf, der Maler

Bekannt ist der verstorbene Autor Wolfgang Herrndorf für Romane wie "Tschick" oder "Sand". Doch was viele nicht wissen: Er malte auch. 140 Werke werden nun in Stade ausgestellt.

Art:
Ausstellung
Datum:
Ende:
Ort:
Kunsthaus
Wasser West 7
Stade  21682
Telefon:
(0 41 41) 79 773 20
E-Mail:
info@museen-stade.de
Preis:
Tages-Ticket: 8 Euro, Sozial-Tarif: 4 Euro, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Öffnungszeiten:
dienstags, donnerstags und freitags: 10 - 17 Uhr
mittwochs: 10- 19 Uhr
sonnabends und sonntags 10 - 18 Uhr
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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 22.06.2017 | 13:30 Uhr

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