Stand: 25.12.2018 00:01 Uhr

Das war das Kinojahr 2018

von Walli Müller

Schauspielerinnen beklagen sich oft, dass es nicht genügend interessante Film-Rollen für Frauen gibt. Es mag sein, dass die Mehrheit der tragenden Rollen immer noch von Männern gespielt wird. Aber die wirklich aufsehenerregenden Filme des Jahres hatten doch - fast alle - weibliche Heldinnen. Ein Blick zurück aufs Filmjahr 2018.

Eine stumme Putzfrau als Kino-Heldin? Noch vor ein paar Jahren wäre vermutlich schon das Drehbuch-Exposé mit einem müden Lächeln abgelehnt worden. Dieses Jahr gab's vier Oscars für "The Shape of Water". Sally Hawkins befreit in diesem düster romantischen Fantasy-Märchen einen Wassermann aus einem US-Geheimlabor. Dass sie dafür nicht auch den Oscar als beste Schauspielerin bekam, lag nur daran, dass Frances McDormand genau so grandios aufspielte in "Three Billboards Outside Ebbing Missouri".

Die besten Kino-Filme 2018

Abschied von alternden Helden

Die Lady hat einen Grund, so rabiat zu sein: Ihre Tochter wurde ermordet, und die Polizei tut ihrer Meinung nach nichts, um den Täter zu finden - was sie groß auf drei Werbetafeln am Ortsrand von Ebbing/Missouri schreiben lässt. Dieses forsche Auftreten einer weiblichen Heldin wirkte richtiggehend befreiend nach den Enthüllungen über Harvey Weinstein und den allgemein im Film-Business grassierenden Sexismus. Passenderweise zeigte sich auch Meryl Streep unbeugsam als "Die Verlegerin". Die männlichen Berater wollen ihr einen Enthüllungsbericht über Präsident Nixon in der "Washington Post" ausreden.

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Auch bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises stand eine Frau am meisten im Rampenlicht: Marie Bäumer, die sich in "3 Tage in Quiberon" buchstäblich in die Schauspiel-Legende Romy Schneider verwandelt hatte. Sieben "Lolas" gab es dafür.

Wenn man das Kinojahr 2018 so Revue passieren lässt, dann fällt überhaupt auf, dass zu den spannenden Filmen erfreulich viele deutsche Produktionen gehörten: Wim Wenders Porträt von "Papst Franziskus" zum Beispiel, mit knapp 500.000 Zuschauern - richtig viel für einen Dokumentarfilm. Ein irres Spektakel war "Mackie Messer - Der Dreigroschenfilm" mit Lars Eidinger als Bert Brecht. Eidinger begeisterte mit Bjarne Mädel auch mehr als 700.000 Zuschauer im Roadmovie "25 km/h". Ein großartiges Polit-Drama war "Wackersdorf" - über den Bürgerprotest, der in den 80er-Jahren die geplante Wiederaufbereitungsanlage in Bayern verhinderte.

Zu einer Golden Globe-Nominierung und auf die Shortlist der Oscars hat es sogar Florian Henckel von Donnersmarck gebracht mit seinem "Werk ohne Autor" - eine Künstler-Biographie, angelehnt an die bewegte Vita von Gerhard Richter. Ins Rennen um den "Besten Film" bei den Golden Globes geht auch der Queen-Film "Bohemian Rhapsody", der mit knapp zwei Millionen Kinozuschauern in Deutschland zu den erfolgreichsten Filmen des Jahres gehört. Damit steht Freddie Mercury in einer Reihe mit Superhelden wie "Deadpool" und den "Avengers".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Neue Filme | 27.12.2018 | 06:55 Uhr

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