Stand: 21.01.2019 12:19 Uhr

Sie kann alles! Caroline Peters im Porträt

von Katharina Ricard

Ihre Karriere hat sie an der Berliner Schaubühne begonnen. Da war Caroline Peters noch im letzten Studienjahr an der Schauspielschule. Mittlerweile ist sie Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater - besser geht's eigentlich nicht. Spätestens seit ihrer Rolle als Kommissarin Sophie Haas in "Mord mit Aussicht" ist sie auch dem breiten Fernsehpublikum bekannt, und die Liste ihrer Kinofilme wird auch immer länger. Kein Wunder: Caroline Peters ist eine extrem wandelbare, großartige und bemerkenswerte Schauspielerin. Kein Gesichtsausdruck ist ihr fremd, und es gelingt ihr, selbst platte Witze mit einer Ernsthaftigkeit zu präsentieren, dass sie Tiefe bekommen.

Caroline Peters hält eine Polaroidkamera in der Hand und fotografiert sich selbst. © NDR/Kulturjournal

Caroline Peters im Porträt

Kulturjournal -

Kein Gesichtsausdruck ist Caroline Peters fremd, sie kann selbst platte Witze so präsentieren, dass sie Tiefe bekommen. Jüngstes Beispiel: die Komödie "Womit haben wir das verdient?"

3,5 bei 4 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Caroline Peters und ihr Postkartenverlag

Der Schauspielerin kommt es auf die Eindrücke des Moments an. Im Leben, auf der Bühne - und im Briefkasten. Als Kind habe sie eine Postkartensammlung gehabt, erzählt sie. Momente festhalten und die passenden Worte dazu schreiben: Ihre Liebe zur Postkarte hat Caroline Peters vor einiger Zeit dazu gebracht, einen Poskartenverlag zu gründen.

"Ich habe das Gefühl, heutzutage läuft die meiste Kommunikation über Bilder", sagt sie. "Aber die Rückseite, die B-Seite, fehlt oft. Man schickt vielleicht bei Instagram ein Bild und macht einen Text dazu, aber bei der Postkarte ist die B-Seite ja die Handschrift, und das fehlt. Ich finde, man kennt überhaupt gar keine Handschrift mehr von irgendwem. Und ich finde das ganz toll bei der Postkarte, dass es diese Möglichkeit gibt, hinten deine Handschrift zu zeigen und darüber was zu schreiben."

Schauspielerin des Jahres 2018

Als Ensemblemitglied des Wiener Burgtheaters kann sie die von ihr verkörperten Figuren mit ihrer Handschrift prägen und gestalten. Für ihre Rolle im "Hotel Strindberg" wurde sie 2018 in Österreich und in Deutschland "Schauspielerin des Jahres". "Oh, ich fand das schon sehr toll!", sagt Caroline Peters lachend. "Weil man ja immer bei jeder Auszeichnung denkt: Ja, wer, wenn nicht ich?! Und gleichzeitig denkt man: Ja, wieso kriege ich das?"

Seit 2008 ist sie Sophie Haas in "Mord mit Aussicht"

Programmtipp
Mord mit Aussicht

Klingelingeling

02.02.2019 21:45 Uhr
Mord mit Aussicht

Der schöne junge Eiermann Rocco wird von einem Spaziergänger tot aufgefunden. Roccos kleine Wohnung ist voller kostspieliger Technik. Womit hat er sein Geld verdient? mehr

Der 7. Januar 2008 war der Moment, als sie im Fernsehen so richtig bekannt wurde: als Kommissarin Sophie Haas in der Serie "Mord mit Aussicht". Komisch ist sie am liebsten vor der Kamera. "Mir ist das eigentlich ganz angenehm", sagt sie. "Weil ich dann zwar hinterher in der Premiere sitze und denke: Oh Gott nein, das war nicht komisch, das hättest du anders machen müssen. Und ich kann jetzt nichts mehr ändern. Aber währenddessen arbeitet man natürlich irgendwie entspannter. Weil man sich ja einbildet, ganz genau zu wissen, was komisch ist und was nicht. Dann kommt erst die Realitätsprüfung."

Ernste Themen in Komödien

Bild vergrößern
"Irgendwas ist passiert zwischen 'Oben ohne' und dem da." Wanda (Caroline Peters) geht mit ihrer Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher) und deren bester Freundin Maryam (Duygu Arslan) einkaufen.

Am 24. Januar kommt ihr neuer Film ins Kino. In "Womit haben wir das verdient?" spielt Caroline Peters eine Mutter, deren 16-jährige Tochter zum Islam konvertiert ist. Es ist ein Film über tiefe Religiosität und wie man damit umgeht. Peters versucht es im Film so: Burkini kaufen, helal kochen, nicht durchdrehen.

"Ich finde es gut, dass das jetzt vermehrt auftritt im deutschsprachigen Raum; dass Komödien genutzt werden, um Themen zu sortieren und Klarheiten sich zu verschaffen über Positionen und Fragen. Weil ich das Gefühl habe, Positionen und Fragen - das gibt es alles nicht mehr. Es gibt immer nur 'Daumen hoch' und 'Daumen runter'."

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 21.01.2019 | 22:45 Uhr

Mehr Kultur

49:05
NDR Kultur

Seitenspringer

20.02.2019 20:05 Uhr
NDR Kultur
05:16
Landpartie - Im Norden unterwegs

Quiz: : Der Norderneyer Maler Poppe Folkerts

17.02.2019 20:15 Uhr
Landpartie - Im Norden unterwegs
01:19
NDR Info

ARD Radio Tatort: Plastik im Apfelgarten

16.02.2019 21:05 Uhr
NDR Info