Wie ausgesetzte erscheinende Wohnmobile. Der Film begleitet seine Protagonistinnen durch die Jahreszeiten. © NDR/Christoph Rohrscheidt

Grimme-Preise: NDR mit 13 Nominierungen

Stand: 02.03.2021 15:00 Uhr

Gleich 13 NDR Produktionen und Co-Produktionen sind 2021 für den Grimme-Fernsehpreis nominiert. Wie das Grimme-Institut am Dienstag bekannt gab, wurden insgesamt 69 Produktionen in vier Kategorien für den renommierten Preis nominiert.

In der Kategorie "Information & Kultur" ist der NDR mit acht Nominierungen vertreten, in der Kategorie "Kinder & Jugend" mit drei. In der Kategorie "Unterhaltung" ist der NDR an zwei nominierten Produktionen beteiligt. "Der Grimme-Preis steht in besonderem Maße für herausragende und vorbildliche Fernsehangebote", sagte NDR Intendant Joachim Knuth. "Die Anzahl der Nominierungen zeigt die hervorragende Qualität unserer Produktionen und Co-Produktionen. Es sind Dokumentationen und Reportagen, die berühren und aufrütteln, ein Kinderprogramm, das unterhaltsam und bildend zugleich ist, und Unterhaltung mit Anspruch. Ich bin stolz auf diese Leistung und drücke den Nominierten die Daumen für die Preisverleihung."

Acht Nominierungen in der Kategorie "Information & Kultur"

Die Frauen kommen meistens aus Osteuropa und Nigeria © NDR/Christoph Rohrscheidt
"Lovemobil" schildert das Leben von Sexarbeiterinnen, die meistens aus Osteuropa und Nigeria kommen.

"Lovemobil" von Elke Margarete Lehrenkrauss ist in der Kategorie "Information & Kultur" nominiert. Der Film schildert das Leben von Sexarbeiterinnen, die in Wohnmobilen an Niedersachsens Landstraßen ihrem Gewerbe nachgehen. Drei Jahre lang begleiteten Regisseurin Lehrenkrauss und Kameramann Christoph Rohrscheidt ihre Protagonistinnen. In seiner Tiefe der Beobachtung ist "Lovemobil" kein Film über Prostitution, sondern ein Film über die Abgehängten des globalen Kapitalismus, die mit allen Mitteln ums Überleben kämpfen. "Lovemobil" wurde mit dem Deutschen Dokumentarfilmpreis 2020 ausgezeichnet und wurde auf Festivals in der ganzen Welt gezeigt.

Die NDR Eigenproduktion "HELGA - Die zwei Gesichter der Feddersen" von Oliver Schwabe porträtiert Helga Feddersen, die in den 1970er- und 80er-Jahren als Ulknudel bekannt wurde. Doch Helga Feddersen war viel mehr als das. Sie drehte mit Rainer Werner Fassbinder, schrieb Fernsehspiele und war eine grandiose Schauspielerin. Der Film, der ebenfalls in der Kategorie "Information & Kultur" nominiert ist, zeigt in teilweise selten gezeigtem Archivmaterial die unbekannte Seite der Autorin und Schauspielerin, die sich nach einer Krebsoperation neu erfindet und sich mit ihrem Schicksal arrangiert, ohne Humor oder Lebenslust zu verlieren.

Dokus über Afghanistan, Julian Assange und Walter Lübcke

Ebenfalls nominiert ist die im Auftrag des NDR von LOOKSfilm produzierte Arte-Reihe "Afghanistan. Das verwundete Land".Darin zeichnen die Autoren Mayte Carrasco, Marcel Mettelsiefen und Lucio Mollica den Weg der tief gespaltenen afghanischen Bevölkerung durch die vergangenen Jahrzehnte und den nun schon seit mehr als 40 Jahre währenden Krieg nach. "Wikileaks - Die USA gegen Julian Assange" von Elena Kuch und Robert Holm ist eine Koproduktion von NDR und WDR. Der Film beleuchtet den Aufstieg und Fall von Assange - vom gefeierten Publizisten zum als Spion und Vergewaltiger verschrienen Sonderling. Anhand vertraulicher Akten rekonstruieren Elena Kuch und Robert Holm die Zeit in der ecuadorianischen Botschaft. Weiterhin nominiert sind die Co-Produktionen "Expedition Arktis" (rbb/NDR/HR) und "Vernichtet - eine Familiengeschichte aus dem Holocaust" (rbb/HR/ NDR). Nominiert wurde auch das Dokudrama "Schuss in der Nacht - Die Ermordung Walter Lübckes" von Raymond Ley.

Speziell nominiert wurde Anne Ruprecht für ihre berührende Langzeitbeobachtung zweier Seniorenpaare - am Beispiel der Reportage "Trennung am Lebensende - Corona und Seniorenheime", die im NDR Magazin Panorama lief. Dieser und weitere Filme über die beiden Seniorenpaare zeigen, wie Corona gerade diejenigen, die alt und verletzlich sind, am härtesten trifft. Ebenso ist es eine Geschichte über Liebe und Verbundenheit.

Nominierung für "Die Erben der Nacht"

Folge 24: Alisa und ihre Freunde haben einen neuen Plan © Lemming Film
Auch die Vampir-Serie "Die Erben der Nacht" ist nominiert.

Als gelungenes Brückenprogramm für eine Zielgruppe zwischen Kindheit und Jugend wurde in der Kategorie "Kinder & Jugend" die Serie "Die Erben der Nacht" nominiert. Die Vampir-Fantasy-Saga, die in internationaler Zusammenarbeit mit Lemming Film (Niederlande), Maipo (Norwegen), HamsterFilm und Maze Pictures (Deutschland) entstand, spielt Ende des 19. Jahrhunderts und erzählt vom gemeinsamen Überlebenskampf junger Vampire aus allen Teilen Europas.

Bereits mehrfach ausgezeichnet ist die Stopp-Motion-Animation "Wisch & Mop", die Trikk17 für den NDR produziert. Für den Grimme-Preis ist jetzt die Folge "Chaos unterm Weihnachtsbaum" nominiert. Zudem gehört der vom NDR mit produzierte Animationsfilm "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" zu den Nominierten in der Kategorie "Kinder & Jugend". Der Film wurde bereits von der deutschen Film- und Medienbewertung mit dem Prädikat "besonders wertvoll" ausgezeichnet.

In der Kategorie "Unterhaltung" schafften es die Satireformate "Das Browser Ballett" sowie "Kroymann", an denen der NDR beteiligt war, unter die Nominierten.

Bekanntgabe der Grimme-Preisträger am 11. Mai

Die Preisträgerinnen und Preisträger der diesjährigen Grimme-Preise werden am 11. Mai bekannt gegeben.

Wegen der Corona-Pandemie gab es in diesem Jahr keine Präsenz-Sitzungen der Grimme-Preis-Kommissionen, sondern die Sichtungen erfolgten in mehreren digitalen Sitzungswochen. Auch in einigen der nominierten Formaten taucht die Corona-Pandemie inhaltlich wie auch gestalterisch auf.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 02.03.2021 | 15:00 Uhr

NDR Pressemeldung

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