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Ralf König und sein "Antityp"

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Am 1. Dezember im Kino Lumière in Göttingen: Ralf König.

Ralf König, Deutschlands bekanntester Comiczeichner, hat sich die heilige Schrift zur Brust genommen und den mythenschweren Stoff eigenwillig, witzig und erfrischend respektlos interpretiert. Im Rahmen von Der Norden liest wird er den abschließenden Band seiner Bibel-Trilogie präsentieren: "Antityp". Nach "Prototyp" und "Archetyp", in denen er Adam, Eva und Noah mit den bekannten Problemen konfrontiert, sie aber gleichzeitig kräftig gegen den Bibelstrich bürstet, widmet er sich nun dem Apostel Paulus: "Der Heilige heißt diesmal Paul, fällt gleich zu Anfang schon vom Gaul, apostelt durch die Welt, und schon gibt es 'ne neue Religion!" Ralf König, der in einem katholischen Dorf im Westfälischen aufwuchs, versteht seine Comics als Statements zu gesellschaftspolitischen Fragen.

Der Autor

Bekannt wurde Ralf König mit Comics, die den schwulen Mann bissig, witzig und auch ironisch ins Scheinwerferlicht stellen. "Der bewegte Mann" (1987), der auch erfolgreich fürs Kino verfilmt wurde, markiert seinen Durchbruch. Mittlerweile bevölkern seine - auch heterosexuellen - Knollennasen die gesamte Weltgeschichte, von der Bibel, über die Antike und die Renaissance bis in die Gegenwart. So unterschiedlich die Themen seines satirischen, vielfach ausgezeichneten Werkes aus dreißig Jahren auch sind, das Knollennasige und der aufklärerische Impuls bleiben sein Markenzeichen. Seine Comics "werben für Toleranz und Lebenslust, Aufklärung und Verantwortung und nicht zuletzt für sich selbst: für intelligente, entwaffnend witzige Comics" (Kunsthistoriker Boris von Brauchitsch).

Moderatorin des Abends ist Julia Westlake vom NDR Kulturjournal.

Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 29.11.2010 | 22:45 Uhr

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