Blick auf das brennende World Trade Center in New York nach dem Anschlag am 11.9.2001. © picture-alliance / dpa Foto: Hubert Boesl

Kolumne: "Nine Eleven. Mein Rückblick ..."

Stand: 15.09.2021 07:30 Uhr

Die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA verändern die ganze Welt. Nine Eleven oder kurz 9/11 reißt tiefe Wunden - und löst Kriege und weiteren Terror, auch 20 Jahre danach, aus.

von Pastor Oliver Vorwald

Ein Freund ruft mich an. "Oliver schalt den Fernseher an." "Welches Programm?" "Egal." Ich sehe das World Trade Center in New York, dicker Rauch quillt aus einem der Wolkenkratzer, dann rast ein Flugzeug vom Typ Boeing 767 rast in den Südturm. Nine Eleven, der 11. September 2001. Fast 3.000 Menschen verlieren in New York und Washington ihr Leben. Dieser Tag wird die Welt verändern, heißt es damals. 

9/11 löst Kriege und weiteren Terror aus

Abends läuten die Glocken in Hannover. Gottesdienst in der Marktkirche. Die Menschen zünden Kerzen an, fassen sich an den Händen. Im Fernsehen Dauersendungen zu den Terroranschlägen vom 11. September. Amerika unter Schock und mit ihm fast die ganze Welt. Am nächsten Morgen erklärt Bundeskanzler Gerhard Schröder die "uneingeschränkte Solidarität" mit den Vereinigten Staaten.1 Und dann gibt es Krieg - und weiteren Terror. Zunächst Afghanistan, später Irak, London, Madrid, Berlin.

Jesu Botschaft von Gottes bedingungsloser Liebe überdauert

Der 11. September 2001 reißt tiefe Wunden, er löst in den folgenden Jahren weiteres Unglück aus, viele leiden bis heute daran. Aber hat dieser Tag die Welt wirklich verändert? Grundlegend? Also nachhaltig beeinflusst? Diese Macht sollten wir ihm nicht geben. Ich denke an Jesus, den Sohn von Maria und Joseph dem Zimmermann. Jesus hat nie zum Schwert gegriffen, weder eine Armee kommandiert, noch ein Land regiert. Und doch beeinflusst seine Botschaft von der bedingungslosen Liebe Gottes bis heute die Welt, die Herzen der Menschen. "Liebet eure Feinde." "Einer trage des andern Last." "Überwindet das Böse mit Gutem." Jesu Worte trösten, stärken, versöhnen. Überall. Seit Jahrtausenden. Und das wird noch lange so bleiben, glaube ich.

Erinnerung an Nine Eleven wachhalten

Oliver Vorwald, Radiopastor aus Hannover © Kirche im NDR Foto: Jens Schulze
Es sei wichtig, um Versöhnung, Frieden, Heilung zu beten, sagt Pastor Oliver Vorwald.

Nine Eleven, der 11. September ist und bleibt ein böser Tag. Für Amerika ein Trauma, ein Tag der Trauer aber auch für Afghanistan und den Irak. Es ist wichtig, dass wir daran erinnern und füreinander beten. Um Versöhnung, Frieden, Heilung. Ich bete für alle, die dieser Tag vor 20 Jahren nicht loslässt. Für ihre Herzen, ihren Glauben und ihre Familien. 

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben die Radiopastoren und Redakteure ein Kreuz für Glauben, ein Herz für die Liebe oder einen Anker für das, was hoffen lässt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 15.09.2021 | 07:30 Uhr

Ein Herz, Kreuz und Anker aus Filz an einer Öse © Jürgen Gutowski

Kreuz - Herz - Anker

Kreuz, Herz oder Anker? So heißt die Kolumne der Kirche im NDR. Regelmäßig vergeben unsere Autoren ein Kreuz für Glauben, ein Herz für Liebe oder einen Anker für Hoffnung. mehr

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