Ein riesiges Wandgemälde des Künstlerkollektivs "Kollektiv ohne Namen" erinnert in Bruchköbel an die Opfer der rechtsextremen Mordanschläge von Hanau (Luftaufnahme mit einer Drohne). © dpa-Bildfunk

Ein Jahr nach Hanau bleibt die Erinnerung sichtbar

Sendedatum: 19.02.2021 10:40 Uhr

Am 19. Februar 2020 sterben in Hanau neun junge Menschen bei einem rassistisch motivierten Mordanschlag. Der Attentäter richtet sich danach selbst. Für die Angehörigen bleibt vieles ungeklärt.

von Julia Heyde de López

Der Schmerz ist nicht kleiner geworden. Vor einem Jahr wurden in der hessischen Stadt Hanau neun Menschen ermordet von einem rassistischen Attentäter. Junge Leute im Alter zwischen 21 und 37 Jahren. Und sie sind nicht einfach nur "die Opfer", sie haben Namen und Geschichte. Sie waren Söhne, Brüder, gute Freunde, geliebte Tochter und Mutter, Lichtpunkte und Anker ihrer Familien: Mercedes Kierpacz, Ferhat Unvar, Sedat Gürbüz, Gökhan Gültekin, Hamza Kurtović, Kaloyan Velkov, Vili Viorel Păun, Said Nesar Hashemi, Fatih Saraçoğlu. 

Angehörige setzen sich gegen Rassismus ein

Die Angehörigen haben sich in Hanau zur Initiative 19. Februar zusammengeschlossen. Sie sorgen dafür, dass die Erinnerung an ihre Kinder und Geschwister sichtbar bleibt. Erinnern heißt verändern, sagen sie. Das bedeutet aktiven Einsatz gegen Rassismus und Diskriminierung in jeglicher Form. 

Ich habe es so satt, dass der Rassismus immer noch tief in den Strukturen und Hirnwindungen unserer Gesellschaft sitzt. Es ist beschämend. Wann verstehen wir endlich das biblische Wort: "Liebe deinen Nächsten - denn er ist wie du!" Unterschiede in der Hautfarbe, in der Sprache, der Herkunft, im Glauben - nach dem Willen Gottes zählt all das überhaupt nicht. Meine Gedanken sind heute in Hanau. Und ich weiß: Erinnern heißt verändern.

Dieses Thema im Programm:

N-JOY | Radiokirche bei N-JOY | 19.02.2021 | 10:40 Uhr

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