Jazz Special

Weltklasse auf der Klarinette: Rolf Kühn wird 90

Freitag, 27. September 2019, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Bert Noglik

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Der junggebliebene Altmeister: Rolf Kühn an der Klarinette, begleitet von seiner "Unit".

Seine jahrzehntelange und fortwährende Präsenz auf der Jazzszene gleicht einem Glücksfall. Rolf Kühn beweist mit seinem Schaffen nicht nur eine bewundernswerte Kontinuität, sondern zugleich auch den beständigen Mut zu kreativer Veränderung. Mit seinem unvergleichlichen Ton auf der Klarinette zählt er zu den Jazzmusikern von Weltformat. Geboren am 29. September 1929 in Köln, aufgewachsen in Leipzig, begann seine Liebe zum Jazz mit der Faszination für den Swing. Bereits Mitte der fünfziger Jahre gelang ihm der Sprung nach Amerika. Nachdem er in den USA, u.a. als Solist der Band von Benny Goodman, alles erreicht hatte, was man sich damals nur vorstellen konnte, kehrte er nach Europa zurück, wo er seine moderne Spielweise in wechselnde Kontexte einbrachte.

Wechselseitige Inspiration

Im großen Spektrum von Fusion bis zu freier Improvisation und in stets prominenten Besetzungen überzeugte Rolf Kühn mit einer ganz persönlich geprägten Art des Musizierens. Im besonderen Maße weiß sich Rolf Kühn seinem jüngeren Bruder, dem Pianisten Joachim Kühn, verbunden. Mit ihm teilt er eine unbändige Neugierde, die ihn immer wieder neue Spielabenteuer eingehen lässt, auch in wechselseitiger Inspiration mit Musikern, die seine Söhne oder Enkel sein könnten. Rolf Kühn mit neunzig - das ist Wagemut und Risikofreude, Reife und Vollkommenheit.

 

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