Jazz Special

80 Jahre Blue Note Records - die Geschichte einer Plattenlabel-Legende

Freitag, 22. März 2019, 22:05 bis 23:00 Uhr, NDR Info

Am Mikrofon: Sarah Seidel

Die Geschichte von Blue Note ist beispiellos und der Slogan "The Finest In Jazz Since 1939" keinesfalls übertrieben. Thelonious Monk, Herbie Hancock, Lee Morgan, Art Blakey, Horace Silver, Jimmy Smith - sie alle haben mit ihren Blue Note-Platten unter der Ägide der beiden Labelgründer Alfred Lion und Francis Wolff Geschichte geschrieben.

Blue Note ist aus heutiger Sicht mehr als nur der Jazz-Sound der 1950er und '60er Jahre. Es ist auch die Verpackung. Und diese Verpackung hat Blue Note weltweit zum Kultstatus verholfen. Die berühmte Blue Note-Ästhetik mit ihrer prägnanten Cover-Gestaltung fasziniert bis heute Fans und Sammler. Reid Miles war zwischen 1952 und 1967 als Designer für die charakteristische Covergestaltung der Original-Platten verantwortlich. In diesen Jahren konnte Blue Note mit einem kleinen, eingespielten Team arbeiten. Das Label hatte einen Produzenten und ein Studio. Ein Designer arbeitete mit einem Fotografen zusammen. Den charakteristischen Klang hielt der Tonmeister Rudi Van Gelder zuerst im Haus seiner Eltern auf Band fest, später dann in seinen Studios in Englewood Cliffs, New Jersey.

Vertraue den Musikern!

Wenige Plattenfirmen haben der Musik in der Art ein Gesicht gegeben wie Blue Note. Das Label selbst lebt auch ein Stück weit von seinem Mythos. Alfred Lion und Francis Wolff mussten lange Zeit um das Überleben ihrer Plattenfirma kämpfen. Im Jazz Special erläutert Musikjournalist und Buch-Autor Ashley Kahn die Philosophie von Blue Note - eine Philosophie, die heute kaum noch zu finden ist. Er bezieht sich auf die Art, wie das Label geführt wurde, wie sich die Musiker von der Musik leiten ließen und andersrum: wie sich die Plattenfirma von den Musikern leiten ließ. Alfred Lion und Francis Wulff bewiesen dabei immer den richtigen Instinkt. Frei nach dem Motto: "Vertraue den Musikern!".