Stand: 24.01.2017 11:39 Uhr

Chat zu Multi-Intoleranzen, Diabetes Typ 2, Brustkrebs-Nachsorge

Unbekannt: Ich fahre seit acht Wochen täglich eine Stunde auf einem Ergometer. Ich habe einen Typ-2-Diabetes und habe trotzdem noch hohe Zuckerspitzen nach dem Essen. Ich esse proteinarm und viel Gemüse, was mache ich hier falsch?

Riedl: Die proteinarme (eiweißarme) Ernährung ist falsch. Sie müssen bedarfsgerecht essen. Versorgen Sie Ihren Körper mit den Proteinen, die er braucht. 1,2 Gramm pro Kilo Körpergewicht pro Tag, verteilt auf drei Mahlzeiten. Infos dazu in unserem neuen Ernährungs-Docs-Diabetesbuch oder im aktuellen Ernährungs-Docs-Buch. Sie behindern durch zu wenig Protein den Muskelaufbau - aber die Muskulatur bekämpft den Diabetes.

Ronja: Inwieweit kann ich bei einer erblich bedingten Fettstoffwechselstörung positiven Einfluss auf die Blutwerte nehmen? Ist Bewegung und gesunde Ernährung hier auch sehr hilfreich? Oder kann ich hier kaum Einfluss nehmen?

Riedl: Unbedingt ja, allerdings nicht durch das Weglassen von Cholesterin, das ist ein Irrweg der Vergangenheit. Sondern durch viel bessere Fette: Olivenöl und Leinöl. Reduzieren Sie industrielle Fette und Fertigprodukte sowie Backwaren. Optimal sind auch fetter Seefisch (Hering, Lachs, Makrele) und Nüsse. Eine Handvoll Mandeln senkt das Cholesterin um 10 bis 20 Prozent.

Claudia: Ich habe vor Kurzem die Diagnose Psoriasis-Arthritis bekommen und nehme Metotrexat. Dazu habe ich einige Lebensmittelallergien wie Fleisch, Schalentiere, Kernobst, Zitrusfrüchte, etc. Ich weiß nicht, was ich essen kann, um von dem Medikament wegzukommen. Habe morgens versucht, auf "Ihr" Müsli mit Jogurt umzusteigen, bekomme aber davon Sodbrennen (Säure?). Was könnte ich zum Beispiel morgens essen?

Riedl: Ernährungstherapie wirkt sehr gut bei Rheuma, aber allein schaffen Sie das nicht. Suchen Sie sich einen Ernährungsmediziner unter bdem.de. Machen Sie das unbedingt, es wird Ihnen helfen, gerade bei verschiedenen Unverträglichkeiten.

SuRo: Meine Tochter Lina (11) isst leider fast ausschließlich Kohlenhydrate. Am liebsten Toast, Schnitzel, Pommes, Pizza und leidenschaftlich gerne Süßes. Sie probiert nur sehr ungern Neues, und ich habe fast das Gefühl, sie ist wie süchtig nach Kohlenhydraten. Sie leidet fast täglich an Bauchschmerzen durch Blähungen und auch sehr häufig unter Kopfschmerzen. Da der Rest der Familie sehr gesund isst, versuche ich, sie zu ermutigen mitzuessen ... keine Chance! Ich bekomme nichts anderes in sie hinein. Kann es sein, dass ihre Darmbakterien sie dazu "zwingen", immer nur Kohlenhydrate zu essen? Was können wir dagegen tun? Eine Stuhluntersuchung beim Kinderarzt war ohne Befund.

Riedl: Das ist eine total ungesunde Ernährung. Hauen Sie auf den Tisch. Gegessen wird, was alle essen. Ihre Tochter wird sich daran gewöhnen, sonst wird sie krank. Die Blähungen deuten zusätzlich auf Intoleranzen hin, wenn diese bei normaler Ernährung bleiben, gehen Sie zum Gastroenterologen oder Ernährungsmediziner.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 22.07.2019 | 21:00 Uhr

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