Stand: 27.01.2015 10:31 Uhr

Chat zu Rheuma, Migräne und Adipositas

aanton: Hallo, welche Blätter von welchem Gemüse sind für grüne Smoothies geeignet und welche nicht? Beste Grüße

Dr. Anne Fleck: Genuss ist immer entscheidend! Denn nur, wenn Ihnen etwas schmeckt, werden Sie es langfristig mögen. Hervorragend geeignet sind Blätter aus Möhren, Kohlrabi, Radieschen, am besten aus Bioproduktion, Biospinat, Blattsalat. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Thomas Schwab: Hallo, bei mir wurde vor fünf Jahren Mastozythose festgestellt, die im Laufe der Jahre deutlich zugenommen hat (sehr viele rote Quaddeln am Körper). Haben Sie hierfür vielleicht einen Ernährungstipp für mich? Danke für Ihre Hilfe!

Dr. Anne Fleck: Die entzündliche Aktivität kann ggf. durch Omega-3-Fettsäuren günstig beeinflusst werden - siehe das Frühstücksrezept bei den Ernährungs-Docs.

Maria: Guten Abend, ich leide seit sieben Jahren an rheumatoider Arthritis und habe schon deformierte Gelenke. Welche Ernährung empfehlen Sie mir? Und wie sieht es aus mit Käse und Süßigkeiten, sollte ich diese meiden? Mit freundlichen Grüßen Edeltraud

Dr. Anne Fleck: Auch bei Ihnen der Frühstücksquark und die empfohlenen Rezepte und Lebensmittel - Sie müssen nicht auf Käse verzichten, Süßigkeiten sollten jedoch nur in Maßen sein.

Rebekka: Guten Abend, Frau Fleck, bei mir steht die Diagnose Kollagenose, und ich nehme auf Langzeit 2,5 mg Prednisolon. Seit vier Wochen etwa leide ich unter starken Magen- und jetzt vor allem Darmschmerzen und Krämpfen, trotz Protonenpumpenhemmern. Kann das vom Kortison kommen? Was kann ich tun?

Dr. Anne Fleck: Es empfiehlt sich eine Abklärung der Magen-Darm-Symptomatik, das kann ggf. durch Kortison bedingt sein. Ein Hausarztbesuch ist ratsam.

Gicht: Ich habe Gicht. Wie sollte ich meine Ernährung umstellen? Grüße Robert

Dr. Anne Fleck: Gicht ist ein hervorragendes Beispiel für eine Erkrankung, die durch Ernährung beeinflussbar ist. Besonders eine Einschränkung von purinreichen Lebensmitteln (Alkohol, Fleisch, Hülsenfrüchte) ist ein erster Start.

bernd: Hallo Frau Dr. Fleck, tolle Sendung und hochinteressant. Mich würde interessieren, ob man auch die Parkinsonsche Erkrankung mit einer "antientzündlichen" Ernährungsweise zumindest positiv beeinflussen bzw. den Progress verlangsamen kann. Danke für Ihre Antwort. Viele Grüße Bernd

Dr. Anne Fleck: Danke für das Kompliment. Es gibt wenig Studiendaten zur Beeinflussung Ihrer Erkrankung, aber ein Versuch einer antientzündlichen Ernährung ist zumindest empfehlenswert und anzuraten.

HaSchm: Worauf muss ich beim Kauf von Leinöl achten ? H. Schmidt

Dr. Anne Fleck: Hervorragende Frage. Es ist unbedingt auf die Qualität von Leinöl zu achten. Öle müssen unter Ausschuss von Licht, Hitze und Sauerstoff gepresst werden, damit die Omega-3-Fettsäuren erhalten bleiben. Sonst sind gewisse Öle unter Umständen unwirksam und könnten Schaden anrichten. Suchen Sie nach Ölen, die "omega-safe" hergestellt sind. Nähere Infos bei den Zutaten und unter www.docfleck.com.

Stefan: Hallo Frau Dr. Fleck, ich habe Ihre Sendung gerade gesehen, und ich bin positiv überrascht. Ich (43) leide unter einem starken Restless-Legs-Syndrom, das derzeit nur mit einer ständig steigenden Medikamentendosis halbwegs zu ertragen ist. Mittlerweile ist meine Dosis extrem hoch, und ich befürchte, dass die klassische Medizin bald an ihre Grenzen kommen wird ... Das macht mir Angst, und ich suche händeringend nach alternativen Lösungen. Kann die Ernährungsmedizin hier vielleicht auch helfen? Besten Dank, Stefan

Dr. Anne Fleck: Kein einfaches Erkrankungsbild. Ich empfehle in Ihrem Fall auch den Ansatz einer hochdosierten Omega-3-Therapie, da dies positiv auf Erkrankungen des Nervensystems wirken kann. Eine fachärztliche Betreuung Ihrerseits ist unabdingbar.

Pebo: Gibt es eine Alternative zu dem Quarkfrühstück bei Migräne? Herzlichen Dank.

Dr. Anne Fleck: Da im Quark hochwertige Aminosäuren (schwefelhaltige) enthalten sind, werden Omega-3-Fettsäuren schneller und besser aufgenommen. Eine Alternative wäre zum Beispiel Joghurt als Eiweißgrundlage.

F.Peters: Guten Abend, Frau Fleck, gibt es Erfahrungen mit Smoothies bei MS-Erkrankungen?

Dr. Anne Fleck: Wenn ich von Smoothies spreche, meine ich in diesem Fall grüne. Das heißt, Gemüseanteile sind wichtig. Diese sind generell empfehlenswert - auch bei Ihrer Grunderkrankung, in Kombination mit hochwertigen Fetten.

Stefano: Nach Leinöl habe ich öfters Durchfall ... Wieso empfehlen Sie kein Rapsöl in der Sendung, das vertrage ich gut und hat ja auch Omega 3? Stephan

Dr. Anne Fleck: Sie sollten auf die Qualität des verwendeten Leinöls achten, ggf. die Dosis reduzieren. Wenn Sie mit Rapsöl gute Erfahrungen machen, ist das auch für Sie ein guter Weg.

Sonja: Hallo, ganz tolle Sendung ... Kann man bei Ihnen einen Termin bekommen ... LG Sonja

Dr. Anne Fleck: Ja.

Verena: Hallo Frau Dr. Fleck, meine Großmutter ist 71 und leidet unter folgenden rheumatischen Beschwerden: Schmerzen in den Händen sowie in den Armen. Leider ernährt sie sich auch nicht gesund und bewusst wie in Ihrem Beitrag beschrieben. Sie nimmt lediglich Medikamente dagegen ein und lässt sich regelmäßig von einem Osteopathen massieren. Wie kann ich ihr helfen und sie ermutigen, ihre Ernährung umzustellen?

Dr. Anne Fleck: Ihre Großmutter hat ein Alter von 71 erreicht. Grundsätzlich will man älteren Menschen nicht vorschreiben, was sie essen sollen. Sie können sie aber gern ermutigen, neue Dinge auszuprobieren, wie zum Beispiel den Frühstücksquark und andere Rezepte. Das wird die Entzündungen hemmen.

Mimi: Hallo Frau Dr. Fleck, mein Sohn (8 Jahre) ist nach einer Salmonelleninfektion an reaktivem Rheuma erkrankt. Trotz Mtx, Tnf-Blockern und Kortison flammen immer wieder Entzündungen an einzelnen Gelenken auf. Kann man es auch bei einem Kind mit Smoothies versuchen, und wenn ja, wie kann man dies kindgerecht tun? Welche Tipps gibt es sonst? Herzliche Grüße und vielen Dank!

Dr. Anne Fleck: Auf jeden Fall ist für ein Kind ein grüner Smoothie ein guter Weg.

Elfi: Ich hab seit sechs Jahren chronische Polyarthritis und nehme an Gewicht ab, trotz Kortison?

Dr. Anne Fleck: Entzündliche Erkrankungen steigern grundsätzlich den allgemeinen Grundumsatz. Eine dringliche Vorstellung beim Hausarzt rate ich Ihnen.

Robina: Wie bitte geht es nach den 3 Monaten Formula-Diät bei Menschen in der Gewichtsklasse des vorgestellten Herrn Falk mit der Ernährung konkret weiter?

Dr. Anne Fleck: Grundsätzlich durch Low-Carb-Ernährung, also ganz wenig Kohlenhydrate. Drei-Mahlzeiten-Prinzip, regelmäßiger Mahlzeiten-Ersatz durch ärztlich empfohlene Formula-Drinks und natürlich Bewegung. Der Patient befindet sich natürlich weiter in ärztlicher Kontrolle.

Cabu: Erfahrungsgemäß ist das Gemüseangebot im Laden als solches im Winter nicht gerade berauschend (oftmals sind die Knollen weich und die Blätter verwelkt). Kann man auch auf gefrorene Blätter (die man zum Beispiel im Sommer frostet) zurückgreifen? Oder können Sie Empfehlungen aussprechen, wie der "Großstädter" leckeres Grün im Winter finden kann?

Dr. Anne Fleck: Ja, Tiefgekühltes eignet sich gut.

Kerstin: Welches Risiko besteht bei vorhandenem HLA-B27-Gen, an Rheuma zu erkranken? Lässt sich dies durch Ernährung beeinflussen?

Dr. Anne Fleck: Das Gen sagt nur, dass Sie Merkmalsträger sind, Sie müssen also nicht daran erkranken. Eine ausgewogene Ernährung zur Vorbeugung ist natürlich trotzdem anzuraten.

Melina: Hallo, ich bin 16 Jahre und habe seit meinem fünften Lebensjahr Rheuma. Ich nehme 2 x die Woche Spritzen (Enbrel). Was kann ich so als Teenager machen, da ich noch zu Hause wohne und nicht selbständig bin?

Dr. Anne Fleck: Wie meiner Patientin Xenia in der Sendung empfehle ich auch Ihnen den Frühstücksquark und Smoothies in der ausgewogenen Ernährung.

Ben: Ich habe Morbus Bechterew. Kann ich ebenfalls die "Rheuma-Diät" anwenden? Gruß Benjamin

Dr. Anne Fleck: Ja! Natürlich brauchen Sie ihren Rheumatologen als fachärztlichen Betreuer im Hintergrund.

Gaby: Hallo Frau Fleck, mit viel Interesse schaue ich mir Ihre Sendung jede Woche an. Ich habe eine großflächige Schuppenflechte an beiden Knöchelinnenseiten. Mit starken Entzündungen und Schwellungen. Könnten Sie mir dabei auch helfen? Ich war bereits in zwei Uni-Kliniken und bei mehreren Hautärzten. Aber alle haben mir nur Kortisonsalben verschrieben. Auch bei einer Heilpraktikerin war ich in Behandlung. Aber die Hilfe ist nur sehr kurzfristig. Die Stellen an den Beinen werden aber immer größer, und sie jucken ganz schrecklich.

Dr. Anne Fleck: Es empfiehlt sich eine fachärztliche Vorstellung mit der Frage einer intensiveren Medikation. Zusätzlich ist eine ernährungsmedizinische Betreuung absolut angeraten.

Julia: Können die Migräne-Tipps auch bei einer hormonell bedingter Migräne helfen? Ich leide fast ausschließlich (wenige Ausnahmen im Jahr) nur in der Pillenpause unter Migräne. Danke und LG, Julia

Dr. Anne Fleck: Eine Kohlenhydrat-Reduktion und Fettsäuregabe wäre aus meiner Sicht absolut empfehlenswert.

Zara: Hallo Dr. Fleck, ich habe seit zwei Wochen geschwollene Füße, eine genaue Diagnose habe ich noch nicht. Wenn ich sie habe, würde ich mich gerne bei Ihnen beraten lassen. Wird eine Ernährungsberatung von der Kasse übernommen? Gruß aus Berlin, Z.

Dr. Anne Fleck: Fragen Sie bei Ihrer Kasse an, was übernommen werden kann. Gerne helfen wir Ihnen weiter.

U-L: Guten Abend, Frau Fleck, welcher Käse ist bei Rheuma ratsam?

Dr. Anne Fleck: Ausdrücklich empfehle ich, sich nicht zu stark einzuschränken. Auch der Genuss ist wichtig.

Michi: Ist bei Gelenkerkrankungen generell Low Carb gut, wenn man Schweinefleisch weglässt? Und mit Smoothies ergänzt?

Dr. Anne Fleck: Für gesunde Menschen gibt es keine große Einschränkung im Fleischkonsum. Für Rheuma-Kranke gilt es jedoch, den Fleischverzehr einzuschränken, vor allem Schweinefleisch.

Charles Stanley Walker: Ich habe Sarkoidose und möchte gerne wissen, ob die Ernährung gegen Rheuma da auch helfen würde. Vielen Dank!

Dr. Anne Fleck: Eine fachärztliche Anbindung ist bei Sarkoidos unabdingbar. Eine zusätzliche ernährungsmedizinische Betreuung ist ebenfalls angeraten.

locke: Hallo, ich habe eine Regenbogenhaut-Entzündung, soll mich an einen Rheumatologen wenden, nur nimmt mich niemand an. In ganz Berlin nicht. Ich habe die letzten zwei Jahre mich einer Chemotherapie sowie Bestrahlung unterziehen müssen, hatte aber schon davor viele Probleme mit meinen Händen sowie Gelenken. Ich würde mich über eine Empfehlung, was ich tun kann, freuen. Ich bin ratlos!

Dr. Anne Fleck: Ich weiß, wie schwierig die rheumatologische Versorgung in unserem Land ist. Wenden Sie sich auch an die Rheuma-Liga, um einen zügigen Termin zu bekommen. Ernährungsmedizinisch empfehle ich Ihnen auch den Frühstücksquark als antientzündliche Strategie.

Mathias Kröplin: Hallo Frau Dr. Fleck, unser Sohn ist jetzt 13, und im Herbst letzten Jahres wurde Rheuma diagnostiziert, noch keine schwere Form, aber immerhin. Er ist groß gewachsen und isst entsprechend gern und viel, ohne dabei dick zu sein. Wie können wir über seine Ernährung das Rheuma beeinflussen, ohne ihn zu "verprellen"? Mathias Kröplin

Dr. Anne Fleck: Man sollte Ihren Sohn nicht zu stark einschränken, jedoch ist eine Ernährung mit hohem Anteil an Gemüse und Obst, hochwertigem Eiweiß, wenig Fleisch und guten Fetten sowie mit Walnüssen oder Mandeln eine sinnvolle Strategie, um ihm langfristig durch die Ernährung Linderung zu verschaffen. Achten Sie auch darauf, beim Braten nur Fette zu verwenden, die hoch erhitzbar sind, zum Beispiel Kokosfett. Olivenöl gehört entgegen weit verbreiteter Meinung nicht in die "zu heiße" (über 180 Grad) Bratpfanne! Durch zu hohes Erhitzen werden viele gesundheitsfördernde Wirkungen der Öle zerstört und Entzündungen potenziell gefördert. Für Rheuma-Patienten empfehle ich generell, öfter Speisen im Ofen zu garen.

  • Teil 1:
  • Teil 2: Das Chatprotokoll zum Nachlesen

Dieses Thema im Programm:

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