Stand: 27.01.2015 10:31 Uhr

Chat zu Rheuma, Migräne und Adipositas

Bild vergrößern
Ernährungsmedizinerin Anne Fleck hat in Hamburg eine rheumatologische Schwerpunktpraxis.

Essen als Medizin: Was muss ich insbesondere bei Rheuma oder Migräne beachten? Und wie gehe ich bei starkem Übergewicht vor?
Nach der dritten Folge von Die Ernährungs-Docs war Dr. Anne Fleck im Studio. Die erfahrene Ernährungsmedizinerin und Rheumatologin hat Ihre Fragen beantwortet.

Achim: Hallo. Ich wiege selbst auch 150 kg und würde gerne wissen, welche Flüssignahrung Sie aufgeschrieben haben. Und meine zweite Frage: Wird das vom Hausarzt auf Rezept verschrieben? Oder muss ich vielleicht vorher mit meiner Krankenkasse wegen der Kostenübernahme das besprechen? Danke im Voraus für ihre Antwort.

Dr. Anne Fleck: Es würde sich empfehlen, auf ärztliche Formula-Diäten zurückzugreifen. Diese sind mit hochwertigen Proteinen ausgestattet. Oft sind die im Handel erhältlichen Produkte noch sehr kohlenhydrathaltig. Auf jeden Fall würde ich an Ihrer Stelle mit der Krankenkasse Kontakt aufnehmen und eine ernährungsärztliche Behandlung beantragen.

Manu: Hallo Frau Dr. Fleck, wie wäre die Ernährung bei einen BMI über 30, Hashimoto-Schilddrüsenunterfunktion sowie einer Refluxerkrankung? Worauf muss ich achten? Was kann ich mit einer bewussten Ernährungsumstellung verändern? Vielen Dank im Voraus.

Dr. Anne Fleck: Als Erstes sollte Ihre Schilddrüsenunterfunktion ärztlich behandelt werden, da eine Unterfunktion sicherlich eine Ursache für ihre Neigung zu Übergewicht ist. Zum Reflux: Zu jeder Mahlzeit ist eine eiweißhaltige Beilage ratsam.

Dani: Guten Abend, mein Mann (44) hat 2-3 x pro Woche Migräne, die er mit Medikamenten (Triptane) eigentlich ganz gut im Griff hat, was aber nicht gesund sein kann. Auslöser für die Migräne konnten bislang nicht ausgemacht werden. Welche Ernährungsempfehlungen gibt es für erwachsene Männer? Daniela L.

Dr. Anne Fleck: Es empfiehlt sich eine Reduktion von stark zuckerhaltigen Nahrungsmitteln und eine Betonung der Ernährung mit Eiweiß und hochwertigen Fettsäuren. Desweiteren ist eine Reduktion von histaminhaltigen Nahrungsmitteln ggf. eine Möglichkeit. Dies sollte individuell von Ihnen ausprobiert werden (Histamine stecken zum Beispiel in Salami,  Bananen oder Erdbeeren). Konserven, Zusatzstoffe, Farbstoffe und generell Fertigprodukte möglichst wenig verzehren.

Wicats: Können Sie eine Formula-Diät empfehlen? Man kann ja verschiedene Formula-Diäten in der Apotheke kaufen.

Dr. Anne Fleck: In Sachen Formula-Diät gibt es ein weites Spektrum. Aus meiner Sicht empfehle ich Produkte mit hochwertigen Milch- und Molkeproteinen und geringen Anteilen von Sojaproteinen sowie mit einem niedrigen Gehalt an Kohlenhydraten.

Carina: Hallo, können Sie für alle Formen von entzündlichem Rheuma die gezeigte Diät mit grünen Smoothies empfehlen, d. h. auch bei rheumatoider Arthritis? MfG Carina

Dr. Anne Fleck: Grundsätzlich empfiehlt sich eine Ernährung mit hochwertig gepressten Omega-3-haltigen Ölen, wie etwa Leinöl, Weizenkeimöl, in Kombination mit Eiweiß, etwa Magerquark - siehe die Rezeptempfehlungen hier auf der Website. Die Empfehlungen sind für jeden Rheumatiker ratsam, auch mit Zugabe von Omega-3-haltigen Ölen.

Medina: Sehr geehrte Frau Dr. Fleck, ich leide seit vielen Jahren unter Rheuma, zurzeit habe ich einen Schub mit Fieber, starken Bauchschmerzen und Gliederschmerzen. Wie sollte ich meine Ernährung umstellen? Gibt es die Möglichkeit einer persönlichen Beratung bei Ihnen? Liebe Grüße Medina

Dr. Anne Fleck: Ja!!! Natürlich können Sie natürlich gern mit mir Kontakt aufnehmen unter www.docfleck.com.

gustav: Hallo, ich weiß, es passt nicht ganz ins Thema. Ich habe MS, Neurodermitis, Asthma uns zwei Hände voll Allergien. Ich habe das Gefühl, dass es immer schlimmer wird, und das Kortison wird immer mehr. Scheinbar gibt es keinen ganzheitlichen Blick auf das alles. Welchen Ansatz würden Sie empfehlen?

Dr. Anne Fleck: Das Vorliegen zweier entzündlicher Erkrankungen lässt sich sicher mit einer Omega-3-reichen Ernährung positiv beeinflussen. Das wird auch Ihren Kortisonbedarf senken. Trotzdem empfiehlt sich eine ernährungsmedizinische Beratung.

Julia: Hat ein Patient mit rheumatischer Arthritis einen besonderen erhöhten Nährstoffbedarf? Wenn ja, welchen? Danke für die gute Sendung! Liebe Grüße! Julia

Dr. Anne Fleck: Patienten mit rheumatischen Erkrankungen haben grundsätzlich einen erhöhten Nährstoffbedarf. Es empfiehlt sich eine Nahrungsergänzung mit Zink, Selen und hochwertigen Omega-3-Fettsäuren. Weil Sie eine weibliche Patientin sind, empfehle ich Ihnen zusätzlich noch eine Überprüfung des Eisenspiegels.

Dorothea: Hallo Frau Dr. Fleck, wo finde ich die Rezepte für die Smoothies ?

Dr. Anne Fleck: Sehr gute Rheuma- und Smoothie-Rezepte gibt es hier auf den NDR-Seiten.

vivaldine: Hallo, kann ich den Bedarf von Omega-3-Fettsäuren auch über Ernährungszusatzstoffe zu mir nehmen? Also in Tablettenform? Viele Grüße, Andrea

Dr. Anne Fleck: Omega-3-Fettsäuren sind aus meiner Sicht nicht durch Fischölkapseln zu ersetzen (Schadstoffbelastung), sondern durch hochwertige Omega-3-Öle und zum Beispiel Krill-Kapseln.

SYvonne.S: Gilt diese Ernährungsform für Rheuma auch bei Psoriasis mit Gelenkbeteiligung? Yvonne S.

Dr. Anne Fleck: Ja.

natti: Hallo, mein Sohn leidet immer wieder unter Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, und er hat ADHS. Gibt es hierzu auch eine Diätempfehlung? LG

Dr. Anne Fleck: Ihr Sohn scheint eine sehr komplexe Beschwerde-Symptomatik zu haben. Sie sollten sich die Chance auf eine umfangreiche Beratung nicht entgehen lassen. Die Herzrhythmusstörung sowie ADHS müssen jedoch - vor einer ernährungsmedizinischen Betreuung - fachärztlich abgeklärt sein.

Eva: Sind nicht bei entzündlichen Erkrankungen grundsätzlich Chlorophyll-haltige Lebensmittel zu empfehlen?

Dr. Anne Fleck: Ja.

Kati: Hallo, haben Sie Erfahrung mit geeigneten Smoothies bei Morbus Bechterew und Gelenkrheuma?

Dr. Anne Fleck: Grundsätzlich empfehlen sich grüne Smoothies: 50 % Gemüse, 50 % Obst, dazu rate ich Zitronensaft und hochwertige Öle zu geben. Keine Angst vor Fetten. Gutes Fett macht schlank und schlau.

Katharina: Hallo, ich habe seit sechs Jahren Fibromyalgie und habe unter anderem oft starke Muskelschmerzen am ganzen Körper, Kopfschmerzen und geschwollene Hände. Wie kann ich die Krankheit mit meiner Ernährung positiv beeinflussen? Danke und Grüße, Katharina

Dr. Anne Fleck: Die Fibromyalgie ist ein Erkrankungsbild mit hohem Leidungsdruck. Eine rheumatische Grunderkrankung sollte unbedingt ausgeschlossen werden. Es empfiehlt sich eine Low-Carb-Methode, also Kohlenhydrate (Weißbrot, Süßigkeiten etc.) reduzieren.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 18.07.2016 | 21:00 Uhr

Divertikulose erkennen und behandeln

Divertikulose ist eine Darmerkrankung, bei der sich schwere entzündliche Schübe entwickeln können. Ballaststoffreiche Kost und gründliches Kauen verhelfen zu Beschwerdefreiheit. mehr

Fußpilz erkennen und behandeln

Rund jeder dritte Deutsche steckt sich irgendwann mit Fußpilz an. Die Hauterkrankung kann schlimme Folgeinfektionen nach sich ziehen - lässt sich aber recht gut bekämpfen. mehr

Diabetes Typ 1 erkennen und behandeln

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit. Betroffene müssen Insulin spritzen und den Energiegehalt ihrer Nahrung richtig einschätzen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. mehr

Aktuell informiert

Newsletter der Ernährungs-Docs

Nichts verpassen: Lassen Sie sich per E-Mail über die kommende Sendung, Ernährungsempfehlungen der Docs und über leckere, gesunde Rezepte informieren. mehr