Die Rostock Seawolves feiern nach dem Rückspiel in Tübingen den Gewinn der ProA-Meisterschaft. © Imago / Ulmer Pressebildagentur

Rostock Seawolves: Große Lust auf die große BBL-Bühne

Stand: 28.09.2022 14:55 Uhr

Endlich oben angekommen - die Rostock Seawolves gehören zum ersten Mal dem Feld der besten 18 deutschen Basketball-Mannschaften an. Die Mecklenburger gehen die große Herausforderung BBL mit Respekt an, nicht jedoch mit Angst. Der Teamcheck.

von Christian Görtzen

Etwas gedulden muss sich der Neuling aus dem Norden aber noch, ehe das erste Bundesligaspiel der Seawolves ansteht. "Dass wir erst am 9. Oktober mit einem Heimspiel gegen Ulm in die Saison starten werden, liegt darin begründet, dass wir den Spielplan vom Absteiger Gießen quasi geerbt haben und Termine lange im Vorfeld feststanden. In Kombination mit den Verfügbarkeiten in der StadtHalle Rostock hat sich dadurch unser Saisonauftakt um eine Woche verschoben", erklärte der Sportliche Leiter der Seawolves, Jens Hakanowitz.

So lief die vergangene Saison

Bei den Seawolves würden sie vermutlich mit Leichtigkeit flugs zahlreiche Superlative finden, um den Verlauf der vergangenen Saison zu beschreiben, darunter mit einiger Sicherheit "fantastisch", "grandios" und "perfekt". Und das ist auch alles vollkommen berechtigt, schließlich wurde für den 1994 gegründeten Club in der Saison 2021/2022 der zweitklassigen ProA ein langgehegter Traum wahr. Unter Trainer Christian Held erreichten die "Seewölfe" ihr großes Ziel Bundesliga-Aufstieg, und als Kirsche obendrauf sicherten sie sich im Anschluss daran auch noch die ProA-Meisterschaft.

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Die Spieler der Rostock Seawolves feiern mit ihren Fans vor dem Rathaus in Rostock ihren Aufstieg. © picture alliance/dpa Foto: Danny Gohlke

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Als Hauptrunden-Zweiter hinter Tübingen hatten sich die Norddeutschen im Viertelfinale nach dem Modus "best of five" souverän mit 3:0 Siegen gegen Karlsruhe durchgesetzt. Im Halbfinal-Duell mit Jena gelang in der thüringischen Metropole durch ein Dreier in der letzten Sekunde das 77:76, das gleichbedeutend mit dem 3:1 nach Siegen war und damit den Aufstieg zur Folge hatte. Nach den Feierlichkeiten gewann Rostock auch noch in dem in Hin- und Rückspiel ausgetragenen Finale gegen Tübingen der Titelgewinn. Nach einem 81:73 in heimischer Arena glückte ein 78:77 bei den Tigers.

Wer kommt, wer geht

Die sportliche Leitung vertraut weitgehend jenen Spielern, die für den Sprung in die höchste Spielklasse gesorgt haben. Acht der zwölf im Kader stehenden Profis trugen zum Aufstieg bei, nur vier neue Akteure wurden verpflichtet. In Abwehr-Routinier Dennis Nawrocki (Giessen 46ers) verpflichteten die Rostocker einen Spieler mit BBL-Erfahrung. Zudem sollen die talentierten US-Amerikaner JeQuan Lewis (BC Kalev Tallinn), Selom Mawugbe (Santa Cruz Warriors) und Derrick Alston Jr. (Salt Lake City Stars) das Team verstärken.

Kapitän Michael Jost (eigene zweite Herren), Robert Montgomery Jr. (Neuklosterburg) sowie Brad Loesing und Chidera Azodiro verließen das Team.

Der Trainer: Christian Held als Chef, Vater Ralph als Assistent

Der Aufsteiger geht mit einem Rollenmodell an der Seitenlinie in die neue Saison, das in der BBL seinesgleichen sucht. Vater und Sohn trainieren die Seawolves - der 34 Jahre alte Filius Christian als Chefcoach, der 64 Jahre alte Ralph als dessen Assistent. Nach dem Ende der Saison 2020/2021 und dem Weggang des damaligen Trainers Dirk Bauermann stieg dessen Co-Trainer Christian Held zum Chef auf. Den freigewordenden Posten an seiner Seite besetzte er mit seinem Vater.

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Das Seawolves Trainergespann Christian (l.) und Ralph Held. © pciture alliance / dpa Foto: Oliver Kramer

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"Das hatte mehrere Gründe", sagte Christian Held beim gemeinsamen Besuch mit seinem Vater im Sportclub des NDR. "Da ist zum einen die unglaubliche Erfahrung, die er hat. Und zum anderen habe ich jemanden gesucht, der mir offen und ehrlich das sagt, was er denkt, und nicht das, was ich hören möchte. Dazu kommt natürlich noch die Qualität seiner Arbeit." Anders als im Privaten gebe es im Beruflichen für seinen Vater aber kein Vetorecht. "Da habe ich am Ende das letzte Wort, und ich muss das ja auch vertreten. Nein, da gibt es kein Veto", sagte Christian Held.

Erwartungen an die Saison

Da die Gegner nun nicht mehr Itzehoe Eagles, Kirchheim Knights oder Panthers Schwenningen heißen, sondern ALBA Berlin, Bayern München, Baskets Oldenburg oder Riesen Ludwigsburg sind bei den Rostockern Realitätssinn und auch Demut angesagt. Für Ehrfurcht aber, das stellten sie zügig klar, gebe es keinen Grund.

"Wenn die Hochkaräter nach Rostock kommen, wollen wir ready sein." André Jürgens, Seawolves-Sportvorstand

"Unser Ziel ist der Klassenerhalt. Auch wenn der Respekt vor den kommenden Gegnern in der BBL groß ist, gehen wir in jedes Spiel, um zu gewinnen", betonte Held. Ähnlich formulierte es Seawolves-Vorstand André Jürgens: "Unser Weg in die Erste Liga war weit. Jedes Spiel wird eine Herausforderung. Wenn die Hochkaräter nach Rostock kommen, wollen wir ready sein."

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Trainer Christian Held vom Basketball-Bundesligisten Rostock Seawolves © IMAGO / Eibner

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 09.10.2022 | 19:30 Uhr

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