Trainer Pedro Calles (M.) mit seinen Spielern MaCio Teague (l.) und Bennet Hundt © IMAGO/Wolter

Quo vadis? Die Baskets Oldenburg im Jahr eins nach Paulding

Stand: 28.09.2022 14:54 Uhr

Die Baskets Oldenburg blicken voller Ungewissheit in die neue BBL-Saison. Nach der schlechtesten Spielzeit seit Langem und einem großen Umbruch lief es in der Vorbereitung noch nicht rund. Doch der neue Trainer will die "Donnervögel" zu altem Glanz führen.

So lief die vergangene Saison

Der Saisonstart hatte allenfalls Böses vermuten lassen. Je einem Heimsieg in der BBL und in der Champions League standen zwei Auswärtsniederlagen in der Liga und eine Pleite im Pokal in Frankfurt gegenüber. Dann aber brach das Unglück über die Baskets herein. Nur eines der folgenden 19 Pflichtspiele konnten die "Donnervögel" für sich entscheiden. Die Baskets waren Anfang dieses Jahres Letzter - und hatten nur Glück, dass einige Konkurrenten ähnlich schlecht unterwegs waren. Die Misere forderte ein sehr prominentes Opfer: Trainerikone Mladen Drijencic wurde als Trainer abgelöst - und die Mannschaft umgebaut.

Das 109:73 gegen Heidelberg am 2. Februar wurde zum Wendepunkt. Der Rest der Saison lief deutlich besser, die Oldenburger zeigten wieder bekannte Qualitäten. Einige Male knackten die Niedersachsen die 100-Punkte-Marke. Höhepunkt war der 106:75-Sieg gegen die Bayern. Der Klassenerhalt war am Ende Formsache: Mit zehn Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge waren die Baskets am Ende Elfter.

Wer kommt, wer geht?

Die neue Saison ist die erste nach dem Karriereende von Rickey Paulding. Der Small Forward aus den USA, der über Jahre das Spiel der "Donnervögel" prägte, wird nicht eins zu eins zu ersetzen sein und eine große Lücke hinterlassen. Auch Martin Breunig (MBC), Max Heidegger, Sebastian Herrera (Bonn) Reggie Lynch, Michal Michalak, Phil Pressey, Tai Odiase und Cameron Clark haben Oldenburg verlassen.

"Der Star ist das Team." Baskets-Boss Hermann Schüller

Doch wer sind die neuen Leitwölfe? Mit Center Norris Agbakoko, Power Forward T.J. Holyfield, Bennet Hundt und Alen Pjanic sind gerade einmal vier Spieler geblieben. Aus Hamburg hat Calles Shooting Guard Max DiLeo mitgebracht - er wurde prompt zum neuen Baskets-Kapitän. DeWayne Russell ist als Spielmacher fest eingeplant. Der US-Amerikaner, der die BBL aus Zeiten in Crailsheim kennt, spielte zuletzt genauso im europäischen Ausland wie Trey Drechsel und Tanner Leissner. Kenneth Ogbe (Bamberg) und Owen Klassen (Braunschweig) spielten zuletzt bereits in der BBL, MaCio Teague kommt vom G-League-Club Salt Lake City Stars.

Trainer Pedro Calles

Auf dem Oldenburger Trainerposten herrschte lange Jahre Kontinuität. Nun steht nach Alen Abaz und Ingo Freyer, der den Club zum Klassenerhalt führte, binnen weniger Monate mit Pedro Calles schon der dritte Chefcoach an der Seitenlinie. Letzterer kam nach der abgelaufenen Saison von den Hamburg Towers und will die Niedersachsen zurück zu alter Stärke führen - "attraktiv, aggressiv, effektiv" soll sein neues Team spielen.

"Der Club hat in seiner Historie sehr viele Dinge richtig gemacht und gehört zu Recht zu den besten Organisationen in der BBL", sagte der 38-Jährige, der einst berichtet hatte, dass ihm die Underdog-Rolle eigentlich am liebsten sei. In Hamburg sorgte der Spanier, der zuvor auch schon bei Rasta Vechta erfolgreich gearbeitet hatte, für Aufregung, als er vor Beginn der Bundesliga-Play-offs seinen Abschied von den Towers verkündet hatte. Oldenburg will er nun "sportlich wieder dahin zu bringen, wo es hingehört".

Erwartungen an die Saison:

Am 1. Spieltag treten die Baskets am 2. Oktober bei den Merlins Crailsheim an. Der Sportliche Leiter Srdjan Klaric ist sich sicher, dass der neu zusammengestellte Kader für "Charakter und Kampfgeist" steht. Das seien die Schlüsselkriterien bei der Auswahl der Spieler gewesen. Kein Wunder nach den Erfahrungen in der vergangenen Saison.

Doch die Generalprobe ging krachend daneben. Zweimal duellierten sich die Oldenburger mit Liga-Konkurrent Bonn - je einmal zu Hause und einmal auswärts - und beide Male gab es klare Niederlagen. Nach dem 70:104 in der heimischen Arena vor 5.145 Fans, sah es beim 75:96 (29:54) nur unwesentlich besser aus.

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Zu was die "Donnervögel" in dieser Saison im Stande sein werden, wissen sie wohl selbst noch nicht so genau. Die Fans haben ihren Glauben an ihr Team allerdings noch lange nicht verloren - gut 3.700 Dauerkarten wurden bereits verkauft. Auf Anfrage von NDR.de teilten die Baskets mit, dass bis zum ersten Heimspiel (5. Oktober) rund 3.800 Dauerkarten verkauft werden sein sollen. Vor dem dritten Saisonspiel (9. Oktober) gegen ALBA Berlin wird Rickey Paulding, der dafür aus den USA anreist, von der BBL mit dem "Pascal Roller Award" für den beliebtesten Spieler" der Vorsaison ausgezeichnet. Dann dürfte auch dem letzten klar sein, dass in Oldenburg eine neue Zeitrechnung begonnen hat. Jahr eins nach Paulding.

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 02.10.2022 | 22:50 Uhr

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