THW-Trainer Filip Jicha (links) und SG-Trainer Maik Machulla © imago images / Holsteinoffice

HBL-Meister: Kiel oder Flensburg, ist das wieder die Frage?

Stand: 08.09.2021 13:34 Uhr

Die Handball-Bundesliga startet heute in die neue Saison und es läuft scheinbar einmal mehr auf die Frage hinaus: THW Kiel oder SG Flensburg-Handewitt, wer holt den Titel? Oder können andere Teams den namhaften Nordclubs gefährlich werden?

Die deutsche Handball-Meisterschaft war zumindest in den vergangenen vier Jahren eine rein schleswig-holsteinische Angelegenheit. Flensburg holte 2018 und 2019 die Meisterschale in den hohen Norden, 2020 und 2021 triumphierte der THW in denkbar knappen Duellen mit dem ewigen Nordrivalen. Und 2022? "Es wird wieder auf einen Zweikampf zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt hinauslaufen", prophezeit Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga (HBL).

Kampfansagen vom Rest der Liga in Richtung des dominierenden Nord-Duos? Fehlanzeige. Auch Torsten Jansen, Trainer des Aufsteigers HSV Hamburg, glaubt an ein "wie immer ganz enges Rennen zwischen den Top-Teams" aus Kiel und Flensburg, bringt aber immerhin die zweite Reihe ins Spiel. "Auch die Rhein-Neckar Löwen, Melsungen oder die Füchse Berlin könnten da ein Wörtchen mitreden."

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HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann erwartet gar ein "sehr offenes und spannendes" Titelrennen. "Die Mannschaften müssen die kleine Lücke zu Kiel und Flensburg aufholen. Da hat sich insbesondere der SC Magdeburg gemacht - und auch die Füchse Berlin", sagte Bohmann im NDR Interview. "Bei den Rhein-Neckar Löwen weiß man nicht ganz genau, wie der Generationswechsel stattgefunden hat. Auf Dauer sind sie aber auch ein Meisterschaft-Kandidat. Und auf die Explosion von Melsungen warten wir alle. Die wird irgendwann kommen."

Machulla: "Kiel ist am besten besetzt"

Die Konkurrenz schiebt die Favoritenrolle fast einhellig den beiden Nordclubs zu. "Bereits in der vergangenen Saison hat sich zwischen diesen beiden Teams und dem Rest der Liga ein Leistungsunterschied abgezeichnet", sagte Roi Sánchez, Trainer des TVB Stuttgart. "Mit dem Comeback von Nikola Bylik bei den Kielern und den Verpflichtungen von Emil Jakobsen, Aaron Mensing, Anton Lindskog und Kevin Møller bei der SG sind diese Mannschaften meiner Meinung nach in dieser Spielzeit noch stärker einzuschätzen."

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Die Flensburger selbst verweisen bei der Frage nach dem Titelfavoriten auf den Erzrivalen. "Meister wird der THW Kiel, weil er noch immer den eingespieltesten und den besten Kader hat", so SG-Coach Maik Machulla. "Sie sind von der Qualität, der Breite und der Erfahrung her am besten aufgestellt." Das ist nicht von der Hand zu weisen. Auch wenn THW-Manager Viktor Szilagyi in den Lobhudeleien ein "bisschen Taktik" sieht, als THW Kiel müsse man die Favoritenrolle annehmen, so der Geschäfftsführer.

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Ein großer Vorteil dürfte für die "Zebras" der Faktor Zuschauer sein. Die Kieler dürfen 9.000 Fans in ihre Halle lassen, während andere Clubs im deutschen Corona-Maßnahmen-Flickenteppich mit weitaus weniger Unterstützung zurechtkommen müssen. Ab dem 20. September sollen in Schleswig-Holstein im Zuge der neuen Corona-Verordnung der Landesregierung sogar die Obergrenzen für Zuschauer in Hallen und Stadien komplett fallen. "Wir haben in Schleswig-Holstein über 70 Prozent doppelt Geimpfte. Mehr Schutz als durch Impfung gegen Corona wird es in den nächsten Jahren nicht geben", sagte Ministerpräsident Daniel Günther. "Jetzt muss der Weg in die Normalität eingeleitet werden."

Derby Kiel - Flensburg schon am dritten Spieltag

Auf der Platte geht es für Favorit Kiel schon früh ans Eingemachte. Nach dem zumindest vom Papier her leichten Heimauftakt am heutigen Mittwoch (19.05 Uhr) gegen die HSG Balingen-Weilstetten geht es für den Meister am Sonnabend (20.30 Uhr) nach Melsungen, ehe bereits am 19. September (13.40 Uhr) in eigener Halle das Derby gegen die SG Flensburg-Handewitt ansteht. Die Titelfavoriten sind dann schon das erste Mal unter sich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 08.09.2021 | 23:03 Uhr

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