Stand: 09.07.2019 20:49 Uhr

Arp beim FC Bayern: Gekommen, um zu wachsen

Ex-HSV-Profi Fiete Arp bei seiner Vorstellung beim FC Bayern München.

Während sich seine ehemaligen Mitspieler vom Fußball-Zweitligisten Hamburger SV auf die kommende Saison vorbereiten, in der wieder Duelle mit Clubs wie dem SV Sandhausen, Jahn Regensburg oder dem 1. FC Heidenheim anstehen, ist das große Sturm-Talent Fiete Arp in ganz anderen Flughöhen unterwegs. Der einstige Liebling der HSV-Fans reist in wenigen Tagen mit seinem neuen Verein FC Bayern München in die USA. Die dortigen Gegner beim International Champions Cup, einem hochkarätig besetzten Vorbereitungsturnier, heißen: Arsenal London, Real Madrid, AC Mailand.

"Es war für mich keine schwere Entscheidung"

Weitere Informationen

Sommerfahrplan HSV

Der Hamburger SV bereitet sich unter anderem in Österreich auf die neue Zweitliga-Saison vor. Der Sommerfahrplan des HSV im Überblick. mehr

Am Dienstagnachmittag wurde der 19-Jährige - im Beisein seines Trainers Niko Kovac - offiziell vorgestellt. Auf die Frage eines Münchner Journalisten, wer oder was ihn davon überzeugt habe, zum deutschen Rekordmeister zu wechseln, entgegnete der gebürtige Bad Segeberger: "Vom FC Bayern überzeugt zu werden, ist recht einfach, weil es in Deutschland keinen vergleichbaren Verein gibt. Es war für mich keine schwere Entscheidung." Schon vor Jahresfrist hatte der Wechsel festgestanden. Dieser war nur nicht offen kommuniziert worden, Arp beteuerte seine Zuneigung zum Rautenclub. Letztlich endete das alles in einem PR-Desaster.

"Bayerischer Plausch" eine Hürde

Im T-Shirt des FC Bayern räumte der Youngster ein, dass er in seiner neuen Heimat noch mit einer Sache so seine Probleme habe - mit dem bayerischen Idiom. "Erst mal muss ich mich natürlich an die Sprache gewöhnen. Wenn hier die Eigengewächse den bayerischen Plausch auspacken, wird's schon schwer, da mitzukommen", sagte der blonde Norddeutsche, der während seiner Zeit in der deutschen U17 (wie vor ihm schon Mario Götze, Leon Goretzka und Timo Werner) die Fritz-Walter-Medaille in Gold erhalten hat. Ansonsten sei das Einleben in der Isar-Metropole und bei seinem neuen Club gut verlaufen: "Es ist auf jeden Fall überwältigend, wie riesig dieser Verein wirklich ist." München sei dagegen ein bisschen kleiner, familiärer als Hamburg.

Beim HSV in der Entwicklung stehengeblieben

Weitere Informationen

HSV: Warum es richtig ist, dass Arp jetzt geht

Sturmtalent Fiete Arp geht zum Bayern-Starensemble nach München, obwohl er noch bei seinem Herzensverein HSV hätte bleiben können. Eine gute Entscheidung des 19-Jährigen. mehr

In seiner Entwicklung war Arp, der von den HSV-Fans in Anlehnung an Idol Uwe Seeler schon als "Uns Fiete" und "Jahrhunderttalent" gefeiert worden war, zuletzt auf der Stelle getreten. In der vergangenen Saison kam er lediglich auf 17 Einsätze im Profiteam, zwölfmal wurde er ein-, viermal ausgewechselt. Lediglich ein Tor und eine Vorlage kann er vorweisen. Nicht zuletzt diese magere persönliche Bilanz dürfte dazu geführt haben, dass der Drei-Millionen-Euro-Transfer schon Ende Juni in das Training der zweiten Mannschaft des FC Bayern eingestiegen ist. "Bisher bin ich guter Dinge, dass ich mich hier auf lange Zeit wohlfühlen kann", sagte Arp, den Kovac einen Profi mit "einem sehr großen Potenzial" nannte.

Lewandowski als Idol und Vorbild

"Er ist ein Spieler, der in seinem Jahrgang sicherlich seinesgleichen sucht. Aber er ist auch ein Männerspieler geworden, in einem großen Club angekommen. Hier sind die Ambitionen andere. Er muss jetzt versuchen, in relativ kurzer Zeit alles aufzusaugen, von seinen Idolen zu lernen, die vor ihm spielen", sagte der Bayern-Coach. Arp fiel es leicht, ein solches Idol zu benennen. "Es liegt auf der Hand, dass es in Robert Lewandowski, dem erfolgreichsten Stürmer in Deutschland und einem der erfolgreichsten weltweit, für einen 19-Jährigen keinen Besseren gibt, von dem man sich etwas abschauen kann. Dafür ist er der perfekte Spieler für mich", sagte Arp.

Kovac sagte, dass der junge Norddeutsche sicherlich seine "Minuten" im Profiteam bekommen werde. Auch über die zweite Mannschaft gebe es eine gute Möglichkeit, sich zu entwickeln. Kovac: "Unser Ziel ist es, aus ihm einen sehr guten Spieler zu machen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 2 Sport | 09.07.2019 | 22:40 Uhr