Stand: 19.08.2019 18:28 Uhr

Fall Jatta: Auch Bochum protestiert gegen HSV-Sieg

Bakery Jatta spielte beim Heimsieg des HSV gegen den VfL Bochum am Freitag durch.

Der Fall Bakery Jatta ist um ein weiteres Kapitel reicher: Wegen der ungeklärten Situation um den HSV-Spieler hat nach dem 1. FC Nürnberg am Montag auch der VfL Bochum Protest gegen die Wertung des Zweitliga-Spiels gegen den Hamburger SV eingelegt. Bei ihrer 0:1-Niederlage in der Hansestadt hatte Jatta am Freitagabend durchgespielt. Der Protest erfolgte "zur Fristwahrung und in Wahrnehmung seiner Verantwortung für die Mannschaft und das Vereinswohl", teilte der VfL bei Twitter mit. Ähnlich hatten sich zuvor schon die Nürnberger geäußert, die Einspruch gegen ihre 0:4-Heimpleite eingelegt hatten. Auch da stand Jatta in der Startelf.

Ermittlungen von DFB und Bezirksamt dauern an

Ein Bericht der "Sport Bild" hatte Zweifel an der Identität des Flüchtlings aus Gambia öffentlich gemacht. Jatta könnte demnach eigentlich einen anderen Namen haben und älter als von ihm angegeben sein. Derartige Bedenken sollen beim HSV schon im Januar 2016 vor Jattas Verpflichtung bestanden haben. Sein ursprünglicher Name könnte Bakery Daffeh lauten. Allerdings bestätigte der gambische Fußballverband damals die Identität Bakery Jattas und gab die Wechselfreigabe.

Die Zweifel sind aber offenbar noch immer nicht ausgeräumt. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte nach einer ersten Anhörung, zu der der Spieler in der vergangenen Woche von den HSV-Vorständen Bernd Hoffmann und Jonas Boldt sowie seinem Berater Efe Aktas begleitet worden war, jedenfalls noch keine Entscheidung getroffen. Auch die Ermittlungen des Bezirksamtes Hamburg-Mitte dauern weiter an.

DFB will erneute Stellungnahme des HSV

"Der Einspruch erfolgt im Hinblick auf die nach wie vor ungeklärte Situation um die Spielberechtigung des HSV-Spielers Bakery Jatta, wie sie sich aus den Medienberichten darstellt", hieß es in der Mitteilung der Bochumer. Der DFB kündigte an, den HSV anzuschreiben und um eine Stellungnahme zu den Vorwürfen zu bitten. Dabei hatten sich die Hamburger schon vor dem Nürnberg-Spiel bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) rückversichert, Jatta einsetzen zu dürfen.

Reaktion von Sportvorstand Boldt

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HSV-Sportvorstand Jonas Boldt sieht andere in der Beweispflicht.

Am Montagabend reagierte der HSV auf seiner Homepage mit einer Stellungnahme. "An unserer Haltung und unserer Position hat sich durch Bochums Einspruch nichts geändert. Wir stehen weiterhin voll und ganz hinter unserem Spieler und Mitmenschen Bakery Jatta. Mit seiner Aussage vor dem DFB-Kontrollausschuss hat er dazu beigetragen, schnellstmöglich für Klarheit in der Angelegenheit zu sorgen“, wird Sportvorstand Boldt zitiert. Weiter heißt es: "Wir sehen weiterhin keinen Grund dafür, ihn aufgrund von Verdächtigungen nicht einzusetzen. Ich wiederhole mich, aber wir sprechen hier über Einsprüche aufgrund von Spekulationen und Vermutungen, bei denen andere in der Beweispflicht sind. Das ist doch absurd! Wo soll das hinführen? Dann hagelt es bald in allen möglichen Ligen jede Menge Einsprüche gegen Spielwertungen. Ich erwarte diesbezüglich auch den Schutz des Spielers und unseres Clubs durch den DFB und die DFL, z.B. durch eine zeitnahe Entscheidung über den Einspruch des 1. FC Nürnberg."

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 19.08.2019 | 10:25 Uhr