Stand: 13.06.2020 17:55 Uhr

Klaassen-Gala: Werder siegt im Kellerduell

von Christian Görtzen, NDR.de
Werder Bremens Davy Klaassen feiert sein erstes Tor im Spiel beim SC Paderborn. © picture alliance/dpa Foto: Friedemann Vogel
Davy Klaassen erzielte in Paderborn seine Saisontore fünf und sechs.

Als am Sonnabend um 17:21 Uhr im Stadion des SC Paderborn der Schlusspfiff ertönte, stießen die Profis des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen Jubelschreie aus. An der Seitenlinie beglückwünschten sich Trainer Florian Kohfeldt, Betreuer und Ersatzspieler möglichst kontaktarm. Nicht wenige werden vor Erleichterung tief durchgeatmet haben. Werder hat dem immensen Druck standgehalten, hat die Partie beim Tabellenletzten Paderborn vor allem dank einer starken ersten Halbzeit mit 5:1 (3:0) gewonnen und neuen Mut im Kampf um den Klassenerhalt geschöpft.

Bremen weist nach dem 31. Spieltag nun 28 Zähler vor. Der Tabellenvorletzte hat mit Düsseldorf (0:1 gegen Borussia Dortmund) gleichgezogen, die auf dem Relegationsrang stehende Fortuna hat die um einen Treffer bessere Tordifferenz. Am kommenden Dienstag (20.30 Uhr) empfängt Werder den FC Bayern München, Düsseldorf spielt am Mittwoch bei RB Leipzig.

Werder mit furiosem ersten Durchgang

Kohfeldt hatte im Vergleich zum 0:1 gegen den VfL Wolfsburg eine Änderung an der Startelf vorgenommen: Für Philipp Bargfrede kam der flinke Milot Rashica, der in den ersten Spielen nach dem Re-Start aber zum Teil deutlich unter seinen Möglichkeiten geblieben war.

31.Spieltag, 13.06.2020 15:30 Uhr

SC Paderborn

1

Werder Bremen

5

Tore:

  • 0:1 Klaassen (20.)
  • 0:2 Osako (34.)
  • 0:3 Klaassen (39.)
  • 0:4 M. Eggestein (59.)
  • 1:4 Sabiri (66.)
  • 1:5 Füllkrug (90. +2)

SC Paderborn: Zingerle - Jans (46. Ritter), Rumpf, Strohdiek, Collins - Gjasula (64. Pröger), Vasiliadis, Evans (64. Sabiri), Antwi-Adjej (72. Holtmann) - S. Michel, Srbeny (46. Zolinski)
Werder Bremen: Pavlenka - Moisander, Vogt, Veljkovic - Gebre Selassie, M. Eggestein, Augustinsson (76. Friedl) - Klaassen (86. Groß), Rashica (59. Bargfrede) - Sargent (76. Selke), Osako (76. Füllkrug)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Auf den kosovarischen Nationalspieler sollten bald alle Augen gerichtet sein. Es kam wie folgt dazu: Nachdem Werder-Angreifer Josh Sargent in den Strafraum der Ostwestfalen eingedrungen war, spielte Jamilu Collins den Ball aktiv mit der Hand. Schiedsrichter Christian Dingert (Gries) entschied zu Recht auf Strafstoß für die Hanseaten, für die Rashica antrat. Er lief an, schoss hart, aber nicht platziert genug, sodass SCP-Keeper Leopold Zingerle mit einem starken Reflex parieren konnte (19.). Doch die Bremer setzten nach und eroberten sich sofort wieder den Ball. Theodor Gebre Selassie schlug die Kugel von der rechten Außenbahn in den Strafraum, wo Davy Klaassen hochstieg und aus zwölf Metern herrlich rechts oben einköpfte - 1:0 (20.). Beinahe wäre es ein kurzes Vergnügen geworden: Jan-Luca Rumpf zog im Strafraum ab, sein Schuss wurde aber noch geblockt (26.). Noch knapper war es, als Paderborns Kapitän Christian Strohdiek den Ball am Werder-Tor vorbeispitzelte (33.).

Und was machte Werder? Fand die perfekte Antwort. Nach Zuspiel von Rashica scheiterte Sargent an Zingerle, Yuya Osako staubte aber zum 2:0 (34.) ab. Doch damit nicht genug: Eine Kopfballvorlage von Milos Veljkovic schloss Klaassen mit einem herrlichen Volleyschuss zum 3:0 (39.) ab. Mit seinem sechsten Saisontor sorgte der Niederländer zur Pause für klare Verhältnisse.

Bremen befreit sich und macht alles klar

Yuya Osako, Torschütze im Spiel beim SC Paderborn, wird von seinen Werder-Teamkollegen Milot Rashica (l.) und Maximilian Eggestein in die Mitte genommen. © picture alliance/dpa Foto: Friedemann Vogel
Yuya Osako (M.) wird von Milot Rashica (l.) und Maximilian Eggestein für sein Tor gefeiert.

Bei Starkregen drehte Paderborn nach dem Wiederbeginn auf. Nach Zuspiel von Klaus Gjasula, der in der Partie seine 17. Gelbe Karte in dieser Saison sah und damit einen Bundesliga-Negativrekord aufgestellt hat, spitzelte Sven Michel den Ball an den Pfosten (51.). Werder war unter Druck - und befreite sich. Auf Zuspiel des überragenden Klaassen scheiterte Sargent zwar ein weiteres Mal an Zingerle, doch in seinem Rücken war Maximilian Eggestein zur Stelle und erhöhte auf 4:0 (59.). Der Tabellenletzte zeigte aber eine gute Moral, versuchte weiter alles und verkürzte durch Abdelhamid Sabiri auf 1:4 (66.).

In der 76. Minute kam bei Bremen noch Niclas Füllkrug zu seinem Comeback nach seinem Kreuzbandriss. Und es sollte ein besonders schönes werden. In der zweiten Minute der Nachspielzeit sorgte der Angreifer, der kurz zuvor beinahe die Gelb-Rote Karte gesehen hätte, auf Zuspiel von Marco Friedl für den 5:1-Endstand. "Dass das jetzt so passiert, ist natürlich Wahnsinn. Aber irgendwo glaube ich, dass ich es mir ein Stück weit verdient habe", sagte Füllkrug dem NDR. "Wir haben sehr hart zusammengearbeitet mit der Physio- und Reha-Abteilung. Das ist ein einfach nur ein toller Tag!"

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