Stand: 10.11.2019 10:20 Uhr

VfL Wolfsburg: Ratlos, hilflos, orientierungslos

Enttäuscht und ratlos: VfL-Spieler beim 1:3 gegen KAA Gent.

Rätselhaft war der Auftritt des VfL Wolfsburg im Heimspiel der Fußball-Europa-League gegen KAA Gent (1:3), ratlos danach die Spieler. "Ich weiß es nicht" - mit diesen Worten wurden in der Analyse so einige Sätze eingeleitet. So etwa durch Mittelfeldspieler Maximilian Arnold im Interview mit NDR 2. Auf die Frage, warum die Mannschaft nach starkem Beginn und der 1:0-Führung gegen den belgischen Kontrahenten so eingebrochen war, entgegnete der 25-Jährige: "Ich weiß es nicht. Vielleicht lag es daran, dass wir die ersten 30 Minuten zu gut gespielt haben. Vielleicht ist das einfach in den Köpfen drin gewesen, dass wir dann, ein, zwei Gänge weniger machen wollten und gemacht haben - so geht es natürlich nicht."

Zweifellos nicht, schließlich war es die dritte Pleite nacheinander für die "Wölfe", die mit 13 Pflichtspielen ohne Niederlage so stark, so hoffnungsvoll in die Saison gestartet waren. Plötzlich stehen das Team und sein Trainer Oliver Glasner vor dem Bundesliga-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen heute (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) schon ordentlich unter Druck.

Drei kräftige Watschen für Wolfsburg

Dass es so rapide bergab gehen würde, war bis zum 30. Oktober um 18.30 Uhr, dem Zeitpunkt des Anpfiffs der DFB-Pokal-Zweitrundenpartie gegen RB Leipzig, nicht einmal im Entferntesten abzusehen gewesen.

Beim VfL sah die Fußballwelt beinahe makellos aus. Dann aber folgten innerhalb nur weniger Tage drei kräftige Watschen, wie es der Österreicher Glasner wohl formulieren würde. 1:6 im Pokal gegen Leipzig, 0:3 in der Bundesliga bei Borussia Dortmund und nun am Donnerstag noch das 1:3 im Europapokal-Heimspiel gegen Gent. Egal, in welchem Wettbewerb die "Wölfe" derzeit antreten, von der spätsommerlichen Leichtigkeit des Saisonstarts ist nichts mehr übrig geblieben.

Warum nur? "Ich weiß es nicht", räumte Arnold nach dem Spiel gegen Gent ein. "Vielleicht liegt es daran, dass wir uns zu sicher sind, dass wir dachten, es läuft von allein so weiter", mutmaßte Arnold und stellte mit Blick auf das Spiel gegen Leverkusen eine Forderung auf: "Jetzt müssen wir schnellstmöglich den Schalter umlegen."

VfL-Spieler Steffen: Ausstrahlung fehlt

Auch Mitspieler Renato Steffen gestand nach der Partie gegen Gent seine Ratlosigkeit ein.

"Ich weiß nicht, was momentan in unseren Köpfen vorgeht", räumte der Schweizer im NDR Interview ein. Ähnlich wie Arnold ("vielleicht in den ersten 30 Minuten zu gut gespielt") zog auch er kurioserweise einen positiven Aspekt als eine Ursache für den Leistungsabfall heran. Das Tor zum 1:0 sei "wie negativ" gewesen, habe das Spiel des VfL gelähmt. "Wir müssen auf das zweite, dritte Tor gehen, dass wir einfach ein Spiel mal kaputt machen können und dem Gegner zeigen können, hier ist nichts zu holen. Momentan ist von dieser Ausstrahlung nichts zu sehen."

Dies gab auch Glasner zu: "Wir verlieren das Vertrauen in uns, und dann schaffen wir es momentan nicht, den Glauben an uns wiederzufinden, dass wir das Spiel noch drehen können." Viel Zeit, um sein verunsichertes Team wieder aufzurichten, das weiß der 45-Jährige, bleibt ihm nicht. Zwischen dem Schlusspfiff gegen Gent und dem Anpfiff gegen Leverkusen sind es keine 65 Stunden.

Mögliche Aufstellung VfL Wolfsburg

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 10.11.2019 | 23:00 Uhr