Die Wolfsburger Lukas Nmecha (l.) und Ridle Baku bejubeln ein Tor. © IMAGO / regios24

VfL Wolfsburg: Die neuen "Wölfe" sind hungrig und erfolgreich

Stand: 24.08.2021 12:42 Uhr

Trotz Testspielpleiten und des Wechselfehlers im DFB-Pokal läuft es beim VfL Wolfsburg. Die Niedersachsen grüßen zum ersten Mal seit 2011 von der Bundesliga-Tabellenspitze. Und der Blick auf den Kader zeigt: Perspektivisch geht sogar noch mehr.

Der VfL entwickelt sich zusehends zur Top-Adresse für große Talente. Neuzugang Luca Waldschmidt, der am Sonntag zu den "Wölfen" stieß, ist bereits der siebte Profi, der unter dem aktuellen U21-Nationalcoach Stefan Kuntz in der DFB-Nachwuchself spielte. Allein unter Kuntz kommen Waldschmidt, Maximilian Arnold, Yannick Gerhardt, Maximilian Philipp, Marvin Stefaniak, Ridle Baku und Lukas Nmecha auf 100 Länderspieleinsätze in der U21.

Arnold, Gerhardt und Philipp wurden 2017 Europameister, Baku und Nmecha holten den Titel in diesem Jahr. Mehr noch: Baku legte für Nmecha den Siegtreffer im Finale gegen Portugal auf. Zudem avancierte Nmecha zum Torschützenkönig des Turniers. Das war zwei Jahre zuvor, als sich Deutschland bei der EM den Vizetitel sicherte, auch Waldschmidt gelungen. Wolfsburg hat damit also die Torschützenkönige der beiden jüngsten U21-EM-Turniere im Kader.

VIDEO: "Ein Traum" - Erstes Bundesligator für Wolfsburgs Lukas Nmecha (3 Min)

Die VfL-Philosophie: Hungrige statt satte Profis

"Ich bin überzeugt von dem Weg des Clubs. Die Philosophie und Ambitionen des VfL decken sich zu 100 Prozent mit meinen Vorstellungen", begründete der 25 Jahre alte Waldschmidt seine Entscheidung, an den Mittellandkanal zu wechseln. "Wir glauben, dass seine Entwicklung noch lange nicht zu Ende ist", erklärte auch VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer - und hat dabei möglicherweise das Beispiel Wout Weghorst vor Augen. Der Niederländer wurde spät endeckt und debütierte erst 2014 als 22-Jähriger in der Eredivisie. Seit er 2018 zum VfL Wolfsburg wechselte, zählt er zu den Top-Stürmern der Bundesliga und ist auf dem besten Weg zum VfL-Rekordtorschützen. Zwölf Treffer fehlen, um Edin Dzeko einzuholen.

Die Philosophie, Talente zu holen und sie in Wolfsburg wachsen zu lassen, reifte beim VfL vor drei Jahren. Nachdem die Wolfsburger mit "satten" Profis zweimal in Folge in die Relegation mussten, sollten "hungrige" Spieler den VfL wieder nach oben führen. Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer setzen das konsequent um, wie auch die Verpflichtungen von Maxence Lacroix, Baku, Bartosz Bialek oder zu Saisonbeginn von Sebastiaan Bornauw zeigten.

Erfolgsbeispiele Lacroix und Baku...

Der Erfolg gibt ihnen Recht: So avancierte der 20 Jahre alte Lacroix, der aus der zweiten französischen Liga kam, im vergangenen Jahr zu einem der besten Innenverteidiger der Bundesliga. RB Leipzig buhlte vergeblich um den Franzosen, Schmadtke ließ Lacroix nicht ziehen. Auch der aus Mainz verpflichtete Baku war eine der Entdeckungen der Saison. Im November feierte er sein Debüt in der A-Nationalmannschaft, und unter dem neuen Bundestrainer Hansi Flick darf der 23-Jährige auf weitere Nominierungen hoffen. Ebenso wie Waldschmidt, der bereits sieben Mal für die DFB-Elf gespielt hat.

...und auch Nmecha?

Die nächste Erfolgsstory könnte Lukas Nmecha schreiben. Dessen erstes Engagement 2019 verlief nicht erfolgreich, jetzt setzte er beim 2:1-Erfolg in Berlin mit seinem ersten Bundesligatreffer ein Ausrufezeichen. Es soll nicht das letzte sein: "Ich will in Wolfsburg mehr Sachen machen, als nur ein Tor zu erzielen", kündigte der 22-Jährige im NDR an, seine zweite Chance beim VfL nutzen zu wollen.

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