Stand: 16.09.2020 08:27 Uhr

Stadien und Hallen dürfen 20 Prozent ihrer Plätze besetzen

Blick in das menschenleere Stadion des VfL Osnabrück. © imago
Im Stadion des VfL Osnabrück und anderswo werden bald wieder Zuschauer die Spiele verfolgen.

Die Zeit der Geisterspiele ist in allen Stadien der Fußball-Bundesliga vorbei. Die Bundesländer einigten sich am Dienstag in einer Videoschalte auf eine sechswöchige Testphase mit stark reduzierter Zuschauer-Kapazität. Bundesweit einheitlich dürfen bei Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern nun 20 Prozent der Plätze besetzt werden. Das aktuelle Pandemiegeschehen wird dabei berücksichtigt. So werden keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer oder gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.

Schleswig-Holstein schert wenig später aus

Schleswig-Holstein scherte aber kurz darauf auch schon wieder aus. Das nördlichste Bundesland hält an seiner Quote von 25 Prozent fest. Das teilte die schleswig-holsteinische Landesregierung auf Anfrage mit. In Schleswig-Holstein war die Öffnung für weitere Zuschauer am Montag bei einer Klausurtagung des Kabinetts festgelegt worden. Diese gilt vom Sonnabend an. Hygienekonzepte in den Sportstätten sollen angepasst werden.

Regeln gelten auch für andere Sportarten

Die am Dienstag von den Bundesländern geschlossenen Regeln von einer Quote von 20 Prozent gelten nicht nur für den Fußball, sondern etwa auch für die Hallensportarten Handball, Basketball, Volleyball oder Eishockey. Nach diesen Informationen soll es wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wichtige Einschränkungen geben. So sollen unter anderem keine Tickets für Fans der jeweiligen Gastmannschaften ausgegeben werden. Die Tickets werden nur personalisiert verkauft, damit eine Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet wird. Vorzugsweise soll es darum vollständig digitale Lösungen im Rahmen des Ticketings geben.

Abstandsgebot von 1,5 m ist einzuhalten

Entsprechend den jeweils geltenden Landesregeln muss ein Abstandsgebot von 1,5 m eingehalten werden. Dies werde "insbesondere durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme durch eine Segmentierung bei Ein- und Auslass, ein Verbot des Ausschanks und Konsums von alkoholhaltigen Getränken sowie ein Zutrittsverbot für erkennbar alkoholisierte Personen" erreicht, heißt es in dem Beschluss.

UMFRAGE
Mögliche Antworten

Fans dürfen wieder in größerer Zahl in die Stadien und Hallen des Profisports. 20 Prozent der Kapazitäten können genutzt werden. Richtig so?

Testphase bis Ende Oktober

Die jeweils zuständigen Sportverbände sollen den Testbetrieb wissenschaftlich begleiten. Dabei solle besonders auf die Problematiken der Aerosole, Verkehrslenkung, des Ticketing, Einlass und Verlassen des Stadions und die Unterschiede zwischen Hallen- und Freiluftsport eingegangen werden. Spätestens Ende Oktober soll nach dem Beschluss über die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb und über die Überführung in einen Dauerbetrieb entschieden werden.

Schmadtke: "Bereit für 6.000 Fans"

"Das wird großartig. Es ist lange her, dass wir zuletzt mit Fans gespielt haben", sagte Ludwig Augustinsson, Verteidiger von Bundesligist Werder Bremen. "Sie werden eine gute Atmosphäre schaffen, auch wenn es nur 8.500 sind. Wir alle freuen uns, wieder vor ihnen zu spielen." Ähnlich ist die Stimmung beim VfL Wolfsburg. "Wir sind bereit für 6.000 Fans und begrüßen, dass es nun eine vorläufige einheitliche Regelung in allen Stadien gibt“, sagte Geschäftsführer Jörg Schmadtke.

20 Prozent Auslastung nur im Fußball möglich?

Geschäftsführer Frank Bohmann von der Handball-Bundesliga (HBL) sprach im NDR Interview von "einer guten Nachricht". Allerdings habe er sich "eine Spur mehr Zuschauer versprochen". Zumal er davon ausgeht, dass keine Sportart außer Fußball die 20-prozentige Auslastung auch tatsächlich erreicht - bei den 1,5 m Abstand zu allen Seiten sei dies in keiner Halle möglich. "Aber es ist der Anfang zur Rückkehr zur Normalität. Und wir hoffen, dass wir nach der Beendigung dieser Testphase auch zu höheren Zuschauerzahlen kommen können."

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Dieses Thema im Programm:

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