Stand: 04.11.2018 19:52 Uhr

Schwaches Werder kassiert zweite Pleite in Folge

von Hanno Bode, NDR.de
Rechtsverteidiger Theodor Gebre Selassie (l.) verlor mit Werder verdient in Mainz.

Für Werder Bremen scheinen die Bäume in dieser Bundesliga-Saison wohl doch nicht in den Himmel zu wachsen. Der zwischenzeitlich auf dem dritten Tabellenplatz rangierende viermalige deutsche Fußball-Meister kassierte am Sonntagabend beim 1. FSV Mainz 05 die zweite Niederlage in Serie. Nach einer über weite Strecken blutleeren Vorstellung unterlagen die Hanseaten mit 1:2 (0:1) bei ihrem bisherigen Lieblings-Auswärtsgegner. Die vorausgegangenen vier Partien bei den Rheinhessen hatten die Bremer für sich entscheiden können. Diesmal war Mainz für sie keine Reise wert.

"Wenn man die erste Halbzeit sieht - das war eigentlich ein Skandal. Das war so schlecht, so viele Fehlpässe, so viele zweite Bälle verloren. Das war das Schlechteste, was ich in dieser Saison gesehen habe", ging Mittelfeldmann Davy Klaassen im Interview mit dem NDR Hörfunk hart mit sich und seinen Teamkameraden ins Gericht. "Wir waren nicht da von Anfang an. Wir haben in der ersten Halbzeit nicht gut gespielt. Es war wirklich sehr schlecht", pflichtete Angreifer Claudio Pizarro dem Niederländer bei.

Bremen ohne Torchance in erster Hälfte

10.Spieltag, 04.11.2018 18:00 Uhr

1. FSV Mainz

2

Werder Bremen

1

Tore:

  • 1:0 Mateta (25.)
  • 2:0 Gbamin (51.)
  • 2:1 Pizarro (78.)

1. FSV Mainz: Zentner - Brosinski, Bell, Niakhaté, Martín - Kunde Malong - Gbamin, Latza (84. Maxim) - Boetius - Mateta (74. Ujah), Quaison (81. Onisiwo)
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Veljkovic, Moisander, Augustinsson - Bargfrede (72. Harnik) - M. Eggestein, Klaassen - Osako (56. Pizarro), F. Kainz (56. J. Eggestein) - M. Kruse
Zuschauer: 25105

Weitere Daten zum Spiel

Werder enttäuschte im ersten Abschnitt auf ganzer Linie. Die Hanseaten fanden zu keinem Zeitpunkt richtig in die Zweikämpfe, bekamen in Ballbesitz keine Ruhe in ihr Spiel und vermochten es dementsprechend nicht, konstruktive Angriffe zu initiieren. Kein einziger nennenswerter Abschluss schlug nach 45 Minuten für die Gäste zu Buche. Die schwache Offensivleistung war gepaart mit einem mangelbehafteten Defensiv-Auftritt. So schlug der wieder genesene Abwehrchef Niklas Moisander nach einer eigentlich harmlosen Mainzer Flanke aus dem Halbfeld ein Luftloch. Der Ball rutschte zu Jean-Philippe Mateta durch, der Keeper Jiri Pavlenka überwand (25.). Bremens Schlussmann vereitelte kurz darauf gegen Stefan Bell den 0:2-Rückstand (33.), wäre Sekunden später jedoch machtlos gewesen, als Danny Latza frei zum Kopfball kam. Glück für die Gäste, dass der 28-Jährige aus wenigen Metern das Gehäuse verfehlte. Eine höhere Führung wäre für die Rheinhessen gegen einen phlegmatischen Kontrahenten zur Halbzeit durchaus verdient gewesen.

Klaassen vor dem 0:2 indisponiert

Es gab also jede Menge Redebedarf bei den Norddeutschen in der Pause. Allerdings hätte es vermutlich weit länger als 15 Minuten gedauert, alle Fehler anzusprechen und aufzuarbeiten. Trainer Florian Kohfeldt hielt seine Ansprache in der Kabine daher lieber kurz. Bereits fünf Minuten vor dem Wiederanpfiff standen die Bremer wieder auf dem Rasen. Hochmotiviert und voller Tatendrang waren sie - so schien es zumindest. Denn die Entstehung des zweiten Mainzer Treffers war eher ein weiterer Beleg dafür, dass Werder mental an diesem Abend einfach nicht auf der Höhe war. Klaassen ließ Jean-Philippe Gbamin ohne sichtbares Zweikampf-Interesse vom rechten Strafraumeck in die Mitte ziehen. Dort angekommen, zog der 23-Jährige ab und überwand den machtlosen Pavlenka mit einem Schuss ins kurze Eck (51.).

Pizarro lässt Bremen noch einmal hoffen

Kohfeldt reagierte und wechselte in Pizarro und Johannes Eggestein (beide 56. Minute) sowie später Martin Harnik (72.) frische Offensivkräfte ein. Doch erst in der Schlussviertelstunde agierten die Gäste entschlossener und zielstrebiger. Eine Co-Produktion zweier "Joker" brachte sie wieder heran: Eggestein bediente Pizarro, der aus wenigen Metern zum 1:2 traf (78.). Nun witterte Werder Morgenluft und wäre beinahe zum Ausgleich durch Kapitän Max Kruse gekommen. Den strammen Schuss des Angreifers konnte Keeper Robin Zentner gerade noch über die Latte lenken (82.). Es war die beste Tat der etatmäßigen Nummer drei der Rheinhessen an diesem Abend. Der zwischenzeitlich an Holstein Kiel verliehene Schlussmann stand wegen der Verletzungen von René Adler und Florian Müller zwischen den Pfosten und wurde von den Bremern viel zu wenig auf Herz und Nieren geprüft. "

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Dieses Thema im Programm:

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