Stand: 26.02.2020 09:14 Uhr

Raphael Wicky: Erst Werder, dann HSV und nun Chicago

Raphael Wicky spielte insgesamt neun Jahre für Werder Bremen und den HSV.

Geografisch ist Raphael Wicky mehr als 6.800 Kilometer vom Ort des Geschehens entfernt. Doch das Herz des 42-Jährigen hängt auch zwölf Jahre nach seinem Abschied aus Norddeutschland ("Das waren wunderschöne Jahre") noch an seinen Ex-Clubs HSV und Werder Bremen. Und so ist der Trainer des US-Erstligisten Chicago Fire dieser Tage auch alarmiert: "Ich denke, der HSV gehört in die Bundesliga - mit diesem Stadion, mit den Fans. Und ich hoffe wirklich, dass Werder die Kurve kriegt." Doch an Elbe und Weser läuft es derzeit nicht rund: Die Hamburger sind in der Zweiten Liga gerade auf den dritten Rang abgerutscht, Bremen befindet sich in der Bundesliga auf einem Abstiegsplatz.

Werder besonders schön, HSV erfolgreich

Zu Wickys Zeiten sah es noch ganz anders aus. Mit damals 20 Jahren wagte der Mittelfeldspieler des FC Sion den Sprung in die Bundesliga - und fand bei Werder genau die richtigen Gegebenheiten vor, um sich zu entwickeln. "Ich habe super Leute kennengelernt in einem sehr familiären Verein, den ich jedem jungen Spieler empfehle", sagt der Schweizer Nationalspieler, der 1999 beim Triumph im DFB-Pokal dabei war. "Ich hatte die schönste Zeit meiner Karriere in Bremen."

Dennoch zog es Wicky 2001 zu Atletico Madrid. Doch schon nach einem Jahr war der 1,78-Meter-Mann zurück im norddeutschen Tiefland. Diesmal heuerte er allerdings in Hamburg an - und sollte es nicht bereuen: "Meine erfolgreichste Zeit war beim HSV - mit Champions League, mit Europa League, und wir waren mal Dritter in der Liga." 2007 verließ er Hamburg und kehrte nach insgesamt neun Spielzeiten und 218 Bundesliga-Einsätzen noch einmal nach Sion zurück.

Mit ein bisschen Abstand hat Wicky sich eine genaue Meinung zu seinen Ex-Clubs gebildet: "Die ganze Inkonstanz vom HSV über die Jahre ist natürlich einfach nicht schön anzuschauen. Bei Bremen hat man extreme Konstanz. Und ich glaube auch, dass Kontinuität und Konstanz ein Grund sind, warum ein Verein oben bleibt oder zum Teil auch erfolgreich ist."

Wicky in Chicago mit offenen Armen empfangen

Am kommenden Wochenende startet Wicky mit Chicago in die neue Saison der Major League Soccer (MLS). Die nicht besonders erfolgreiche Zeit mit Bastian Schweinsteiger ist vorbei. Der Club hat einen neuen Besitzer und ein neues Stadion. Im Kader steht mit Kenneth Kronholm ein anderer alter Bekannter. Der langjährige Keeper von Holstein Kiel freute sich vom ersten Tag an auf die Zusammenarbeit mit seinem neuen Chef, der 2008 seine Karriere in der MLS beendet hatte und zuletzt U17-Nationaltrainer der USA war. "Man kennt ihn als Spieler, man weiß, was er für ein Typ ist. Deshalb habe ich sofort gedacht, wenn er das alles und seine Einstellung zu uns auf den Platz bringt, dann kann das nur positiv sein", meinte der 34-Jährige.

"Ich drücke beiden Clubs die Daumen"

Bei Fire hoffen alle, sich in diesem Jahr endlich wieder für die Play-offs zu qualifizieren. In Deutschland könnte es für Wickys Ex-Clubs ("Ich drücke beiden die Daumen!") ein sehr trauriges Saisonende geben. Das Worst-Case-Szenario sieht in der kommenden Saison Nordderby in der Zweiten Liga. Aber auch an ein früheres Wiedersehen mag Wicky nicht denken: Eine Relegation zwischen Werder und dem HSV will er auf keinen Fall.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 26.02.2020 | 11:25 Uhr

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