Fans des FC Hansa Rostock während des Heimspiels am 20. März gegen den Halleschen FC © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild pool Foto: Bernd Wüstneck

Politik gibt grünes Licht für Zuschauer-Rückkehr im Profifußball

Stand: 06.07.2021 14:55 Uhr

Die Fußball-Fans dürfen sich auf eine Stadion-Rückkehr in der kommenden Bundesliga-Saison freuen. Mit Beginn der Spielzeit 2021/2022 sollen unter bestimmten Voraussetzungen maximal 25.000 Zuschauer die Begegnungen im deutschen Profifußball verfolgen dürfen.

Die Spitzen der Staats- und Senatskanzleien fassten am Dienstag einen gemeinsamen Beschluss, der einen Flickenteppich durch unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern verhindern soll. Die Arenen dürfen demnach zu maximal 50 Prozent ausgelastet werden, wobei die Gesamtzahl vorerst bei 25.000 Besuchern gedeckelt ist.

Lauterbach: "Im Großen und Ganzen vernünftig"

Die Regelung hängt allerdings erneut an der Corona-Inzidenz. Falls diese am Austragungsort über 35 (Baden-Württemberg: 50) liegt und "das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar" ist, sind maximal 5.000 Zuschauer erlaubt. Ins Stadion dürfen nur geimpfte, genesene oder getestete Fans. Bis zum Erreichen des Platzes muss ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, die Nachverfolgung von Infektionsketten durch personalisierte Tickets ist Pflicht, "erkennbar alkoholisierte Personen" erhalten keinen Zutritt.

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Mit Beginn der Spielzeit 2021/22 sollen maximal 25.000 Zuschauer die Spiele verfolgen können. Die richtige Entscheidung?

Karl Lauterbach bewertet das Konzept positiv. "Ich halte das im Großen und Ganzen für vernünftig", sagte der SPD-Gesundheitsexperte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Ich glaube, dass das so funktionieren wird."

Regelungen gelten vorerst bis zum 11. September

Die Regelungen, die immer von den lokalen Behörden genehmigt werden müssen, sollen vorerst bis zum 11. September gelten. Da die Liga Mitte August startet, sind also lediglich vier Wochen abgedeckt. Allerdings stellt der Beschluss "in Aussicht, bei fortschreitenden Impfungen und allgemeiner Verbesserung der pandemischen Situation weitere Erleichterungen in Richtung Normalbetrieb" vorzunehmen.

"Wir haben bundesweit Erfolge bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie erzielt. Das zeigen das niedrige Infektionsgeschehen und die positive Entwicklung der Impfkampagne", sagte Berlins Regierender Michael Müller (SPD), derzeitiger Vorsitzender der Ministerpräsidenten-Konferenz: "Dadurch gewinnen wir Spielräume, wieder Zuschauerinnen und Zuschauer bei großen Sportveranstaltungen, bei anderen Großveranstaltungen und vor allem bei großen und uns wichtigen kulturellen Events zuzulassen."

"Ich appelliere an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Veranstaltungen und nach wie vor auch an alle Bürgerinnen und Bürger, Regeln und Vorgaben weiterhin zu respektieren und zu beachten. Wir dürfen und wollen keine vierte Welle der Pandemie riskieren." Michael Müller

Einige Bundesländer verzichten allerdings "aufgrund der konkreten eigenen Situation darauf, die Möglichkeiten des vorgegebenen Rahmens der Vereinbarungen voll auszuschöpfen". So will Bayern aufgrund der Delta-Variante, steigender Fallzahlen in anderen Ländern und der erwartbaren Reiserückkehrer-Problematik maximal 35 Prozent Auslastung und höchstens 20.000 Zuschauer erlauben.

Ligabosse hatten Druck ausgeübt

Zuletzt hatten die Ligabosse um DFL-Boss Christian Seifert ("Ich sehe derzeit wenig Gründe, um in der zweiten Jahreshälfte nicht schrittweise zum Normalbetrieb von Großveranstaltungen jeglicher Art zurückzukehren") massiven Druck auf die Entscheidungsträger ausgeübt. Sogar Klagen standen im Raum, weil die Angst vor Pleiten immer größer wurde. 

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 06.07.2021 | 15:25 Uhr

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