VIDEO: Werder Bremen kritisiert Wolfsburger Polizei (2 Min)

Nach Kontrolle von Bremer Ultras: Polizei kontert Werder-Kritik

Stand: 07.08.2022 17:57 Uhr

Verantwortliche des SV Werder haben die Kontrollmaßnahmen der Polizei am Wolfsburger Hauptbahnhof gegen Bremer Ultras scharf kritisiert. Die Polizei verteidigte ihr Vorgehen.

"Ich verstehe es nicht. Ich weiß nicht, wer das entschieden hat und ich weiß auch nicht, wer sich da verwirklichen wollte, aber ich finde es eine Frechheit", war Werders Profifußball-Leiter Clemens Fritz empört. Auch Wolfsburgs Sportchef Jörg Schmadtke kritisierte am Sonntag in der "Wolfsburger Allgemeinen Zeitung": "Wenn diese Gangart der Beamten Standard ist, stellt das für mich die gesamte Polizeiarbeit infrage. Es kann doch nicht sein, dass die Polizei eingreift, bevor du überhaupt etwas getan hast."

"Ich habe mir die Bilder von dem Einsatz angesehen. Ich bin bestürzt. Das ist eine Blamage für den Fußball-Standort Wolfsburg." Jörg Schmadtke

Die Wolfsburger Polizei verwies am Sonntag auf die Notwendigkeit der Durchsuchungen. Es sei darum gegangen, Pyrotechnik aufzuspüren: "Es handelte sich somit um eine präventive Maßnahme der Gefahrenabwehr und nicht um eine repressive Maßnahme der Strafverfolgung." Die Kontrollen seien "insgesamt vollkommen entspannt und störungsfrei" verlaufen. Anschließend hätten "ca. 4.200 Bremer Fans einen spannenden und sicheren Bundesligaauftakt ohne den Abbrand jedweder gesundheitsgefährdender Pyrotechnik" erlebt.

Werder: Abreise der Ultras klarer Wettbewerbsnachteil

Mehrere Werder-Ultras hatten allerdings vor der Partie in der Fußball-Bundesliga, die 2:2 endete, Durchsuchungen und Personalien-Bestimmungen der Beamten als unverhältnismäßig empfunden. Sie seien aus Protest nicht zum Spiel erschienen und hätten sich auf den Rückweg nach Bremen gemacht, so der SV Werder. Die Abreise der Ultras habe "einen klaren Wettbewerbsnachteil" dargestellt.

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Polizeiaufgebot vor dem Wolfsburger Hauptbahnhof © IMAGO / regios24

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Polizei: Begegnung als "Rot-Spiel eingestuft"

Man sei sich vorher mit den Wolfsburgern einig gewesen, dass die Partie kein Risiko darstelle, erläuterte Fritz. "Unsere Fans einzukesseln, am Bahnhof zu durchsuchen und die Personalien aufnehmen zu wollen. Ich meine: Keiner hat etwas gemacht." In den vergangenen Jahren sei es bei dem Duell "immer ruhig" gewesen. "Ich habe da kein Verständnis", fügte er hinzu.

Die Polizei konstatierte dagegen am Sonntag, sowohl die Polizei Wolfsburg als auch die Polizeibehörde Bremen stufe "das Verhältnis beider Fanlager als rivalisierend ein". Die Begegnung sei als "Rot-Spiel eingestuft" und dies dem VfL Wolfsburg am 11. Juli mitgeteilt worden.

Fanhilfe Bremen kündigt Überprüfung an

Der Einsatz der Wolfsburger Polizei könnte ein juristisches Nachspiel haben. Die Fanhilfe Bremen kündigte eine Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Vorgehens seitens der Ordnungskräfte an. Als Reaktion auf die Vorfälle traf der VfL Wolfsburg die Entscheidung, die nicht entwerteten Tickets zu erstatten. Schätzungen zufolge handelt es sich um mehrere Hundert Eintrittskarten. Nach Polizeiangaben vom Sonntag hatten sich "ca. 270 Personen der Risikoszene" dazu entschieden, die Rückreise nach Bremen anzutreten.

Polizei verweist auf "individuelle Gefahrenprognose"

Videos in den Sozialen Medien zeigen Fans, die von mehreren Polizisten von Einsatzfahrzeugen umgeben sind und die Ansage der Beamten erhalten, dass die Anhänger sich nicht im Stadtgebiet aufhalten und nur zum Stadion gehen dürften. Die Polizei teilte am Sonntag mit, dass sich Bremer Fans grundsätzlich im Stadtgebiet hätten aufhalten dürfen. Erkennbaren Risikopersonen sei allerdings "aufgrund einer individuellen Gefahrenprognose der Aufenthalt in der Innenstadt temporär untersagt" worden. Dies werde "deutschlandweit und auch in Wolfsburg seit Jahrzehnten so praktiziert".

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Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 07.08.2022 | 22:50 Uhr

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