VIDEO: Hansa Rostock spielt in Unterzahl remis bei 1860 München (2 Min)

Hansa weiter im Höhenflug: Dank "Krake" Kolke bald in Liga zwei?

Stand: 14.02.2021 11:55 Uhr

Zweimal ist Keeper Markus Kolke in seiner Karriere bereits aufgestiegen. Nun will der 30-Jährige mit Hansa Rostock den Sprung in Liga zwei schaffen. Für die "Krake", wie er gerufen wird, und die Kogge sieht es diesbezüglich gut aus.

Viel zu tun hatte der 30-Jährige am Sonnabendnachmittag in der Auswärtspartie beim TSV 1860 München nicht. Rostocks Verteidigung ließ auch nach der Gelb-Roten Karte für Angreifer John Verhoek (49.) nur wenige Chancen der statistisch gesehen besten Drittliga-Offensive zu. Wenn sich die "Löwen" dann doch einmal in aussichtsreiche Abschlussposition gebracht hatten, war Kolke zur Stelle. Nachdem der Schlussmann unmittelbar nach dem Platzverweis zwei Halbchancen des Mit-Aufstiegsanwärters vereitelt hatte, stellte er kurz vor Ultimo eindrucksvoll unter Beweis, warum ihn der Pressesprecher einer seiner Ex-Clubs einst "Krake" getauft hatte: Den platzierten Schuss von 1860-Torjäger Sascha Mölders kratzte Kolke sensationell von der Linie (82.) und rettete den Mecklenburgern so das torlose Remis.

Mit Waldhof und Wiesbaden aufgestiegen

Hansa verteidigte damit Relegationsrang drei vor den Münchnern. Das sechste ungeschlagene Spiele in Folge (fünf Siege, ein Remis) nährte die Rostocker Hoffnungen auf die lang ersehnte Zweitliga-Rückkehr. Bis dato letztmals gelang den Hanseaten der Sprung ins Bundesliga-Unterhaus 2011. Im selben Jahr feierte ein gewisser Markus Kolke mit Waldhof Mannheim die Meisterschaft in der Oberliga Baden Württemberg - und wechselte anschließend zum SV Wehen Wiesbaden.

Acht Jahre später stieg der zweifache Familienvater mit den Hessen in Liga zwei auf - und schloss sich daraufhin überraschend dem FC Hansa an, obwohl er beim SVWW die Nummer eins war. Der aus Erlenbach am Main stammende Torhüter weiß also, wie Aufstieg (und Abgang) geht.

"Zweite Heimat": Keeper fühlt sich in Rostock pudelwohl

"Aufstiege sind schon immer etwas besonderes", erklärte der Drittliga-Rekordkeeper, nachdem er seine Zelte in Rostock aufgeschlagen hatte. Seitdem hat sich der 30-Jährige mit beständig guten Leistungen beim Traditionsclub nahezu unverzichtbar gemacht. "Für mich ist er der beste Torwart der Dritten Liga", sagt NDR 1 Radio MV Hansa-Reporter Jan Didjurgeit. Kolke unterstrich diese Einschätzung am Sonnabend bei 1860 in seinem 270. Drittliga-Einsatz eindrucksvoll. Vorstellungen wie die an der Grünwalder Straße wecken natürlich automatisch das Interesse der Konkurrenz.

Doch die Rostocker Verantwortlichen und Fans müssen sich wohl keine Sorgen machen, dass der Keeper in Bälde anderswo als "Krake" sein Unwesen treibt. Erst vor wenigen Wochen gab er mit der Vertragsverlängerung bis 2023 eine Liebeserklärung an Hansa ab. "Ausschlaggebend für meine Entscheidung war auch, dass meine Familie und ich uns sehr wohl hier oben an der Küste fühlen und Rostock für uns eine zweite Heimat geworden ist", sagte Kolke.

Keeper Markus Kolke vom FC Hansa Rostock © imago images / Eibner

AUDIO: SPOMV - Folge 05 - Markus Kolke (55 Min)

Kolke fordert Entschuldigungs-Essen von Verhoek

Der Schlussmann ist fraglos ein entscheidender Faktor für den derzeitigen Höhenflug des Ex-Bundesligisten. Doch er ist eben auch nur Teil eines Teams, das im Vergleich zur Vorsaison nicht nur sportlich noch einmal an Substanz gewonnen hat, sondern auch in puncto Geschlossenheit und Mentalität zugelegt hat. Ein sehr gutes Beispiel dafür war die zweite Hälfte gegen die "Löwen". Mit vereinten Kräften verteidigten die Hanseaten in Unterzahl das Remis und machten den überflüssigen Platzverweis von Verhoek so vergessen.

Vorwürfe in Richtung des "fliegenden Holländers" gab es dann auch nicht. "Einer macht einen Fehler, die anderen bügeln diesen dann aus. Von daher ist alles gut", sagte Kolke, der allerdings vom Sünder eine schmackhafte Entschuldigung forderte: "Ich denke, von ihm wird schon etwas kommen. Er wird ein Essen in die Kabine stellen oder so."

Sonnabend Wiedersehen mit Ex-Club Mannheim

Ein bisschen Nervennahrung in Form von Verhoekschen Häppchen kann Hansa mit Blick auf den noch sehr langen und steinigen Weg in Richtung Zweite Liga gewiss gut brauchen. Das nächste Etappenziel ist ein Sieg am kommenden Sonnabend (14 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) gegen Waldhof Mannheim. Für Kolke, der sich selbst als ein "bisschen verrückt" bezeichnet ("Normal sein ist einfach langweilig"), gibt es also ein Wiedersehen mit dem Club, mit dem er einst seinen ersten Aufstieg feierte.

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Rostocks Björn Rother (l.) und Münchens Dennis Dressel kämpfen um den Ball. © IMAGO / MIS

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 13.02.2021 | 19:30 Uhr

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