Stand: 08.05.2018 21:46 Uhr

DFL: Keine Bundesligaspiele im Holstein-Stadion

Holstein Kiel droht nach einem möglichen Aufstieg in die Fußball-Bundesliga der Umzug in ein anderes Stadion. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) lehnte am Dienstag den Antrag auf Ausnahmegenehmigung der KSV für die Erste Liga ab. Das Holstein-Stadion ist mit einem Fassungsvermögen von rund 11.000 Zuschauern zu klein für das Oberhaus. Gefordert sind dort Plätze für 15.000 Zuschauer, 8.000 davon müssen Sitzplätze sein.

Kieler wollen nicht aufgeben

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Holsteins Geschäftsführer Wolfgang Schwenke will eine Ausnahmegenehmigung.

Der Zweitligist will die Entscheidung der DFL nun durch den zuständigen Lizenzierungsausschuss überprüfen lassen. "Wir hoffen weiter, dass wir im Falle eines Aufstiegs unsere Heimspiele in Kiel austragen dürfen", sagte Wolfgang Schwenke, Kaufmännischer Geschäftsführer der KSV. "34 Auswärtsspiele wären nach einem sensationellen Aufstieg ungerecht." Schwenke kann die Entscheidung der DFL nicht nachvollziehen, vermeintlich kleine Vereine würden ausgebremst: "Wenn es keine Ausnahmen für solche Ausgangslagen gibt, wird es für Vereine wie Holstein Kiel, die keinen großen Investor im Rücken haben, unmöglich, ein Märchen wie unseres auch tatsächlich wahr werden zu lassen."

Schwenke: "Historisch einmalige Situation"

Endgültig sei das Aus für das Holstein-Stadion laut Schwenke aber noch nicht. "Wir werden unsere Argumente vor dem zuständigen Ausschuss genau erläutern und klar machen, dass es um eine historisch einmalige Situation geht." Das Stadion genüge den Sicherheitsanforderungen der DFL und böte alle Voraussetzungen, damit die Übertragung der Spiele dem geforderten Standard entsprächen. "Dass unser Stadion zu wenig Plätze hat, geht deshalb allein auf unsere Kosten, aber stört den Spielbetrieb nicht", so Schwenke.

Landesregierung prüft Hilfe beim Stadionausbau

Hilfe könnte aus der Politik kommen. Die Landesregierung prüft eine Unterstützung der Stadt Kiel. "Wir müssen so schnell wie möglich die Voraussetzungen schaffen, dass der Fußball auch wirklich hier stattfinden kann", sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Dienstag. "Wenn wir einen schleswig-holsteinischen Verein haben, dann muss dieser auf Dauer auch in Schleswig-Holstein spielen." Über mögliche Ausweichquartiere war bereits vor der DFL-Entscheidung spekuliert worden. Nachdem es der Hamburger SV abgelehnt haben soll, den Kielern das Volksparkstadion zur Verfügung zu stellen, gilt das Millerntorstadion des FC St. Pauli in der Hansestadt als eine Möglichkeit. Aber auch das 200 Kilometer entfernte Rostock ist im Gespräch.

Relegation vor Augen

Die Kieler stehen vor dem letzten Punktspiel gegen Eintracht Braunschweig (Sonntag, 15.30 Uhr) als Dritter der Zweiten Liga fest. In den beiden Relegationsspielen (17.5., 21.5) gegen den Tabellen-16. der Ersten Liga haben die "Störche" die Chance, als erster Verein aus Schleswig-Holstein ins Oberhaus aufzusteigen.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 08.05.2018 | 17:25 Uhr

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