Stand: 13.01.2019 11:54 Uhr

Caldirolas Sehnsucht nach einem Neuanfang

Der frühere Stammspieler Luca Caldirola ist bei Werder seit Monaten zum Zuschauen verdammt.

Vor einigen Tagen hat Luca Caldirola nach längerer Zeit mal wieder etwas gezwitschert. "Neues Jahr, neues Leben", schrieb der Fußball-Profi des Bundesligisten Werder Bremen auf Englisch auf seinem Twitter-Account. Der kurze Eintrag gab einen Einblick in das Seelenleben des Italieners, der sich so sehr nach einem sportlichen Neuanfang sehnt. Bei den Hanseaten wird es diesen für den 27-Jährigen allerdings nicht mehr geben. Coach Florian Kohfeldt hat ihn gemeinsam mit Thanos Petsos im vergangenen September vom Profi-Training ausgeschlossen. "Wir haben keine Verwendung für die beiden", erklärte Sportchef Frank Baumann seinerzeit. Ein Satz wie ein Stich ins Herz für den stolzen Caldirola, der anders als Petsos einst Stammkraft beim viermaligen Meister war und nun seit Monaten zum Nichtstun verdammt ist.

Neuanfang in Verona?

Während Bremens Bundesliga-Kicker sich in Südafrika auf die Rückrunde vorbereiteten, machte der frühere U21-Nationalspieler Urlaub. Wohlgemerkt mit Erlaubnis seines Arbeitgebers, der es dem Defensivspezialisten gestattet, sich individuell fitzuhalten und nach einem neuen Club Ausschau zu halten. Kein leichtes Unterfangen für einen Berufsfußballer, der seinen letzten Bundesliga-Einsatz am 19. September 2017 hatte und zudem immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen wurde. Doch nun gibt es für Caldirola Hoffnung auf ein Ende seiner Leidenszeit. Hoffnung, wieder ein Trikot überziehen zu dürfen, vollwertiges Mitglied einer Mannschaft zu sein und gebraucht zu werden. Nach Informationen der italienischen Sportzeitung "Gazzetta dello Sport" ist Chievo Verona an einer Verpflichtung des 27-Jährigen interessiert.

Vertrag läuft im Sommer aus

Dem Blatt zufolge soll Domenico Di Carlo, Coach des Tabellenletzten der Serie A, Caldirola "sehr schätzen". Der Club habe bereits Kontakt mit Werder aufgenommen, heißt es weiter. Dass die Bremer einem Transfer des Verteidigers im Wege stehen werden, erscheint nahezu ausgeschlossen. Es dürfte - wenn überhaupt - lediglich um eine kleine Ablösesumme gehen. Schließlich läuft der Vertrag des 27-Jährigen am Saisonende aus. Jener Vertrag, den der Bundesligist im Juni 2017 verlängert hatte und damals in Person von Sportchef Baumann stolz verkündete: "In unseren Planungen für die Defensive ist er ein wichtiger Baustein, weshalb wir sehr glücklich sind, dass er auch zukünftig das Werder-Trikot tragen wird."

"Es gibt keinen Platz für mich"

Seinerzeit hieß Werders Trainer allerdings noch Alexander Nouri. Nachdem dieser bald darauf entlassen und durch Kohfeldt ersetzt wurde, begann Caldirolas Leidenszeit. Der junge Übungsleiter hatte keine Verwendung mehr für den 2013 von Inter Mailand an die Weser gewechselten Defensivspezialisten. Bereits im vergangenen Sommer sollte sich Caldirola einen neuen Club suchen. Doch ein Transfer kam nicht zustande. Daraufhin folgte der Ausschluss vom Trainingsbetrieb der Profis. Der Italiener suchte noch einmal das Gespräch mit Kohfeldt, stieß beim Coach mit seinem Anliegen aber auf taube Ohren. "Ich habe vor zwei Wochen mit Florian gesprochen und gefragt, ob ich wieder mit den Profis trainieren kann, aber er hat nein gesagt. Es gibt keinen Platz für mich", berichtete er der "Bild".

Bildergalerie
30 Bilder

Die größten Transfersünden von Werder Bremen

Jahrelang wurde Werder Bremen für seine kluge Transferpolitik bewundert. Inzwischen haben sich jedoch die Flops summiert. Die größten Fehleinkäufe der Hanseaten seit 1980. Bildergalerie

Trainingskiebitz wider Willen

Hernach war ihm endgültig klar, was die Stunde geschlagen hat. Zumal er nicht einmal die Gelegenheit erhielt, sich über Einsätze im Regionalliga-Team wieder zu empfehlen. Caldirola kündigte seine Wohnung und zog in ein kleines Apartment um. Seine Frau war zuvor bereits nach Italien zurückgekehrt - der Verteidiger besuchte sie jedes Wochenende. Immer dann, wenn seine früheren Teamkameraden um Punkte kämpften. Unter der Woche wurden er und Petsos von den Athletiktrainern der U23 betreut. Es gibt ein paar Bilder davon, wie schrecklich sich Caldirola in dieser Zeit gefühlt haben muss. Sie zeigen ihn, wie er am Zaun das Trainingsgeländes steht und der Übungseinheit der Profimannschaft zuschaut. Nun scheint es, als ob der Trainingskiebitz wider Willen bald wieder selbst auf dem Platz stehen darf - in Verona.

Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 13.01.2019 | 09:25 Uhr

Mehr Sport

02:01
NDR Info

Der neue Prokop: Wie Phoenix aus der Asche

23.01.2019 09:25 Uhr
NDR Info
01:33
NDR//Aktuell

Krimi gegen Kroatien: DHB-Team im Halbfinale

22.01.2019 14:00 Uhr
NDR//Aktuell
00:59
NDR//Aktuell

Breitenreiter bleibt Trainer von Hannover 96

21.01.2019 16:00 Uhr
NDR//Aktuell