Stand: 12.09.2020 17:20 Uhr

VfL Wolfsburg nach frühem Schock souverän weiter

von Hanno Bode, NDR Sport

Für ein paar Minuten schien es am Sonnabendnachmittag so, als würden sich die Bundesliga-Fußballer des VfL Wolfsburg in ihrem Erstrundenspiel des DFB-Pokals bei Union Fürstenwalde bis auf die Knochen blamieren. Der Europa-League-Teilnehmer kam in der Anfangsphase der Partie überhaupt nicht mit den mutig anlaufenden und in den Zweikämpfen kernigen Viertliga-Kickern zurecht. Das Team von Coach Oliver Glasner geriet sogar mit 0:1 gegen den Nordost-Regionalligisten in Rückstand. Erst nach diesem Schock rissen sich die Profis des Werksclubs zusammen und wurden ihrer Favoritenrolle schließlich gerecht. Die Niedersachsen siegten mit 4:1 (2:1).

Glasner: "Chancenverwertung war das Manko"

"Zunächst bin ich froh, dass wir die nächste Runde erreicht haben. Denn wir hatten keinen glücklichen Start mit dem Elfmeter. Das Kreieren der Torchancen war heute sehr gut. Das größte Manko war aber die Chancenverwertung", resümierte Glasner.

Wolfsburg gerät früh in Rückstand

Die "Wölfe" waren in den ersten Minuten sichtlich überrascht von der forschen Herangehensweise des Außenseiters, der sein Heimrecht an den VfL abgetreten hatte. Im Stadion im Allerpark, in dem sonst die Wolfsburger U23 sowie die Frauen- und Nachwuchsmannschaften um Punkte kämpfen, besaß Fürstenwalde durch Lukas Stagge früh die große Chance zur Führung. Der Offensivmann kam nach unfreiwilliger Kopfballvorlage von Josuha Guilavogui frei zum Abschluss, köpfte jedoch über das Tor (7.). Kurz darauf senste Maxence Lacroix Unions Arlind Shoshi im Strafraum um. Schiedsrichter Robert Schröder (Hannover) sanktionierte die ebenso übermotivierte wie überflüssige Aktion des VfL-Zugangs mit einem Strafstoß für die Brandenburger. Darryl Geurts verwandelte sicher (9.). "Wir haben überhaupt kein Selbstvertrauen auf dem Platz", schimpfte Coach Glasner.

Doppelpack von João Victor sorgt für Wende

Nach dem Rückstand rissen sich die bis dahin fahrigen Niedersachsen aber am Riemen und besaßen beinahe im Minutentakt Torchancen. Nachdem Renato Steffen (13.), Yannick Gerhardt (18.) und João Victor (21.) den Ausgleich noch kläglich vergeben hatten, war es Letzterer, der Wolfsburg in der 23. Minute erlöste. Nach einem feinen Spielzug verwertete der Brasilianer einen Abpraller zum 1:1. Auch für die Führung des Bundesligisten zeichnete bald darauf der 26-Jährige verantwortlich. Diesmal stand Victor nach einer scharfen Hereingabe von Admir Mehmedi am langen Pfosten genau richtig (29.) - der Halbzeitstand.

Gerhardt und Guilavogui machen alles klar

1.Spieltag, 12.09.2020 15:30 Uhr

U.Fürstenwalde

1

VfL Wolfsburg

4

Tore:

  • 1:0 Geurts (9., Foulelfmeter)
  • 1:1 Victor (23.)
  • 1:2 Victor (29.)
  • 1:3 Gerhardt (60.)
  • 1:4 Guilavogui (77.)

U.Fürstenwalde: Richter - Wunderlich (46. Martynets), J. Weiß, Mares, Michel - Kanther (46. Hempel), Ciapa (65. Atici), Putze, Geurts - Stagge (64. Turci), Shoshi (81. Thamke)
VfL Wolfsburg: Pervan - Klaus, Lacroix, Guilavogui, Paulo Otavio (79. Horn) - Arnold (62. Schlager), Gerhardt - Steffen (62. Marmoush), Mehmedi (74. Bialek), Victor - Weghorst (62. Ginczek)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Nach dem Seitenwechsel hielt die Wolfsburger Dominanz unvermindert an. Doch der Pokalsieger von 2015 ging weiter verschwenderisch mit seinen Gelegenheiten um. Das Glasner-Team hätte früh für klare Verhältnisse sorgen können beziehungsweise müssen. Stattdessen wäre Fürstenwalde beinahe der Ausgleich gelungen: Shoshi wurde nach Hereingabe von Johann Martynets im letzten Moment noch geblockt (57.). Ein 2:2 wäre für den weiteren Spielverlauf aus neutraler Sicht gewiss sehr interessant gewesen. Die VfL-Profis indes zeigten wenig Interesse daran, in Erfahrung zu bringen, ob der Außenseiter sie bis zum Ende so richtig fordern würde können. Die Niedersachsen antworteten im Stile eines Spitzenteams auf die Union-Chance: Paulo Otavio passte traumhaft in die Tiefe zu Gerhardt, der den herausstürzenden Keeper David Richter abgeklärt übewand (60.).

Fürstenwalde gab hernach nicht auf und besaß durch Geurtz (70./Latte) die Möglichkeit zum Anschlusstreffer. Als Guilavogui dann aber nach einem Gerhardt-Eckball ungehindert zum 4:1 einköpfen konnte (77.), war die Entscheidung endgültig gefalllen.

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