Stand: 30.05.2020 20:21 Uhr

Knapper Sieg auf Schalke - Werder lebt noch

von Ines Bellinger, NDR.de
Werder Bremen - hier Theodor Gebre Selassie (l.) - streckt sich mächtig im Abstiegskampf.

Werder Bremen klammert sich mit aller Macht an den Strohhalm Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga. Die Grün-Weißen fuhren am Sonnabend im Krisengipfel bei Schalke 04 einen 1:0 (1:0)-Sieg ein und verkürzten den Rückstand auf den Relegationsplatz auf zwei Punkte - Düsseldorf verlor am Abend mit 0:5 in München. Zwar versprühte Werder in Gelsenkirchen keinen spielerischen Glanz, aber nach dem dritten Zu-Null-Spiel in Serie ist die Zuversicht bei der Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt gewachsen. Zumal schon am Mittwoch (20.30 Uhr) zu Hause die Nachholpartie gegen Eintracht Frankfurt ansteht. Schalke verlor auch das vierte Spiel nach dem Re-Start.

"Wir haben die letzten drei Spiele einen unglaublichen Willen gezeigt", sagte Davy Klaassen nach dem Spiel dem NDR. "Alle sehen jetzt, worum es geht. Wir sind aber noch in einer schwierigen Phase."

Groß und Osako müssen weichen

Trotz des starken Auftritts gegen Borussia Mönchengladbach (0:0) nahm Kohfeldt drei Änderungen in seiner Startelf vor.

29.Spieltag, 30.05.2020 15:30 Uhr

FC Schalke 04

0

Werder Bremen

1

Tore:

  • 0:1 Bittencourt (32.)

FC Schalke 04: Nübel - Kabak, Salif Sané, Todibo (46. Oczipka) - Kenny, Miranda (80. Burgstaller) - D. Caligiuri, McKennie (55. Boujellab), Schöpf - Matondo (46. Raman) - Gregoritsch (58. Kutucu)
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Langkamp, Moisander, Friedl - Vogt - Bittencourt (46. Osako / 90.+1 Groß), M. Eggestein, Klaassen, Rashica (58. Selke) - Sargent (70. Bargfrede)
Zuschauer:

Weitere Daten zum Spiel

Nur zu einer war er gezwungen, weil Milos Veljkovic gelbgesperrt fehlte. Überraschend musste der gegen Gladbach souveräne Christian Groß weichen, weil Kevin Vogt nach seiner Hüftverletzung als Abräumer vor der Abwehr zurückkehrte und in der Innenverteidigung Sebastian Langkamp den Vorzug bekam. Zudem verdrängte Leonardo Bittencourt den stets fleißigen, aber selten prägenden Yuya Osako. Eine Überraschung gab es auch auf Schalker Seite. Trainer David Wagner nahm bereits zum vierten Mal in dieser Saison einen Wechsel auf der Torwart-Position vor. Für Markus Schubert, der zuletzt eine unglückliche Figur gemacht hatte, rückte der künftige Bayern-Keeper Alexander Nübel wieder zwischen die Pfosten.

Bittencourt erzielt die verdiente Führung

Die Bremer begannen ebenso engagiert wie im Heimspiel gegen Gladbach. Sie pressten sehr hoch, hatten deutlich mehr Ballbesitz und kombinierten gefällig. Allein zwingende Torchancen spielten sie nicht heraus. Einzige erwähnenswerte Aktion in der ersten halben Stunde war der Torschuss-Versuch von Klaassen, der abgefälscht als bessere Fangübung sicher in Nübels Armen landete (13.).

Bemerkenswert bei Werder war einmal mehr die unermüdliche Arbeit aller Spieler in der Rückwärtsbewegung. Auf diese Weise "klauten" sie den Schalkern viele Bälle schon im Mittelfeld. So auch in der 32. Minute, als gleich drei Bremer Jean-Clair Todibo abkochten und Milot Rashica den Gegenstoß einleitete. Der schnellste Bremer zog in die Mitte und bediente den rechts mitgelaufenen Bittencourt. Der schwenkte ebenfalls nach innen und schlenzte den Ball sehenswert mit links aus 20 Metern ins linke obere Eck.

Schalke mit nur einer Tormöglichkeit

Bittencourt hätte vor der Pause auf 2:0 erhöhen können. Von Maximilian Eggestein in Szene gesetzt, schoss er jedoch aus spitzem Winkel über das Tor (39.). Für den Torschützen ging es nach einer schmerzhaften Landung auf der Hüfte nicht weiter. Er machte in der Halbzeit Platz für Osako. Die total verunsicherten Gastgeber verzeichneten in der ersten Hälfte nur eine Chance: Weston McKennie setzte einen Kopfball nach Freistoß von Juan Miranda neben das Tor (37.).

Werder sichert das Ergebnis

Schalke kam stark verbessert aus der Kabine - was angesichts der Leistung im ersten Durchgang keiner sonderlich großen Anstrengung bedurfte. Zwei dicke Chancen zum Ausgleich ließen sie jedoch liegen. Benito Raman scheiterte an Jiri Pavlenka, nachdem Langkamp den Ball direkt vor die Füße des Schalkers abgewehrt hatte (53.). Kurz darauf flog nach einer eigentlich schon abgewehrten Ecke der Ball erneut zentral vors Tor, wo Michael Gregoritsch mit einer Direktabnahme knapp verzog (58.).

Wie ausgewechselt wirkten aber auch die Bremer. Sie hatten die Ordnung in ihrem Spiel verloren, zogen sich immer weiter zurück, erarbeiteten sich kaum noch Chancen. Der laute Zwischenruf von Kohfeldt, der seine Spieler zum Aufwachen aufforderte, verhallte. In der 70. Minute entschloss sich der Coach, das Ergebnis zu sichern. Er brachte den defensivstarken Philipp Bargfrede für Stürmer Joshua Sargent. Es war ein Ritt auf der Rasierklinge, aber er glückte - vor allem auch dank harmloser Schalker. Osako verpasste drei Minuten vor Schluss noch die Chance, etwas fürs Torverhältnis zu tun, als er frei vorm Schalker Tor noch einmal abspielte statt selbst das Tor zu machen.

Weitere Informationen

Das Restprogramm im Bundesliga-Abstiegskampf

In der Bundesliga steckt Werder Bremen tief im Abstiegskampf. Gelingt den Grün-Weißen am letzten Spieltag der Sprung auf den Relegationsplatz? Das Restprogramm im Überblick. mehr

Ergebnisse und Tabelle Fußball-Bundesliga

Ergebnisse, Tabellenstände und die Spieltage im Überblick. mehr

Dieses Thema im Programm:

Sportclub | 31.05.2020 | 23:05 Uhr

Mehr Sport

02:31
Hamburg Journal