Stand: 12.03.2020 11:17 Uhr

Dritte Liga: DFB beschäftigt sich auch mit Saisonabbruch

In der Dritten Liga ruht vorerst der Ball.

Zwingt das Coronavirus die Dritte Liga komplett in die Knie? Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) beschäftigt sich wegen der Ausbreitung des Virus auch mit einem vorzeitigen Abbruch der aktuell laufenden Saison. Dies schrieb Generalsekretär Dr. Friedrich Curtius in einem Gastbeitrag für den "kicker" (Donnerstagausgabe). "Aktuell kann noch niemand die Folgen des Coronavirus für den Fußball in ihrem gesamten Ausmaß absehen. Wir müssen uns mit allen Szenarien beschäftigen, um vorbereitet zu sein, wenn der Fall eintreten sollte, dass der Spielbetrieb unterbrochen oder die Saison sogar vorzeitig beendet werden müsste", schrieb Curtius. Ziel bleibe natürlich, "die Saison regulär sportlich zu Ende zu spielen".

"Ausnahmesituation": Dritte Liga verschiebt zwei Spieltage

Nachdem nahezu alle Bundesländer verfügt haben, Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Zuschauern zu verbieten, hatte der DFB am Mittwoch als Liga-Träger reagiert und in Absprache mit dem Ausschuss Dritte Liga und den Clubs die kommenden zwei Spieltage (28 und 29) abgesagt. Das bedeutet für die Nordclubs, dass die angesetzten Partien Meppen - Würzburg, Braunschweig - Viktoria Köln (Sonnabend) und Zwickau - Rostock (Sonntag) ebenso ausfallen wie die Spiele Halle - Braunschweig, Uerdingen - Meppen (Dienstag) und Rostock - Mannheim (Mittwoch). Die beiden Spieltage sollen "frühestens Anfang Mai" nachgeholt werden, teilte der DFB mit.

Montag Beratung über das weitere Vorgehen

"Wir befinden uns in einer Ausnahmesituation, nahezu stündlich ergeben sich neue Sachlagen. Klar ist: Die Gesundheit steht über allem. Klar ist darüber hinaus, dass wir unserer Verantwortung für die Vereine gerecht werden wollen und müssen", sagte Curtius am Mittwoch.

Am Montag treffen DFB und Clubvertreter in Frankfurt zusammen, um über das weitere Vorgehen für den 30. Spieltag (20. - 22. März) und die Zeit danach zu beraten. Fest steht allerdings bereits, dass Hansa Rostock sein Heimspiel am 28. März gegen Magdeburg nur vor leeren Rängen spielen darf - die Hansestadt hat Großveranstaltungen ab 1.000 Besuchern bis mindestens 10. April verboten.

Braunschweigs Geschäftsführer Wolfram Benz begrüßte die Entscheidung, keine Geisterspiele stattfinden zu lassen: "Jedes Spiel, was unter Ausschluss von Zuschauern stattfindet, bedeutet für den Heimverein enorme wirtschaftliche Einbußen."

Drittligisten angewiesen auf Zuschauereinnahmen

In seiner Sitzung am vergangenen Montag hatte sich der Ausschuss Dritte Liga in einer ersten Einschätzung dafür ausgesprochen, betroffene Partien zunächst eher zu verlegen. Hintergrund sei die "besondere wirtschaftliche Sensibilität" der Drittligisten, begründete der DFB das Vorgehen. Die Erträge aus dem Spielbetrieb seien "signifikant für die finanzielle Stabilität" der Clubs und würden mehr als 21 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen ausmachen.

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Dieses Thema im Programm:

Sport aktuell | 11.03.2020 | 16:25 Uhr