Stand: 28.02.2020 11:03 Uhr  | Archiv

Das Schaltjahr hält den Kalender im Takt

Ein Kalender zeigt den 29. Februar 2020 © NDR Foto: Axel Franz
Den 29. Februar gibt es nur in Schaltjahren wie 2020.

Die regelmäßige Abfolge von Tag und Nacht, Sommer und Winter in ein Zahlensystem zu übertragen, scheint banal. Doch seit mehr als 2.000 Jahren befassen sich Menschen mit diesem Problem, ohne die perfekte Lösung gefunden zu haben. Scheinbar passt alles: Ein Jahr hat 365 Tage und jeweils nach 365 Tagen beginnen wieder Frühling, Sommer, Herbst oder Winter. Doch alle vier Jahre - wie auch in diesem Jahr - gerät der Kalender aus dem Rhythmus und das Jahr besteht aus 366 Tagen. Erst der 29. Februar in solchen Schaltjahren sorgt dafür, dass der weltweit seit dem 16. Jahrhundert gebräuchliche Gregorianische Kalender auch langfristig mit dem Wechsel der Jahreszeiten übereinstimmt.

Warum 365 Tage?

Unser Sonnensystem. © picture-alliance/Bildagentur-online
Im Modell wird es deutlich: Die Erde kreist gemeinsam mit anderen Planeten um die Sonne.

In unserem Sonnensystem kreist die Erde stetig auf einer fast runden Bahn um die Sonne. Dafür benötigt sie ungefähr 365 Tage. Genau genommen aber sind es - mit einigen Schwankungen der Umlaufzeit - im Mittel 365,2422 Tage, also rund 5 Stunden und 49 Minuten mehr als ein Kalenderjahr. Wissenschaftler sprechen von einem tropischen Jahr. Nach dieser Zeit erreicht die Erde auf ihrer Kreisbahn wieder den Punkt, an dem im Frühling Tag und Nacht gleich lang sind, den Frühlingspunkt. Nach vier Jahren haben sich die zusätzlichen Stunden auf knapp 24 addiert, rund einen Tag. Dieser wird als 29. Februar eines Schaltjahres in den Kalender eingefügt. Ohne den Zusatztag würde der Kalender vom Lauf der Jahreszeiten abweichen: So wäre etwa der längste Tag des Jahres schon nach 400 Jahren nicht mehr der 21. Juni, sondern ein Tag Ende September.

Keine Regel ohne Ausnahmen

Schaltjahre sind zunächst alle Jahre mit Zahlen, die sich ganzzahlig durch vier teilen lassen. Beispiel: 2020:4=505. Doch es gibt Ausnahmen. Da die Erde etwas weniger als 365 und einen Vierteltag für ihre Reise um die Sonne benötigt, verzichtet man alle 100 Jahre auf den 29. Februar. Dies geschieht jeweils in Jahren, die sich glatt durch 100 teilen lassen: also etwa in 1800, 1900, 2100. Das Jahr 2000 stellte eine weitere Ausnahme dar. Um den Kalender noch exakter an das tropische Jahr anzupassen, gibt es den 29. Februar zusätzlich in allen Jahren, die durch 400 teilbar sind, wie 1600 und 2000. Mit dieser Rechnung summiert sich die Abweichung zwischen Kalenderjahr und tropischem Jahr in 3.000 Jahren nur noch auf einen Tag.

Weitere Informationen
Ein Spaziergänger steht im Watt vor Cuxhaven und fotografiert die Insel Neuwerk. © picture alliance/dpa Foto: Sina Schuldt

Wintersonnenwende 2021: Der kürzeste Tag des Jahres

Der 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres. Im Norden ist es kaum 7,5 Stunden hell. Danach werden die Tage wieder länger. mehr

Zeitumstellung © by-studio/fotolia Foto: by-studio

Zeitumstellung: Jetzt gilt wieder die Winterzeit

In der Nacht zu Sonntag sind die Uhren um eine Stunde zurückgestellt worden. Morgens wird es nun früher hell, abends früher dunkel. mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 01.03.2020 | 19:30 Uhr

Mehr Verbrauchertipps

Spielzeug, bestehend aus einem Pinguin, Klötzen und einem bunten Ring-Turm auf dem Boden © NDR Foto: Elke Janning

Spielzeug kaufen: Auf Sicherheit und Herkunft achten

Risiken beim Online-Kauf, Sicherheitslücken bei Smart Toys: Wie erkennt man sicheres Spielzeug? Tipps für Verbraucher. mehr