Stand: 01.04.2016 08:53 Uhr  | Archiv

So senken Sie Ihre Warmwasser-Kosten

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Mit erwärmtem Wasser rinnt Tag für Tag viel Energie den Abfluss hinunter.

Warmwasser ist einer der größten Energiefresser in privaten Haushalten. Zwischen zwölf und 35 Prozent des durchschnittlichen Energieverbrauchs geht in die Warmwasserbereitung - deutlich mehr als etwa in die Beleuchtung. Und während der Energieverbrauch beim größten privaten Posten, dem Heizen, durch moderne Heiztechnik und bessere Dämmung zurückgeht, ist er beim Warmwasser in den vergangen Jahren sogar gestiegen. Jeder vierte Liter Wasser, den wir privat verbrauchen, ist Warmwasser.

Sparen schont Umwelt und Portemonnaie

Dabei lohnt sich das Sparen beim Warmwasser gleich doppelt: Mit sinkendem Verbrauch reduzieren sich sowohl die Kosten für das Wasser selbst als auch die Energiekosten für das Erwärmen. Zugleich profitiert auch die Umwelt von dem geringeren CO2-Ausstoß. Einige einfache Tipps helfen, den privaten Verbrauch spürbar zu senken. Die von Bund und EU geförderte gemeinnützige Beratungsgesellschaft CO2 Online bietet einen Wasser-Check an, mit dem jeder herausfinden kann, wie er seinen Verbrauch senken und so Energie sparen kann. Der Online-Test dauert etwa fünf Minuten.

Zentral oder dezentral?

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Rund ein Drittel des gesamten Wassers verbrauchen wir im Bad.

Wie hoch die Kosten für die Bereitung des Warmwassers sind, hängt zum großen Teil davon ab, wie das Wasser erwärmt wird. Die Wassererwärmung mit zentralen Heizsystemen wie Öl, Gas, Fernwärme oder solarthermischen Anlagen ist meist günstiger und zugleich umweltfreundlicher als die mit dezentralen Systemen wie Durchlauferhitzer und Boiler. Besonders ungünstig bei Boilern: Weil das Wasser in ihnen länger steht und daher Gefahr durch Keime drohen würde, erhitzen sie das Wasser auf mindestens 60 Grad. Bei Durchlauferhitzern sollte man darauf achten, nur die Wassertemperatur einzustellen, die auch wirklich benötigt wird. So sind im Bad 38, an der Küchenspüle 45 Grad in der Regel ausreichend. Wer einen Boiler hat, sollte diesen öfter mal ausschalten, etwa, wenn niemand zu Hause ist. Auch nachts muss das Gerät nicht dauernd warmes Wasser vorhalten.

Im Badezimmer Wasser sparen

Der größte Anteil des warmen Wassers, das wir täglich verbrauchen, rauscht durch Hähne und Duschköpfe im Badezimmer. Dort lässt sich zugleich besonders leicht Wasser sparen. Empfehlenswert sind Sparduschköpfe sowie Perlstrahler und Durchlaufbegrenzer an den Wasserhähnen. Diese mischen dem Wasser Luft bei und senken so den Verbrauch. Die Installation ist einfach und zahlt sich meist relativ schnell aus. Perlstrahler sind ab zwei, Sparduschköpfe ab 20 Euro zu haben. Komfortabel sind Einhand-Armaturen. Mit ihnen lässt sich das Wasser zwischendurch abstellen, etwa beim Zähneputzen oder Einseifen. Die eingestellte Temperatur bleibt aber erhalten.

Weitere Spar-Tricks für den Alltag

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Mit modernen Waschmitteln wird normal verschmutzte Wäsche bereits bei 30 Grad sauber.

Generell gilt: Duschen ist sehr viel wassersparender als Baden. Doch auch beim Duschen bieten sich noch Einsparmöglichkeiten. Wer täglich nur eine Minute kürzer und ein Grad kühler duscht, spart einiges. In einem Zwei-Personen-Haushalt kommen hierdurch etwa 100 Euro Ersparnis pro Jahr zusammen. Und auch andere kleine Verhaltensänderungen machen sich bezahlt: So lohnt es sich den Öko-Waschgang der Wasch- und Spülmaschine zu benutzen, die Geräte immer komplett zu befüllen und Wäsche vorwiegend bei niedrigen Temperaturen zu waschen. Auch eine Vorwäsche ist nicht notwendig.

Alte Geräte austauschen

Oft lohnt es sich finanziell, alte elektrische Geräte gegen neue auszutauschen. Wer ein neues Gerät kauft, sollte aber genau hinschauen, denn es gibt große Unterschiede bei Wasser- und Stromverbrauch. Am sparsamsten sind Geschirrspüler und Waschmaschine mit der Energieeffizienz-Klasse A+++. Auch für Durchlauferhitzer ist ein Energielabel geplant. Es soll noch 2016 auf den Markt kommen.

Wasser umweltfreundlich erwärmen

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Mit einer Solaranlage auf dem Dach können Hausbesitzer günstig warmes Wasser produzieren.

In vielen Einfamilienhäusern sind Zirkulationspumpen im Einsatz, die das zentral produzierte Warmwasser in den Leitungen des Hauses zirkulieren lassen. Durch sie ist das Warmwasser permanent verfügbar. Das ist aber gerade nachts meist unnötig. Wer im eigenen Haus lebt, kann die Pumpe auch abschalten. Dann dauert es zwar etwas länger, bis das warme Wasser am Wasserhahn ankommt, dafür spart man Energiekosten. Eine Alternative ist der Einbau einer Zeitschaltuhr, mit der die Pumpe an die individuellen Gewohnheiten angepasst wird.

Eigenheimbesitzer können außerdem die Installation einer Solaranlage (Solarthermie) erwägen, die das Wasser durch die Kraft der Sonne erwärmt. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kann so etwa 60 Prozent seines Warmwassers regenerativ erzeugen.

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Dieses Thema im Programm:

Nordmagazin | 22.03.2012 | 19:30 Uhr

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