Zwei Gläser, gefüllt mit Sekt. © imago images / Panthermedia Foto: Muenz

Prosecco, Sekt und Champagner: Was ist der Unterschied?

Stand: 28.12.2021 18:00 Uhr

Prosecco, Sekt, Champagner, Cava oder Crémant: Weihnachten und Silvester haben Schaumweine Hochsaison. Wo sind die Unterschiede? Was kosten sie? Wie lassen sich die Flaschen richtig lagern und öffnen?

Sie schäumen und perlen alle. Doch die Unterschiede zwischen Sekt, Champagner und Co. sind groß. Das beginnt bereits beim Preis: Beim Discounter kostet eine Flasche günstiger Prosecco nur etwa drei Euro, für einen Champagner aus dem Fachhandel müssen Verbraucher ab 30 Euro aufwärts zahlen.

Prosecco: Günstiger Schaumwein meist aus Venetien

Für weniger Geld kann man mit einem perlenden alkoholischen Getränk nicht anstoßen. Prosecco stammt aus Italien, ursprünglich aus der Region Venetien im Nordosten des Landes. Ausgangsprodukt sind Weine der Rebsorte Glera. Prosecco enthält wenig Kohlensäure, perlt also nicht so intensiv wie andere Schaumweine. Für einfachen Prosecco wird Weißwein mit Kohlensäure versetzt. Bessere Produkte gären in Tanks oder sogar in Flaschen. Gute Qualitäten kosten ab etwa sieben Euro pro 0,75-Liter-Flasche.

Sekt: Oft Cuvées aus verschiedenen Weinsorten

Champagner wird aus einer Flasche in ein Glas eingeschenkt. © fotolia Foto: Friedberg
Wer auf Qualität Wert legt, sollte zu Sekt aus "traditioneller Flaschengärung" greifen.

Der in Deutschland beliebteste Schaumwein heißt Sekt. Basis sind sogenannte Grundweine, denen Hefezellen und Zucker zugesetzt werden. Dann gären sie mindestens sechs Monate und produzieren dabei Kohlensäure. Meist werden mehrere Grundweine aus unterschiedlichen Rebsorten, die nicht aus einer bestimmten Region stammen müssen, zu einer Cuvée (Verschnitt) gemischt. So erzielen die Hersteller den immer gleichen Geschmack einer Sektsorte.

Für den Feinschliff setzen sie nach der Gärung in Wein aufgelösten Zucker oder Süßweine zu. Günstige Massenware, die zu Preisen ab etwa drei Euro pro Flasche in den Handel kommt, gärt in großen, druckfesten Tanks. Edle Sekte reifen neun Monate direkt in der Flasche und werden auf dem Etikett meist als "traditionelle Flaschengärung" gekennzeichnet. Die am häufigsten verwendete Rebsorte ist Riesling. Der Alkoholgehalt von Sekt muss mindestens zehn Prozent betragen. Kohlensäure darf nicht zugefügt werden.

Champagner: Geschützte Herkunftsbezeichnung mit Flaschengärung

Champagner gilt für viele als das edelste aller Getränke. Schon der Name klingt nach Luxus. Doch inzwischen haben auch viele Supermärkte und Discounter die Faszination für den feinperligen Franzosen erkannt und bieten ihre eigenen, günstigen Champagnermarken für rund 13 Euro pro Flasche an.

Schaumwein darf sich nur Champagner nennen, wenn er aus der Region Champagne, etwa 100 Kilometer nordöstlich von Paris, stammt. Dort wachsen die Weine auf genau definierten Flächen von insgesamt knapp 35.000 Hektar. Die drei wichtigsten Rebsorten sind Chardonnay und die roten Trauben Pinot Meunier (Schwarzriesling) und Pinot Noir (Spätburgunder).

Verlesen werden die Trauben per Hand. Die erste Gärung wird auch als alkoholische Gärung bezeichnet. Diese Gärung findet für jede Rebsorte und jede Lage in einem anderen Fass statt. Für die zweite Gärung wird der Wein in Flaschen abgefüllt und mit dem sogenannten Liqueur de tirage versetzt. Dieser besteht aus einer Form von Zucker und Hefe und ist je nach Champagner-Hersteller verschieden. Insgesamt muss der Champagner mindestens 15 Monate reifen, bevor er verkauft werden darf.

Cava, Spumante und Crémant: Günstige Champagner-Alternativen

Anstoßen mit zwei gefüllten Sektgläsern. © fotolia Foto: pattilabelle
Cava und Crémant werden wie Champagner nach der "Méthode traditionelle" hergestellt.

Während es für die einen schlicht eine Stilfrage ist, Champagner zu trinken, halten ihn andere für überbewertet. Sie vergnügen sich mit Alternativen, die je nach Herkunft Cava, Spumante oder Crémant heißen. So wird der spanische Cava ebenfalls nach der "Méthode traditionelle" hergestellt, also der traditionellen Methode aus der Champagne. Die Herkunft der Trauben ist zwar nicht vorgeschrieben, doch werden mehr als 90 Prozent des Schaumweins im Anbaugebiet Penedès westlich von Barcelona hergestellt. Cava muss mindestens neun Monate reifen.

Ähnliches gilt für Crémant, einem französischen Champagner-Konkurrenten, der nicht aus der Region Champagne stammt und mindestens zwölf Prozent Alkohol enthält. Die italienische Variante nennt sich Spumante, bringt es auf mindestens elf Prozent Alkohol und darf mit zugefügter Kohlensäure verkauft werden. Cava und Co. liegen im Preis meist zwischen Sekt und einfachem Champagner.

Entkorken: Die Flasche sicher öffnen

  • Flasche gut kühlen und nicht schütteln
  • Gläser bereitstellen
  • Flasche leicht schräg vom Körper weg halten
  • Drahtkorb auf dem Korken öffnen und abnehmen
  • Korken gut festhalten und mit der anderen Hand die Flasche drehen
Tipp: Sitzt der Korken zu fest, Drahtkorb wieder aufsetzen, Tuch um Korken und Korb legen und dann fest zugreifen.

Geschmack: Welcher Schaumwein ist der richtige?

Einen Schaumwein zu finden, der dem eigenen Geschmack entspricht, ist nicht einfach. Experten unterscheiden sieben Geschmacksrichtungen, die sich am Zuckergehalt orientieren: naturherb (brut nature), extra herb (extra brut), herb (brut), extra trocken (extra dry), trocken (dry), halbtrocken (medium dry, demi-sec) und mild (sweet, doux). Diese Bezeichnung findet sich meist auf dem Etikett.

Stiftung Warentest hat wiederholt Schaumweine geprüft und festgestellt, dass weder ein großer Name noch ein hoher Preis Garanten für Qualität sind. Im Fachgeschäft beraten Händler, wie das jeweilige Produkt einzustufen ist, etwa mit Blick auf den Geschmack und die Säure. Letztlich muss ein Probeschluck entscheiden, ob der Schaumwein die richtige Wahl für einen festlichen Anlass ist, allerdings werden Schaumweine selten zur Verkostung angeboten. Gute Beratung hilft aber bei der Auswahl.

Richtige Lagerung und ideale Trinktemperatur

Sekt und Co. kommen trinkfertig in den Handel und sollten bald genossen werden. Bei längerer Lagerung verlieren sie an Geschmack und Kohlensäure. Bis zum Trinken kühl, dunkel und stehend aufbewahren - etwa im Keller. Die ideale Trinktemperatur liegt bei sieben Grad. In schlanken, hohen Gläsern steigen die feinen Perlen schön auf.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.12.2020 | 20:15 Uhr

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