VIDEO: Günstige Champagner im Test (7 Min)

Prosecco, Sekt und Champagner - was ist der Unterschied?

Stand: 21.12.2020 21:31 Uhr

Sekt und Champagner, Cava, Crémant und Prosecco: Gerade zu Weihnachten und Silvester haben spritzige Getränke Hochsaison. Worin besteht der Unterschied zwischen den Schaumweinen? Und was kosten sie?

Sie schäumen alle, und sie perlen alle. Doch die Unterschiede zwischen Sekt, Champagner und Co. sind groß. Das beginnt bereits beim Preis: Beim Discounter kostet eine Flasche Prosecco nur rund zwei Euro. Für einen edlen Champagner aus dem Fachhandel ist durchaus das Fünfzigfache fällig.

Prosecco: Der Günstige

Für weniger Geld kann man mit einem perlenden alkoholischen Getränk nicht anstoßen. Prosecco stammt aus Italien, ursprünglich aus der Region Venetien im Nordosten des Landes. Ausgangsprodukt sind Weine der Rebsorte Glera. Prosecco enthält wenig Kohlensäure, perlt also nicht so intensiv wie andere Schaumweine. Für einfachen Prosecco wird Weißwein mit Kohlensäure versetzt. Bessere Produkte gären in Tanks oder sogar in Flaschen. Gute Qualitäten kosten ab etwa sieben Euro pro 0,75-Liter-Flasche.

Sekt: Die Mittelklasse

Champagner wird aus einer Flasche in ein Glas eingeschenkt. © fotolia Foto: Friedberg
Wer auf Qualität Wert legt, sollte zu Sekt aus "traditioneller Flaschengärung" greifen.

Der in Deutschland beliebteste Sprudelwein heißt Sekt. Basis sind sogenannte Grundweine, denen Hefezellen und Zucker zugesetzt werden. Dann gären sie mindestens sechs Monate und produzieren dabei Kohlensäure. Meist werden verschiedene Grundweine, die nicht aus einer bestimmten Region stammen müssen, zu einer Cuvée gemischt. So erzielen Winzer den immer gleichen Geschmack einer Sektsorte.

Für den Feinschliff setzen sie nach der Gärung in Wein aufgelösten Zucker oder Süßweine zu. Günstige Massenware, die zu Preisen von etwa drei bis sieben Euro pro Flasche in den Handel kommt, gärt in großen, druckfesten Tanks. Edle Sekte reifen neun Monate direkt in der Flasche und werden auf dem Etikett meist als "traditionelle Flaschengärung" gekennzeichnet. Die am häufigsten verwendete Rebsorte heißt Riesling. Der Alkoholgehalt von Sekt muss mindestens zehn Prozent betragen. Kohlensäure darf nicht zugefügt werden.

Champagner: Gute Qualität erkennen

Champagner gilt für viele als das edelste aller Getränke. Schon der Name klingt nach Luxus. Doch inzwischen haben auch viele Supermärkte und Discounter die Faszination um den feinperligen Franzosen erkannt und bieten ihre eigenen, günstigen Champagnermarken in den Regalen an. Die Flasche erhältlich für unter 13 Euro.

Der Schaumwein darf sich nur Champagner nennen, wenn er aus der Region Champagne stammt, gut 100 Kilometer nordöstlich von Paris. Dort wachsen die Weine auf genau definierten Flächen von insgesamt knapp 35.000 Hektar. Die drei wichtigsten Rebsorten heißen Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir - eine weiße und zwei rote Trauben.

Verlesen werden die Trauben per Hand. Die erste Gärung wird auch als alkoholische Gärung bezeichnet. Diese Gärung findet für jede Rebsorte und jede Lage in einem anderen Fass statt. Für die zweite Gärung wird der Wein in Flaschen abgefüllt und mit dem sogenannten Liqueur de tirage versetzt. Dieser besteht aus einer Form von Zucker und Hefe und ist je nach Champagner-Hersteller verschieden. Insgesamt muss der Champagner mindestens 15 Monate reifen, bevor er verkauft werden darf.

Cava, Spumante und Crémant als Alternative

Anstoßen mit zwei gefüllten Sektgläsern. © fotolia Foto: pattilabelle
Crémant, Cava und Spumante sind Alternativen zu Champagner.

Während es für die einen schlicht eine Stilfrage ist, Champagner zu trinken, halten ihn andere für überbewertet. Sie vergnügen sich mit Alternativen, die je nach Herkunft Cava, Spumante oder Crémant heißen. So wird der spanische Cava ebenfalls nach der "Méthode traditionelle" hergestellt, also der traditionellen Methode aus der Champagne. Die Herkunft der Trauben ist zwar nicht begrenzt, doch werden mehr als 90 Prozent des Schaumweins im Anbaugebiet Penedès westlich von Barcelona hergestellt. Cava muss mindestens neun Monate reifen.

Ähnliches gilt für Crémant, einem französischen Champagner-Konkurrenten, der nicht aus der Region Champagne stammt und mindestens zwölf Prozent Alkohol enthält. Die italienische Variante nennt sich Spumante, bringt es auf mindestens elf Prozent Alkohol und darf mit zugefügter Kohlensäure verkauft werden. Cava und Kollegen liegen im Preis meist zwischen Sekt und einfachem Champagner, also bei etwa sieben bis 15 Euro pro Flasche.

Welcher Schaumwein ist der richtige?

Einen Schaumwein zu finden, der dem eigenen Geschmack entspricht, ist nicht einfach. Experten unterscheiden allein bei Sekt sieben Geschmacksrichtungen, die sich am Zuckergehalt orientieren - von naturherb (brut nature) über das gängige trocken (dry) bis mild (doux). Diese Bezeichnung findet sich meist auf dem Etikett.

Im Fachgeschäft beraten Händler zusätzlich, wie das jeweilige Produkt einzustufen ist, etwa mit Blick auf einen frischen, fruchtigen Geschmack und die Säure. Letztlich muss ein Probeschluck entscheiden, ob der Schaumwein die richtige Wahl für einen festlichen Anlass ist. Stiftung Warentest hat wiederholt Schaumweine geprüft und festgestellt, dass weder ein großer Name noch ein hoher Preis Garanten für Qualität sind.

Prosecco und Co richtig lagern

Sekt und Co. kommen trinkfertig in den Handel und sollten bald genossen werden. Die Flaschen noch lange zu lagern, schadet der Qualität. Bis zum Verzehr kühl, dunkel und stehend aufbewahren. Die ideale Trinktemperatur liegt bei sieben Grad. In schlanken, hohen Gläsern steigen die feinen Perlen schön auf.

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Dieses Thema im Programm:

Markt | 21.12.2020 | 20:15 Uhr

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