Ein blühendes Mohnfeld © Martin Kalkus Foto: Martin Kalkus

Was ist dran an der Siebenschläfer-Regel?

Stand: 25.06.2022 09:30 Uhr

Zum Siebenschläfertag am 27. Juni schauen viele gespannt aufs Wetter. Das soll laut Bauernregel in den darauffolgenden Wochen so bleiben. Zuverlässige Vorhersage oder Unsinn? Und was hat das Nagetier damit zu tun?

"Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag", sagt eine bekannte Bauernregel. Oder auch: "Ist der Siebenschläfer nass, regnet's ohne Unterlass." Regen verheißt demnach nichts Gutes für den Sommer, so die sprichwörtliche Befürchtung. Scheint dagegen die Sonne, sollen Juli und August warm und trocken werden. Doch stimmt das wirklich?

Wann ist Siebenschläfer?

Siebenschläfer hat schon immer ein festes Datum, den 27. Juni. Bis ins 16. Jahrhundert bezog sich der Siebenschläfertag aber auf die Wetterlage am Ende der ersten Juliwoche. Grund ist die Einführung des Gregorianischen Kalenders im Jahr 1582. Sie korrigierte eine Ungenauigkeit des zuvor gültigen Julianischen Kalenders und bewirkte eine Verschiebung um etwa 11 Tage. Der ursprüngliche Siebenschläfertag ist somit der 7. oder 8. Juli.

Keine Garantie für den perfekten Sommer

Betrachtet man nicht nur den einzelnen Tag, sondern den gesamten Zeitraum von Ende Juni bis Anfang Juli, zeigt sich, dass die Siebenschläfer-Regel eine gewisse Berechtigung hat. Ungefähr zu dieser Zeit stabilisiere sich nämlich in den meisten Jahren die Wetterlage, die die Witterung der folgenden Wochen bestimme, so der Deutsche Wetterdienst (DWD). Eine Garantie für einen perfekten Sommer sei sie aber nicht.

Jetstream beeinflusst unser Wetter

Entscheidend für das Wetter ist der Verlauf des sogenannten Jetstreams, eines Starkwind-Bandes in der oberen Atmosphärenschicht. Verläuft er relativ weit südlich über dem Ostatlantik und Europa, führe dies zu einer "übernormal lang andauernden Zufuhr feuchter und im Sommer als kühl empfundener Luftmassen" nach Mitteleuropa, so der DWD weiter. Verläuft der Jetstream dagegen relativ weit nördlich, breitet sich häufig ein Keil des Azorenhochs bis nach Mitteleuropa aus - mit typisch sonnigem und warmem Sommerwetter.

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Regenbogen über dem Wasser an der Küste von Haffkrug. © Jörg Kröcher Foto: Jörg Kröcher

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Siebenschläfer-Regel: Trefferquote im Süden höher

Statistisch gesehen ist die Wetterregel trotz dieser Gesetzmäßigkeiten nicht zuverlässig. In den meisten Teilen Deutschlands liegt die Wahrscheinlichkeit, dass sie zutrifft, bei etwa 60 bis 70 Prozent. In Norddeutschland, wo das Klima stark von Ost- und Nordsee beeinflusst ist, ist die Trefferquote niedriger. Im Süden liegt sie etwas höher - immer vorausgesetzt, dass man die Regel nicht nur auf den Siebenschläfertag, sondern auf mehrere Tage bezieht und auch nicht gleich sieben, sondern nur etwa die folgenden vier Wochen betrachtet.

Woher hat der Siebenschläfertag seinen Namen?

Ein Siebenschläfer auf einem Baum. © imago images/imagebroker Foto: HansxLang
Der Siebenschläfer ist ein kleines, nachtaktives Nagetier und lebt in Wäldern und großen Gärten.

Benannt ist der Siebenschläfertag nach einer christlichen Legende. Sie handelt von sieben christlichen Brüdern, die wegen ihres Glaubens verfolgt und in eine Höhle bei Ephesos in der heutigen Türkei eingemauert wurden. 195 Jahre später, am 27. Juni des Jahres 446, wurden die sieben Schläfer entdeckt, erwachten wieder zum Leben und bezeugten ihren Glauben an die Auferstehung der Toten. Bis ins 18. Jahrhundert galten sie als Schutzpatrone gegen Schlaflosigkeit.

Mit dem kleinen Nagetier Siebenschläfer hat der Tag dagegen nichts zu tun. Die nur knapp 100 Gramm schweren Wildtiere, die sich hauptsächlich von Bucheckern ernähren, haben ihren Namen, weil sie außerordentlich viel schlafen - von September bis in den Mai hinein, also rund sieben Monate lang, halten sie Winterschlaf.

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