Eine Frau bekommt nach einer Impfung ein Pflaster auf die Einstichstelle. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann

Unternehmen in SH unterstützen Impftermin-Freistellung

Stand: 01.09.2021 17:40 Uhr

Das Bundeskabinett hat die bestehende Arbeitsschutzverordnung zum Schutz vor Corona verlängert. Chefs müssen ihren Angestellten nun frei geben, wenn sie einen Impftermin haben. Viele Unternehmen in SH unterstützen das.

Durch die neue Arbeitsschutzverordnung gilt bis Ende November, dass Arbeitgeber weiterhin für Hygienekonzepte und die Sicherheit ihrer Angestellten sorgen müssen. Neu hinzugekommen ist, dass Chefs ihre Angestellten für einen Impftermin freistellen müssen. Der Unternehmensverband Nord (UV Nord), der die Interessen der Arbeitgeber vertritt, unterstützt diese Maßnahmen.

Eine Frau bekommt nach einer Impfung ein Pflaster auf die Einstichstelle. © picture alliance/SvenSimon/Frank Hoermann Foto: Frank Hoermann
AUDIO: Arbeitsschutzverordnung zum Schutz vor Corona verlängert (1 Min)

Die neue Vorschrift koste zwar Geld und bedeute zusätzlichen Organisationsaufwand, das sei es aber wert, so Sebastian Schulz, Geschäftsführer des UV Nord. "Jeder Mitarbeiter, der sich impfen lässt, kann in dem Unternehmen wesentlich geschützter arbeiten. Man kann ihn besser einsetzen mit weiteren Geimpften", sagte Schulz.

Der UV Nord hätte sich allerdings gewünscht, dass Arbeitnehmer im Betrieb angeben müssen, ob sie geimpft sind oder nicht - so seien Hygienekonzepte viel einfacher zu gestalten. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Nord sieht das anders. Er ist froh, dass das arbeits- und auch datenschutzrechtlich Privatsache bleibt. Auch die Maßnahmen in Sachen Impf-Freistellung findet der DGB Nord richtig und wichtig.

Impftermin während der Arbeit auch bisher oft möglich

Viele Arbeitgeber in Schleswig-Holstein haben die Freistellung für Impftermine bisher auch schon so gehandhabt. Am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) konnten beispielsweise von Anfang an alle Impfberechtigten während der Arbeit einen Impf-Termin bekommen. Aber auch bei Arbeitgebern, die nicht selbst Impfungen anbieten, ist das schon länger möglich. Beispielsweise bei den Stadtwerken Flensburg, der Supermarktkette Famila und seiner Muttergesellschaft Bartels-Langness ist es schon jetzt so: Wer einen Impftermin hat, wird freigestellt.

Homeoffice wird unterschiedlich gehandhabt

Bei dem Thema Homeoffice sieht es etwas anders aus. Schon seit Ende Juni gibt es keine Pflicht zum Homeoffice mehr. Die Betriebe im Land gehen allerdings unterschiedlich damit um: Die Stadtwerke Flensburg zum Beispiel erlauben es den Mitarbeitenden, 40 Prozent der Arbeitszeit zu Hause zu verbringen. Die restliche Zeit muss in der Firma gearbeitet werden. Auch bei Bartels-Langness wird wieder mehr im Büro gearbeitet. Das Homeoffice-Angebot gebe es zwar weiter, aber "vielen fehlt der Austausch mit den Kollegen und mehr und mehr wollen einfach wieder in der Firma und nicht zu Hause arbeiten", sagte eine Sprecherin NDR Schleswig-Holstein. Am UKSH dagegen gilt noch bis mindestens Ende September: Wer kann, arbeitet von zu Hause aus.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 01.09.2021 | 17:00 Uhr

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