Corona: Einschränkungen für den Einzelhandel

Stand: 17.03.2021 19:04 Uhr

Die Jamaika-Koalition hat über die weiteren Schritte in der Corona-Pandemie beraten. Angesichts steigender Infektionszahlen soll es nun, je nach Sieben-Tage-Inzidenz, Einschränkungen für den Einzelhandel geben.

Der Einzelhandel muss ab der kommenden Woche mit Einschränkungen im lokalen Bereich rechnen. Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 50 in einem Kreis oder einer kreisfreien Stadt muss ab Montag das sogenannte "Click & Meet" angeboten werden - also die Möglichkeit zum Shoppen mit Termin. Es soll auch möglich sein, direkt vor der Tür nach einem Termin zu fragen. Das wird für die Kreise Pinneberg, Segeberg, Stormarn, Herzogtum Lauenburg und die Städte Neumünster und Flensburg ab kommender Woche gelten, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). In diesen Regionen gibt es aktuell mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tage. In dieser Lage ist es aus Sicht der Landesregierung keine Option, an den derzeit geltenden Öffnungen im Einzelhandel flächendeckend festzuhalten.

VIDEO: Günther: „Wir müssen in dieser Situation weiter vorsichtig sein“ (9 Min)

Schulen und Kitas: Aktuelle Maßnahmen bleiben bestehen

Bei den restlichen neun Landkreisen bleiben die bisherigen Regelungen bestehen, da sie unter der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 liegen. Wie Günther weiter sagte, müsse in Regionen, in denen die Inzidenz auf über 100 steige, mit weitergehenden Maßnahmen reagiert werden. Bei Schulen und Kitas wird es auch in der kommenden Woche bei den derzeitigen Regelungen bleiben.

Vorerst keine weiteren Öffnungsschritte

Der Norden liege beim Infektionsgeschehen zwar unter dem Bundestrend, aber auch in Schleswig-Holstein habe die Inzidenz den vierten Tag in Folge über 50 gelegen, sagte Günther. Sie lag am Dienstagabend laut Landesregierung bei 53,8. Angesichts steigender Infektionszahlen hat die Landesregierung entschieden, in der kommenden Woche keine weiteren Öffnungsschritte zuzulassen.

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Gesundheitsminister Garg: Müssen weiter auf Sicht fahren

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Das gilt besonders für die Bereiche der Außengastronomie, der Kultureinrichtungen und des Sports. Am Montag (22.3.) werde man auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) darüber beraten, wie es in den Bereichen Gastronomie, Reisen und Beherbergung weitergehe: "Wir können vor der MPK keine Entscheidungen treffen", so Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). Wie es in den Hotels und Gaststätten weitergehen wird, will die Regierung nach der Ministerpräsidentenkonferenz entscheiden. "Wir müssen in dieser Situation weiter vorsichtig sein", sagte Günther.

Günther befürwortet Beherbergungen unter Auflagen

Er befürworte allerdings Reisen innerhalb von Deutschland und Beherbergungen unter Auflagen. Das sei sinnvoller als Urlaub auf Mallorca mit ganz Europa, so Günther. Die Entwicklung des Infektionsgeschehens zeige: "Wir müssen in dieser Situation weiter vorsichtig sein." Er verwies dazu auf den Stufenplan, der nach dem Beschluss der Konferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten auch eine Rücknahme von Öffnungsschritten beinhalte. Dieser Stufenplan habe sich bewährt.

Weitergehende Maßnahmen für besonders betroffene Regionen

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Laut Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sei man im ständigen Austausch mit den Gesundheitsämtern der Kreise und kreisfreien Städte. Gemeinsam würden die Entwicklungen analysiert. "Das bedeutet auch, dass wir in besonders betroffenen Regionen weitergehende Maßnahmen treffen müssen", sagte Garg. "Wir werden zwar auch in den kommenden Wochen noch auf Sicht fahren müssen. Dabei setzen wir aber bei aller notwendigen Flexibilität auf die höchstmögliche Verlässlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger in Schleswig-Holstein."

10 Millionen Euro für Tests

Im Rahmen der Teststrategie hat das Land für Schulen und Beschäftigte des Landes vorerst rund 2,4 Millionen Tests bestellt. Für die dafür anfallenden Kosten in Höhe von rund 10 Millionen Euro stünden Mittel aus dem Notkredit zur Verfügung, so Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Die Verteilung der Tests beginnt in dieser Woche. "Die Pandemie stellt uns immer wieder vor die Herausforderung, schnell und flexibel zu reagieren", so Heinold. Die Ausgestaltung der Teststrategie in Schulen, Kitas und für die Beschäftigten des Landes wird laut Heinold in den kommenden Tagen von den jeweils zuständigen Ressorts vorgestellt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.03.2021 | 17:00 Uhr

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