Laborszene mit Spritze. © picture alliance / Klaus Ohlenschläger

Corona-Impfung: Hausärzte im Stress

Stand: 06.07.2021 17:52 Uhr

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt, nach einer Erstimpfung mit AstraZeneca als zweite Dosis die Impfstoffe von Biontech oder Moderna zu verimpfen. Das wirft die Planungen der Arztpraxen über den Haufen.

Die sogenannte Kreuzimpfung ist nach neuesten Erkenntnissen wirksamer als zwei Dosen von AstraZeneca. Das ändert aber auch den Impf-Rhythmus: Eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff - also von Biontech oder Moderna - geht laut Stiko auch schon nach vier Wochen und nicht erst nach neun bis zwölf Wochen, wie es bei AstraZeneca gilt. Für die Hausärzte bedeutet das: Stress.

Erstimpfungen könnten sich verzögern

160.000 Schleswig-Holsteiner haben aktuell eine Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca bekommen, davon 140.000 in den Hausarztpraxen des Landes. Sie alle können nun die Zeit bis zur Zweitimpfung verkürzen: Der Empfehlung der Stiko nach haben sie ein Recht auf einen Impfstoff von Biontech oder Moderna. Terminlich ist das laut Hausärzteverband allerdings ein riesiges Problem: Viele Praxen haben wegen Urlaub geschlossen. Außerdem bedeute jede dazwischengeschobene Zweitimpfung, dass ein anderer Patient länger auf seine erste Impfdosis warten muss.

Ärzte könnten auf Dosen von AstraZeneca sitzenbleiben

Außerdem fürchtet der Hausärzteverband, dass viele Praxen nun auf dem AstraZeneca-Impfstoff sitzen bleiben. Die Dosen kommen aus Beständen des Bundes - deswegen muss der Bund entscheiden, was mit den AstraZeneca-Dosen passiert, die übrig bleiben. Gesundheitsminister Heiner Garg hatte aber schon vergangenen Freitag betont, dass es die letzte Option sei, Impfstoff wegzuwerfen. Alles, was übrig bleibt, müsse dorthin geliefert werden, wo es gebraucht wird - etwa ins Ausland, so der Minister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.07.2021 | 17:00 Uhr

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