Eine Frau bekommt eine Spritze in ihren Oberarm. © dpa-Bildfunk Foto: Frank Molter

Corona: Impftermine in SH innerhalb kürzester Zeit ausgebucht

Stand: 12.01.2021 20:56 Uhr

Die 7.700 Corona-Impftermine für die kommende Woche, die am Dienstag vergeben wurden, waren innerhalb von zwölf Minuten ausgebucht. Das Gesundheitsministerium will das Verfahren nun entzerren.

"Wir kommen uns ziemlich veräppelt vor", schrieb zum Beispiel ein NDR 1 Welle Nord Hörer aus Kiel am Dienstagmorgen. Der über 80-Jährige hatte nach eigenen Angaben pünktlich um 8 Uhr versucht, über die Homepage www.impfen-sh.de und parallel über die beiden Hotline-Nummern einen Termin zu bekommen. Im Internet kam er auf die Warteliste und zwar an Stelle 18.393, nach fünf Minuten sei dann die Meldung gekommen, dass alle Termine vergeben sind. Ähnliche Erfahrungen hat auch eine Hörerin gemacht, die seit mehreren Wochen versucht einen Impftermin für ihre Großmutter zu vereinbaren.

SPD: "Zumutung der ganz besonderen Art"

Kritik kommt erneut auch von der SPD-Fraktion im Kieler Landtag. Die sozialpolitische Sprecherin, Birte Pauls, spricht bei dem Vergabeverfahren von einer "Zumutung der ganz besonderen Art". Viele Menschen würden nun aufgeben und darauf warten, bis der Hausarzt gegen Corona impfen kann. Deshalb fordert Pauls Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) erneut zum Umdenken auf. Er soll dafür sorgen, dass die Menschen, die sich jetzt impfen lassen können, schriftlich mit einem Termin dazu eingeladen werden.

Hotline nur noch für über 80-Jährige

Ähnlich wird in Hamburg verfahren. Auch dort müssten sich Menschen anschließend aber selbst um einen Termin bemühen, sagte Garg am Dienstagnachmittag im Studio von NDR Schleswig-Holstein. Das von Garg geführte Gesundheitsministerium will im Grundsatz an der bisherigen Praxis festhalten. Allerdings ist ab der kommenden Woche eine kleine Änderung geplant: Bis zunächst Anfang Februar sollen nur noch Menschen über 80 Jahre Termine über die telefonische Hotline bekommen. Das gab das Ministerium am Dienstag bekannt.

Pflegepersonal oder Mitarbeiter des Rettungsdienstes sollen die übrigen Termine später am Tag online buchen können - also nicht mehr telefonisch. Laut Ministerium soll das Verfahren damit entzerrt werden.

Garg: Grundproblem ist Impfstoff-Knappheit

Die nächsten Impftermine können kommende Woche Dienstag (19.1.) ab 8 Uhr gebucht werden. Eine Ausweitung der buchbaren Termine hängt von der Verfügbarkeit des Impfstoffs ab. So lange das Grundproblem des knappen Impfstoffs bleibe, werde es keine grundsätzliche Lösung bei den Impf-Terminen geben, sagte Garg. 325.000 Schleswig-Holsteiner*innen, die zur ersten Impfpriorität zählen, stünden durch den Impfstoff-Mangel nur 7.700 Impf-Termine pro Woche zur Verfügung, so Garg.

Mobile Impfteams aufgestockt

Die mobilen Impfteams, die in Pflegeeinrichtungen impfwillige Bewohnerinnen und Bewohner sowie Personal entsprechend der bundesweiten Priorisierung impfen, wurden noch einmal um vier Impfteams aufgestockt. So sind jetzt im Auftrag des Landes 19 mobile Impfteams unterwegs zu stationären Pflegeeinrichtungen. Ebenfalls können Pflegerinnen und Pfleger dieser Einrichtungen - nach Anmeldung durch die Einrichtung - geimpft werden.

Moderna-Impfstoff erreicht SH

Die ersten 2.400 Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna, die am Dienstag Schleswig-Holstein erreichten, sollen laut Gesundheitsministerium für Krankenhäuser und deren impfberechtigtes Personal genutzt werden. Bis Ende Februar ist die Lieferung von insgesamt 38.400 Moderna-Dosen nach Schleswig-Holstein geplant.

Die EU-Kommission hatte den Impfstoff des US-Herstellers in der vergangenen Woche zugelassen. Es war nach dem von Biontech/Pfizer der zweite in Europa zugelassene Corona-Impfstoff.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.01.2021 | 12:00 Uhr

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