Stand: 03.03.2020 18:33 Uhr

Wildpferde sollen aufgepäppelt werden

Der Naturschutzbund (NABU) muss sich schweren Vorwürfen stellen: Die Organisation soll die Pflege der Koniks im Speicherkoog (Kreis Dithmarschen) vernachlässigt haben. Spaziergänger hatten beim Kreis eine schlechte Verfassung der ponyähnlichen Wildpferde gemeldet. Sie seien in einem völlig verwahrlosten Zustand. Vier der Tiere seien gestorben. Der Kreis hat daraufhin am Dienstag zu einem runden Tisch geladen. Der Landesvorsitzende des NABU Schleswig-Holstein, Hermann Schultz, weist die Vorwürfe zurück.

Witterung und Futtermangel setzten Koniks zu

Im Gespräch mit NDR Schleswig-Holstein sagte Schultz, die Tiere seien weder verwahrlost noch seien die vier Pferde verhungert. Eines ist seinen Angaben zufolge an einem Herz-Kreislaufversagen gestorben, die anderen waren totgeborene Fohlen. Uwe Maaßen, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Dithmarschen, bestätigt dies. "Es laufen zu viele Tiere in dem Gebiet und hinzu kommt die Witterung", sagte er. Dennoch sei der Zustand seiner Ansicht nach nicht gut. "Es gab zu viel Feuchtigkeit, das führte dazu, dass zu wenig Futter zur Verfügung steht - und das alles zusammengenommen führte dazu, dass der Ernährungszustand mittelmäßig ist."

Zusätzliches Heu soll helfen

In der kommenden Woche sollen die Tiere eingefangen und genau untersucht werden. Das war bisher nicht möglich, da die Einfanganlage nicht einsatzbereit war. Koniks sind zwar Wildpferde, die weitgehend ohne menschliche Obhut auskommen. Um aber dem Futterproblem entgegenzusteuern, vereinbarten NABU und der Kreis Dithmarschen, dass die Tiere künftig zusätzlich Heu bekommen. 20 Tiere sollen darüber hinaus eine neue Heimat bekommen - die Herde war in den vergangenen Jahren unkontrolliert gewachsen und ist mittlerweile mehr als 70 Tiere stark. Diese Maßnahmen zusammen sollen die Situation der Wildpferde verbessern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.03.2020 | 17:00 Uhr

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