Stand: 03.05.2018 11:14 Uhr

Wikinger ohne Schimmel in Haithabu

Seit Donnerstag hat das Wikingermuseum Haithabu bei Schleswig wieder für Besucher geöffnet. Eineinhalb Jahre haben die Renovierungsarbeiten gedauert, die Dächer und die Außenverschalung der Häuser des Museums mussten komplett erneuert werden. Der Grund: Die meisten tragenden Holzbalken hatten Schimmel - die Statik war gefährdet. Die Renovierung sei auch notwendig gewesen, um den Energieverbrauch des fast 30 Jahre alten Gebäudes deutlich zu reduzieren, teilte das Museum mit.

Goldschmuck aus Frauengrab neu in der Ausstellung

Im Museum wird nun eigenen Angaben zufolge eine der modernsten archäologischen Ausstellungen Europas präsentiert. Originalfunde und innovative Vermittlungsmedien sollen die Besucher mit auf eine Reise in das frühstädtische Leben in der Wikingermetropole Haithabu vor 1000 Jahren nehmen. Zu sehen sind erstmals auch einige der außergewöhnlichen Funde, die bei der archäologischen Grabung auf einem Gräberfeld nahe der Wikingerhäuser im Sommer 2017 entdeckt wurden - darunter Goldschmuck aus einem Frauengrab.

Wikingermuseum Haithabu saniert

Besucher sollen Umbauten nicht bemerken

Bis zuletzt war das Museum in schützende Planen eingedeckt, um auch während der Wintermonate arbeiten zu können. Von der fast vollständigen Entkernung, die während der Bauarbeiten stattgefunden hat, sollen die Besucher nichts merken. "Für alle Beteiligten stand bei allen Maßnahmen im Vordergrund, die einmalige und besondere Architektur des Museumsgebäudes zu erhalten", teilte das Museum weiter mit.

Programmtipp
NDR 1 Welle Nord

Maja sendet aus dem Wikingermuseum in Haithabu

03.05.2018 12:40 Uhr
NDR 1 Welle Nord

Maja Herzbach wollte mal Floristin werden, doch Wikingerprinzessin ist auch kein schlechter Job. Zur Wiedereröffnung des Wikingermuseums sendete sie am Donnerstag aus Haithabu. mehr

Millionenprojekt Museumssanierung

Hinter der Holzfassade und unter dem Dach sei aber kein Bereich unangetastet geblieben: 180 Holzstützen wurden instand gesetzt, mehr als 1.000 Quadratmeter Wandfläche und rund 1.650 Quadratmeter Dachfläche zusätzlich gedichtet und gedämmt. "Wir haben geschätzt ungefähr 2.500 Bleiplatten auf das Dach gepackt - ein Gewicht von ungefähr 90 Tonnen. Und das alles per Hand, also ohne irgendwelche Kranhilfen oder so was", berichtet Architekt Götz Lammers. Insgesamt haben die Handwerker der verschiedenen Gewerke etwa 27.500 Arbeitsstunden geleistet. Die Kosten der Sanierung von 3,6 Millionen Euro teilen sich die EU, das Land und die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.05.2018 | 11:14 Uhr

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