Stand: 09.01.2020 07:13 Uhr

Wadephul: Keine besondere Gefährdung für Jagel-Piloten

Der schleswig-holsteinische CDU-Verteidigungsexperte Johann Wadephul will an der Bundeswehrmission im Irak nach der Tötung des iranischen Generals Ghassem Soleimani durch die USA festhalten. Auch sieht der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag keine besondere Gefährdungslage für die Tornado-Piloten aus dem Fliegerhorst Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg). Sie sind auf dem Wüsten-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien rund 800 Kilometer westlich von der irakischen Hauptstadt Bagdad stationiert. Sie unterstützen die Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) mit Aufklärungsflügen und Luftbetankung - darunter mit Flügen über Syrien und dem Irak.

Wadephul: "Einsatz ist dringend notwendig"

"Erstens haben wir herausragend ausgebildete Piloten und zweitens ist die Luftlage nicht besonders prekär. Die Bodenlage ist auf jeden Fall gefährlicher", sagte Wadephul. "Ich hoffe natürlich, dass alle Piloten heil zurückkommen. Aber auch dieser Einsatz ist dringend notwendig, um den IS wirksam bekämpfen zu können", erläuterte er dem NDR Schleswig-Holstein. Die Piloten beobachten IS-Nester und geben Daten an die Soldaten weiter, die die Bekämpfung durchführen.

Zwei Sondersitzungen in Berlin

Um über die Folgen des aktuellen Konflikts zwischen dem Iran und den USA zu beraten, sind in Berlin heute zwei Sondersitzungen im Bundestag anberaumt. Zeitgleich treffen sich der Auswärtige Ausschuss und der Verteidigungsausschuss. In beiden nicht-öffentlichen Sitzungen geht es um die Entwicklung im Irak und die Folgen für den Bundeswehr-Einsatz.

Wadephul: Wenn Irak es zulässt, soll Bundeswehr bleiben

Die Bundesregierung will sich nun erst mal einen umfassenden Überblick über die Lage vor Ort machen. Danach soll entschieden werden, ob deutsche Soldaten aus dem Nahen Osten abgezogen werden. "Wir verteidigen am Ende auch unsere Freiheit, unseren Frieden hier vor Ort. Denn die Flüchtlingskrise hat uns schon stark betroffen gemacht. Und wenn die Menschen dort in Unfreiheit leben, wenn sie kriegerische Auseinandersetzungen zu befürchten haben, kommen sie im Zweifel hierher", erläuterte Wadephul. Daher sei er dafür, dass die Bundeswehr, wenn es die irakische Regierung zulässt, ihren Einsatz im Irak fortsetzt.

Bundeswehr verlegt Soldaten nach Kuwait und Jordanien

Die Bundeswehr hat bereits Personal vorübergehend aus dem Irak nach Kuwait und Jordanien verlegt. Für Wadephul eine Sicherheitsmaßnahme für die Bundeswehrsoldaten. "Sie sind natürlich bedroht. Der Iran hat Vergeltungsschläge ausgeübt. Und es ist vollkommen klar: Wir müssen das immer einschätzen, ob das noch verantwortbar ist. Was nicht geht, ist, dass sie wirklich in eine akute Gefahr für Leib und Leben kommen." Die befürchte die Bundesregierung momentan aber nicht.


09.01.2020 07:13 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, dass die Tornado-Piloten aus dem Fliegerhorst Jagel im Wüsten-Stützpunkt Al-Asrak in Jordanien rund 30 Kilometer nördlich von der irakischen Hauptstadt Bagdad stationiert sind. Das ist natürlich falsch. Es sind rund 800 Kilometer westlich. Die Redaktion bittet, diesen Fehler zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen
In Bagdad schwenkt ein Demonstrant während eines Protests gegen den iranischen Raketenangriff eine irakische Flagge.

Iran-Krise: "Die USA sollten nicht zurückschlagen"

In der Iran-Krise hat der deutsche Ex-Botschafter im Iran und Irak, Erbel, zur Deeskalation aufgerufen. Eine militärische Lösung des Konflikts sei nicht möglich. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 08.01.2020 | 18:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Ein Man hält in einem Behandlungsraum den Arm eines Patienten in die Luft, davor ist ein Schreibtisch mit einem aufgeklappten Laptop. © NDR

Corona-Betrug: Kieler Arzt bietet "geistige" Impfung an

Ein Arzt in Kiel gibt vor, "geistig" gegen Corona impfen zu können. Zwei NDR Reporter werden auf ihn aufmerksam. mehr

THW-Trainer Filip Jicha © picture alliance/Marius Becker/dpa Foto: Marius Becker

Schlimmer Start, starke Steigerung: Kiel siegt in Celje

Eine Woche nach dem Heimdebakel gegen Nantes hat der THW Kiel in der Handball-Champions-League in Celje gewonnen. mehr

Die Sprengung einer Bombe hat ein großes Loch hinterlassen. © NDR Foto: Mirja Pape

Experten haben Bombe in Kiel gesprengt - Schäden?

Im Stadtteil Dietrichsdorf ist kurzfristig am Abend eine Fliegerbombe gesprengt worden. Unklar blieb, ob es Schäden gab. mehr

Hannah aus Kieseby © Kai Bruhn Foto: Kai Bruhn

Steinmeier ehrt Schülerin aus Halstenbek

Sie hat den "Schwer-in-Ordnung"-Ausweis erfunden. Dafür wurde die 17-Jährige nun von Bundespräsident Steinmeier ausgezeichnet. mehr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein