Passanten gehen durch die Fußgängerzone von St. Peter-Ording. © Imago Images Foto: Chris Emil Janßen

Unternehmen in SH atmen auf: Konjunktur zieht wieder an

Stand: 06.08.2021 12:23 Uhr

Nach Angaben der IHK Schleswig-Holstein hat der Konjunkturklima-Index im zweiten Quartal einen Sprung von 100,4 auf 111,5 Punkte gemacht. Er liegt damit sogar über dem langjährigen Mittel.

Monatelang hatte die Corona-Krise den Unternehmen in Schleswig-Holstein zu schaffen gemacht. Einige Branchen verzeichneten durch den Lockdown kaum noch Umsätze. Nun hat sich die Stimmung in den Unternehmen deutlich verbessert. Die Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, Friederike C. Kühn, ist zufrieden. "Erstmals seit Beginn der Pandemie sehen die Unternehmen in Schleswig-Holstein wieder optimistisch in die Zukunft. Besonders erfreulich ist, dass sich die Situation in allen Branchen verbessert hat", sagt Kühn.

Gute Aussichten - auch im Einzelhandel

42 Prozent der Betriebe bewerten demnach ihre derzeitige Situation als gut. Im Vorquartal waren es noch 34 Prozent. Auch die Erwartungen haben sich leicht verbessert: Nur noch jedes vierte Unternehmen rechnet mit einer Verschlechterung seiner wirtschaftlichen Lage. Auch die Entwicklung im Einzelhandel hat sich verbessert: 37 Prozent der Einzelhändler sprechen laut IHK von einer guten Geschäftslage, nur noch 13 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. Über die Hälfte der Unternehmen erwartet jedoch einen Anstieg der Preise. An der IHK-Umfrage beteiligten sich rund 780 Unternehmen im Land.


Sorge vor Fachkräftemangel und steigenden Infektionszahlen

Porträt von Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein und Präses der IHK zu Lübeck. © IHK zu Lübeck
Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK SH, fordert, dass es nicht wieder zu reflexartigen Schließungen kommt.

Weil die Konjunktur wieder anzieht, will nahezu jedes fünfte Unternehmen neue Mitarbeiter einstellen. Etwa jedes siebte Unternehmen plant dagegen, Personal abzubauen. Im Zuge des Aufschwungs zieht der Fachkräftebedarf deutlich an. Zum ersten Mal seit Beginn der Krise schätzen die Betriebe den Fachkräftemangel wieder als größtes Geschäftsrisiko ein: 58 Prozent bewerten die Verfügbarkeit von Personal als Risiko. Jedem zweiten Befragten bereiten die Energie- und Rohstoffpreise Sorgen.

Und noch etwas trübt die gute Stimmung. "In der Wirtschaft wecken steigende Infektionszahlen unschöne Erinnerungen an das Vorjahr", meint die IHK Präsidentin. "Die Folgen sind allen bekannt: Schulschließungen, Lockdown und Geschäftseinbrüche in vielen Branchen. Jetzt braucht es die  Zusage der Politik, dass es nicht wieder zu reflexartigen Schließungen kommt", fordert Kühn. Wichtig sei, dass Impf- und Testkapazitäten mit Blick auf eine vierte Welle und Impfauffrischungen nicht vorschnell zurückgebaut werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.08.2021 | 12:30 Uhr

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