Nach Streckensperrung bei Pinneberg: Die Züge fahren

Stand: 17.01.2023 15:37 Uhr

Bahnpendler brauchten am Dienstagmorgen viel Geduld. Wegen eines Oberleitungsschadens war die Strecke zwischen Elmshorn und Pinneberg stundenlang gesperrt. Seit dem Mittag fallen die Züge wieder.

Böse Überraschung für viele Bahnpendler am Dienstagmorgen auf dem Weg zur Arbeit: Wegen einer gerissenen Oberleitung ging laut Bahn auf dem Abschnitt zwischen Elmshorn und Pinneberg stundenlang nichts mehr. Der Schaden hatte seit 7 Uhr für Zugausfälle gesorgt. Für die Reparatur musste den Angaben nach ein Arbeitszug kommen, der gegen 8.30 Uhr vor Ort war. Die Strecke konnte gegen 11.50 Uhr eingleisig wieder befahren werden, dann gab es aber weiter Verspätungen.

Nach Angaben einer Bahnsprecherin ist die Oberleitungsstörung bei Elmshorn behoben, alle Züge fahren wieder. Den Informationen nach war am Morgen ein Zug der Nordbahn als erstes von dem Schaden betroffen. Die Ursache für die Störung muss noch herausgefunden werden.

Große Verzögerungen

Reisende mussten in Busse umsteigen und viel mehr Zeit einplanen. Verhältnismäßig viele Menschen waren davon betroffen: Über Elmshorn gehen Verbindungen von Hamburg aus nach Westerland, Itzehoe, Neumünster und Kiel. Die Zugreisenden mussten in Itzehoe (Kreis Steinburg) oder in Neumünster umsteigen. In Itzehoe fuhr ein Pendelbus nach Elmshorn - für alle, die dahin und nicht weiter nach Hamburg reisen wollten. Die Züge der Nordbahn fuhren weiter bis Elmshorn, dann aber in ihre jeweilige Richtung zurück, sagte ein Sprecher der Nordbahn. Laut einer Bahnsprecherin war die Verlängerung der Fahrzeit für die Reisenden sehr unterschiedlich, je nach genutzter Strecke - durchschnittlich musste aber mit gut 45 Minuten gerechnet werden, heißt es.

Fahrgäste ratlos und wütend

Viele Reisende versuchten dann am Vormittag, in Pinneberg den richtigen Bus zu erwischen. Ein Reporter von NDR Schleswig-Holstein beobachtete die Ratlosigkeit vieler Menschen am Bahnhof. Die Busse seien sehr voll gewesen, einige Fahrgäste hatten sich auch wütend über die erneuten Probleme bei der Bahn gezeigt.

Probleme auch auf der Marschbahn-Strecke

Geduld brauchen Bahnreisende aktuell auch auf der Marschbahn-Strecke. Noch bis voraussichtlich Donnerstag verspäten sich Züge teilweise bis zu 30 Minuten. Laut der Pendlerinitiative Husum-Westerland liegt das Problem an einem Gleislagefehler zwischen Keitum und Morsum auf Sylt. Ein Schienenstrang muss ausgewechselt werden. Züge können dort ab sofort nur noch mit 20 Kilometern die Stunde fahren. Das führt zu erheblichen Verzögerungen - es kann auch zu Zugausfällen kommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.01.2023 | 14:00 Uhr

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