Stand: 07.12.2017 08:27 Uhr

Methan aus Nordsee-Bohrlöchern belastet das Klima

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Die Bohrlöcher entstehen bei der Suche nach Erdöl und Erdgas. (Themenbild)

Beim Thema Klimawandel gibt es offenbar einen Faktor, der in der Diskussion bislang unterging. Laut einer Studie des Geomar-Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung in Kiel strömen seit Jahrzehnten aus Tausenden Bohrlöchern in der Nordsee große Mengen Methan an die Oberfläche. Jedes dritte der rund 20.000 Bohrlöcher in der gesamten Nordsee stehe unter Verdacht, sagte Forscher Klaus Wallmann. Betroffen ist auch die niedersächsische Küste mit Hunderten ehemaliger Bohrlöcher. Während der Bohrungen sei der Untergrund im Umfeld so gestört worden, dass das Gas durch die entstandenen Risse nach oben strömt, so die Forscher.

Forscher: Industrie ignoriert die Gefahr

"Es ist keine Katastrophe, aber es ist ärgerlich, dass aus diesen Bohrlöchern jedes Jahr Tausende Tonnen Methan die Atmosphäre erreichen, ohne dass sich jemand darum kümmert", erklärt Wallmann. Schließlich sei Methan als Treibhausgas 25 Mal schädlicher als das viel diskutierte CO2. Auch seien die alten Bohrlöcher nach der Suche nach Erdgas oder Erdöl teilweise nicht richtig abgedichtet worden, so dass sich das Metahn dort seinen Weg in die Atmosphäre bahnt. "Das Schlimme ist, dass die Industrie das nicht interessiert und die deutschen Behörden das bislang offenbar nicht wussten", sagt der Ozeanforscher.

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Spätschäden der Erdgasförderung

Mehr zu den Folgen der Erdgasförderung durch ausströmendes Methan aus Bohrlöchern in der Nordsee sehen Sie heute um 21.45 Uhr in der ARD Magazins Plusminus. extern

Ähnliche Probleme an Land vermutet

Das niedersächsische Landesbergamt (LBGEG) teilte auf Nachfrage des NDR mit, dass es von der Problematik nichts wisse. Die Erforschung der alten Bohrlöcher stehe noch ganz am Anfang. Nach Einschätzung der Helmholtz-Forscher könnte es an Land sogar noch schlimmer aussehen. Auch hier gebe es Tausende alter Bohrlöcher, die vermutlich Methan ausstoßen. "Es ist tatsächlich etwas, was man vermeiden könnte", sagt Wallmann. "Man könnte zum Beispiel strengere Auflagen für das Zementieren der Bohrlöcher machen, damit Leckagen verhindert werden."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 06.12.2017 | 17:00 Uhr

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