Stand: 04.06.2020 13:08 Uhr

Homeoffice? Ministerium will mehr Lehrer in den Schulen

Mehr als 3.500 der insgesamt 28.000 Lehrer in Schleswig-Holstein sind in den vergangenen Monaten im Homeoffice geblieben. Der Grund: Laut Bildungsministerium gehören sie zur Corona-Risikogruppe und sind deshalb von der Pflicht des Präsenzunterrichts befreit. Allerdings: Die Lehrer konnten sich laut Ministerium selbst zur Risikogruppe zählen, zum Beispiel weil sie Vorerkrankungen wie Asthma haben. Dass dies 13 Prozent der schleswig-holsteinischen Lehrer getan haben, sieht das Ministerium nun offenbar als Problem.

Risikogruppe ja oder nein? Arbeitsmedizinischer Dienst entscheidet

Vor dem Hintergrund, dass nach den Sommerferien der reguläre Schulbetrieb aufgenommen werden soll, ändert das Ministerium jetzt die Regeln: Künftig müssen Lehrer, die sich wegen Corona vom Präsenzunterricht befreien lassen wollen, zum Arbeitsmedizinischen Dienst, also zum Betriebsarzt, wie ein Sprecher des Ministeriums sagte. Dort wird entschieden, ob der Lehrer unterrichten kann oder nicht. Wie viele Lehrer nach den Sommerferien vom Präsenzunterricht befreit sein könnten, darüber will das Ministerium nicht spekulieren.

GEW sieht regulären Unterricht nach den Ferien in Gefahr

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) befürchtet, dass ein regulärer Schulunterricht nach den Sommerferien nicht möglich sein wird, wenn weiter tausende Lehrer fehlen. Denn hinzu kommt laut GEW noch das Problem, dass sich die Lehrer, die in der Schule sind, besonders um die Schüler kümmern müssen, die während der Corona-Krise auf der Strecke geblieben sind. "Es gibt viele Kinder, die wir nicht erreicht haben. Für sie ist Förderunterricht notwendig", sagte Astrid Henke von der GEW NDR Schleswig-Holstein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.06.2020 | 12:00 Uhr

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